Emag beteiligt sich an Gefertec

Emag, Anbieter vertikaler Pick-up-Drehmaschinen und modularer Turn-Key-Fertigungslösungen, hat eine Minderheitsbeteiligung am Berliner 3D-Druck-Start-up Gefertec erworben. Ziel ist die internationale Vermarktung des neuen Industriestandards 3DMP (3D Metal Print).

21. September 2018
Beim 3DMP-Verfahren wird ein feiner Draht per Lichtbogen zu kompletten Bauteilen verschweißt.
Bild 1: Emag beteiligt sich an Gefertec (Beim 3DMP-Verfahren wird ein feiner Draht per Lichtbogen zu kompletten Bauteilen verschweißt.)

Außerdem steht die Entwicklung von neuen 3DMP-Maschinen und -Anwendungen im Zentrum der strategischen Partnerschaft.

 

Der Ausgangswerkstoff beim 3DMP-Verfahren ist feiner Draht – per Lichtbogen wird er Lage für Lage zu einem kompletten Bauteil verschweißt. So entstehen beliebige geometrische Formen. Der Gesamtprozess ist deutlich schneller als bei anderen 3D-Druckverfahren, die auf Metallpulver als Ausgangswerkstoff setzen. Außerdem sind die Werkstoffkosten deutlich niedriger und das eingesetzte Material wird komplett ausgenutzt. „Das Verfahren ist ausgereift, prozesssicher und effektiv – das sind Kriterien, die für unsere Investitionsentscheidung wichtig waren“, erklärt Markus Heßbrüggen, CEO der Emag Gruppe. „Zudem passt die Kooperation mit Gefertec perfekt zu unserer Strategie, Lösungen für die Komplettbearbeitung sehr vieler Bauteile bereitzustellen. Neben der Großserienfertigung rücken dabei zunehmend auch Kleinstserien in den Fokus. Und genau in diesem Feld eröffnet die 3DMP-Technologie herausragende Möglichkeiten.“

10 Millionen Euro Investition in 3DMP

Mit der Minderheitsbeteiligung erweitert die Emag Gruppe ihr Angebotsportfolio nunmehr um die additive Fertigung. Gemeinsam mit dem Gefertec-Mehrheitseigner Berlin.Industrial.Group. (B.I.G.) werden insgesamt 10 Millionen Euro in das weitere Wachstum von 3DMP investiert, und zwar sowohl für die Entwicklung neuer Maschinen und Applikationen als auch für die Internationalisierung und Vermarktung dieser vielversprechenden Technologie. Über die Finanzinvestition hinaus soll deshalb eine strategische Kooperation gerade in diesen Aspekten die Expansion auf beiden Seiten beschleunigen.

Zu diesem zukunftsorientierten Schritt äußert sich Markus Heßbrüggen, CEO und Geschäftsführer der Emag Gruppe, wie folgt: „Wir beobachten das Innovationsfeld der generativen Fertigung schon geraume Zeit und haben jetzt mit dem 3DMP-Erfinder Gefertec den optimalen Partner für unsere Expansionsstrategie gefunden. Das Management-Team hat uns ebenso beeindruckt wie Produkt und Technologie. Zu uns passt vor allem die rapide Marktakzeptanz, die 3DMP schon jetzt zum Industriestandard hat werden lassen.“

„Die Kooperation mit Emag ist für Gefertec ein Glücksfall“, bemerkt Tobias Röhrich, einer der Gründer und Geschäftsführer der Gefertec GmbH. „Vor allem zum aktuellen Zeitpunkt kurz nach dem Launch von 3DMP. Gerade der internationale „Footprint“ unseres Partners und sein immens breites Portfolio an zerspanenden Fertigungslösungen stellen ein ideales, komplementäres Umfeld für unsere Applikationen und Technologien aus der generativen Fertigung dar.“

Igor Haschke, Gründer der Berlin.Industrial.Group. fügt hinzu: „Aus Sicht des Mehrheitseigners freuen wir uns sehr über diesen entscheidenden Erfolg und die Geschwindigkeit, in der er erreicht wurde. Am Ende werden nämlich die Kunden beider Unternehmen profitieren: durch ein gemeinsames Angebotsspektrum, das keine Wünsche offen lässt – und das auch für eine mittelständische Klientel.“

Die Vermarktung weltweit vorantreiben

Der Zeitpunkt für die Kooperation ist ideal: Die ersten 3DMP-Maschinen befinden sich bereits im industriellen Einsatz. Jetzt gilt es, die weltweite Vermarktung der Technologie voranzutreiben. Dabei agiert Gefertec auch zukünftig als eigenständiges Unternehmen, das allerdings auf die weltweiten Vertriebs- und Service-Ressourcen der Emag Gruppe zurückgreifen kann. Das breite Anwendungsportfolio von Emag stellt dabei eine ideale Vertriebsbasis dar, weil die per 3-D-Druck hergestellten Bauteile spanend nachbearbeitet werden – hier können Gefertec und Emag zukünftig ganzheitliche Lösungen anbieten. „Der internationale ‚Footprint‘ unseres Partners und sein breites Portfolio ist ein ideales Umfeld für unsere Applikationen und Technologien“, bestätigt Tobias Röhrich, einer der Gründer und Geschäftsführer von Gefertec.

Neue 3DMP-Maschinen entwickeln

Nicht zuletzt steht die Entwicklung von neuen 3DMP-Maschinen im Fokus der Kooperation, wobei die Weiterentwicklung der Kerntechnologie komplett bei den Berliner Spezialisten für additive Fertigung verbleibt. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen aber diverse Synergien im Bereich der Prozessentwicklung, Programmierung und Datenaufbereitung ausschöpfen. Bereits auf der diesjährigen AMB vom 18. bis 22. September in Stuttgart stellen Emag und Gefertec ihre Kooperation einer breiten Öffentlichkeit vor. Die Möglichkeiten des 3DMP-Verfahrens sowie die Kombination von additiver und spanender Fertigung stehen dabei unter anderem im Zentrum.

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