Endlich verbunden

Mechatronik In den Entwicklung von Maschinen und Anlagen wachsen Elektro-, Steuerungstechnik und Mechanik weiter zusammen. Insbesondere Verbindungen zwischen CAE und MCAD faszinieren.

30. Mai 2007

Es gibt sicherlich unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Zukunft des Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbaus aussieht. Außer Frage steht, dass Elektrotechnik und Mechanik noch stärker zusammenwachsen. Das hat auch Auswirkungen auf den Engineering-Prozess: Neue Software-Generationen müssen nochmals offener für die Anbindung von MCAD-Systemen sein. Diese Disziplinen näher zusammenzubringen war eine große Herausforderung, eindrucksvoll umgesetzt mit der neuen Eplan Plattform, die mit Off enheit zur Anbindung von MCAD-Systemen besticht. Das Ziel ist definiert: Einen integrierten Workflow von der Elektro-, Fluidtechnik und Mechanik bis zur Software-Entwicklung zu gewährleisten und dabei jeweils Systeme mit Benchmark-Qualitäten zusammenzubringen für wirklich durchgängige Konstruktionsprozesse.

Kabel exakt verlegt: Online-Kopplung zur Mechanik

Was zunächst abstrakt klingt, wird sehr viel anschaulicher, wenn man sich die Eigenschaften und Vorteile solcher Lösungen im Detail vergegenwärtigt ? zum Beispiel bei der Verkabelung. Der Mechanik-Ingenieur sieht hier zunächst Sensoren und Aktoren vor, für die der Elektro-Ingenieur im zweiten Schritt die Verkabelung und Anschaltung plant. Das bereitet in der Praxis oft Abstimmungsprobleme: Der Mechaniker achtet nicht auf die Erreichbarkeit der anzuschaltenden Komponenten, sodass der Elektroingenieur zusätzliche Arbeit investieren muss, und der Kabelkonfektionierer hat dann oft immer noch Schwierigkeiten, das Ganze umzusetzen. Diesen Ablauf kann man jetzt wesentlich vereinfachen.

Über Eplan Electric P8 hat der Elektrokonstrukteur jetzt vollen Zugriff auf das 3D-Modell der mechanischen Konstruktion. Er kann also die elektrotechnischen Komponenten den mechanischen Teilen direkt zuordnen und somit eine logische und eindeutige Kopplung zwischen beiden Disziplinen definieren. Es kommt jedoch noch besser: Auf Basis des mechanischen 3D-Modells kann er die Kabellängen online ermitteln ? und zwar unter Berücksichtigung der vordefinierten Verlegewege. Sollten durch die mechanische Konstruktion Änderungen an der Maschine vorgenommen werden, denkt das System mit. Durch die Online-Kopplung werden einfach per Knopfdruck die Kabellängen aktualisiert ? das ist Integration der Extraklasse. Nie war es so leicht, Änderungen in der Mechanik und die damit verbundenen Auswirkungen auf elektrotechnische Verbindungen zu handhaben.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Anwender sparen nicht nur Zeit in der Entwicklung, sondern verkürzen auch die Produktionszeit, weil die Kabel vorkonfektioniert werden können und mit Sicherheit passen. Dieses Praxis-Plus kann nahezu jedes Maschinenbau- Unternehmen nutzen ? einfach und höchst funktionell. Damit ist eine Entwicklungsrichtung aufgezeigt, die ein engeres Zusammenwirken von CAE und MCAD erlebbar macht.

Grundlage einer perfekt abgestimmten Konstruktion in Automatisierungstechnik und Mechanik ist die einheitliche Verwaltung der Artikel und Stücklisten. Mit der neuen Eplan-Schnittstelle zu Productstream Professional (früher Compass) werden sowohl elektrotechnische als auch mechanische Projektdaten zentral verwaltet. Productstream Professional stammt als PDM-Lösung aus der Mechanik und bietet eine zentrale Artikelverwaltung. Nun steuern beide Disziplinen, CAE und MCAD, unabhängig voneinander die diversen Artikel- und Stücklisteninformationen bei. Die Daten werden transparent, die Variantenvielfalt im Unternehmen übersichtlicher. Schnellere Projektierung mit höherer Qualität auf Basis von etablierten Standards ist die Folge. Ein unschlagbarer Vorteil, wenn Projektlaufzeiten immer kürzer werden, gleichzeitig aber die Anforderungen an die Qualität der Projektdokumentation stetig steigen.

Auch bei der Bestückung von Montageplatten und Schaltschränken bietet die Interaktion von CAE und MCAD klare Vorteile, die das neue Eplan Cabinet eindrucksvoll demonstriert. Bereits in einer frühen Phase der Elektrokonstruktion liefert sie realistische Darstellungen des zu fertigenden Schaltschranks und beschleunigt durch komfortable 2D-Ansichten die Bauteilplatzierung. Aus diesen vereinfachten Darstellungen erzeugt Eplan Cabinet perfekte 3DLayouts mit vollständigen Fertigungsinformationen. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der Fertigungsintegration. So kann man ohne zusätzlichen Aufwand Drahtlängen ermitteln, Bohrschablonen generieren oder die Ansteuerung von Bohr- und Drahtkonfektionierautomaten realisieren.

Gewerkeübergreifender Workflow

Die neue Eplan-Produktfamilie basiert auf einer einheitlichen Entwicklungsplattform, bei der die verschiedenen Produkte wie Eplan Electric P8 (Elektrotechnik), Eplan Fluid (Hydraulik/Pneumatik) und Eplan PPE (EMSR-Technik) wesentliche Module wie Datenbank, Sprachversion, Benutzerrechte und Artikel gemeinschaftlich nutzen. Auch Eplan Cabinet (Schaltschrankaufbau) profitiert von der einheitlichen Artikeldatenbank. Artikelbezogene Informationen sind also zentral verfügbar, aber sie werden dort gepflegt, wo sie benötigt werden. So lassen sich zum Beispiel elektrotechnische Artikeldaten in der Elektrokonstruktion pflegen, während fertigungsrelevante Daten von der Fertigung aktualisiert werden. Alle Beteiligten in Entwicklung und Fertigung haben immer aktuelle und einheitliche Daten zur Verfügung.

Mit Inventor gut aufgestellt

Das Ergebnis sind integrierte Lösungen, die einen gewerkeübergreifenden Workflow im Entwicklungsprozess ermöglichen. Vor diesem Hintergrund ist auch die Strategie von Eplan Software & Service zu sehen, in der mechanischen Konstruktion auf Autodesk Inventor zu setzen: Dieses MCAD-System ist nicht nur besonders vielseitig, sondern bietet auch eine hohe weltweite Marktdurchdringung. Es erlaubt weiterhin, genau wie Eplan Electric P8, den vielfältigen Datenaustausch mit ›benachbarten‹ Systemen für andere Engineering-Disziplinen.

FAKTEN

Über Eplan Electric P8 hat der Elektrokonstrukteur jetzt vollen Zugriff auf das 3D-Modell der mechanischen Konstruktion.

Auf Basis des mechanischen 3DModells kann er die Kabellängen online ermitteln und zwar unter Berücksichtigung der vordefinierten Verlegewege.

Durch die Online-Kopplung werden einfach per Knopfdruck die Kabellängen aktualisiert das ist Integration der Extraklasse.

Anwender sparen nicht nur Zeit in der Entwicklung, sondern verkürzen auch die Produktionszeit, weil die Kabel vorkonfektioniert werden und mit Sicherheit passen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2007