Enesty erweitert Leistungen bei additiver Fertigung

Der Spritzgießwerkzeuge-Spezialist Enesty baut sein Leistungsspektrum auf dem Gebiet der additiven Fertigung weiter aus und hat dafür einen eigenen Geschäftsbereich gegründet.

25. März 2019
++ am 16.08.2018 in Hartha (Sachsen) ++ enesty GmbH in Hartha
Enesty-Geschäftsführer Jonathan Franke. (Bild: Enesty)

Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Fraunhofer IFAM Dresden ein 3D-Druckverfahren zur Fertigung von Werkzeugkühleinsätzen entwickelt und setzt es seit 2015 praktisch um. Die additiv hergestellten Kühlkanäle können sehr konturnah verlaufen und ermöglichen damit eine schnelle Abkühlzeit. In Kombination mit der innovativen Orca-Temperiertechnik von Enesty verschieben sich die Anwendungsgrenzen für die Herstellung leistungsstarker Spritzgießwerkzeuge. Diese Entwicklungen bewähren sich bereits in der Produktion bei Automobilherstellern sowie bei Produzenten von Kunststoff-Komponenten.

Darüber hinaus nutzt Enesty 3D-Druck im eigenen Haus zur schnelleren Herstellung von Kunststoffelementen u. a. für den Prototypenbereich. Über Partner werden weitere additive Leistungen angeboten, neben Kunststoff auch Metall- und Keramik-3D-Druck-Verfahren.

Ein Akteur in verschiedenen Forschungsprojekten war Michael Süß. Der Diplomingenieur für Maschinenbau und bisherige wissenschaftliche Mitarbeiter am Fraunhofer IFAM bzw. der TU Dresden verstärkt seit 1. März 2019 das Enesty-Team als Leiter des neuen Geschäftsbereiches Enesty additiv. Die Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Wirtschaft zu transferieren und die additive Fertigung weiter zu industrialisieren, sind für ihn wesentliche Gründe für den Wechsel in die Praxis.

»Um die nahezu unbegrenzte Gestaltungsfreiheit der additiven Fertigung gezielt zu nutzen, ist ein verändertes Herangehen an die Konstruktion und die gesamte Prozesskette erforderlich. Dafür bieten wir gezielte Beratung und Schulung sowie Konstruktionsunterstützung und Fertigungsbegleitung an«, erläutert Süß die wesentlichen Aufgabenfelder von Enesty Additiv.

»Immer mehr Unternehmen befassen sich mit diesem Thema. Dabei gibt es viele Fragen zu beantworten. Bei welchen Bauteilen lohnt sich additive Fertigung, welche Technologien eignen sich, wie müssen sie in den Gesamtprozess eingebunden werden, sind nur einige davon. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren umfangreiche Erfahrungen gewonnen, wie additive Fertigung effizient in Produktionsprozesse integriert werden kann und zu mehr Qualität sowie Produktivität führt. Dieses Wissen bündeln wir jetzt in einem eigenen Geschäftsbereich und agieren sozusagen als Vermittler zwischen Anbietern von 3D-Druck-Technologien und potenziellen Anwendern«, sagt Enesty-Geschäftsführer Jonathan Franke.

Mit dem Kompetenzgewinn in diesem Bereich rundet Enesty auch die eigene Wertschöpfungskette ab. »Von der additiven Fertigung einzelner Komponenten über den Werkzeugbau bis hin zur Temperierung können unsere Kunden alle Leistungen rund um Prototypen- sowie Serienwerkzeuge für den Kunststoffspritzguss aus einer Hand erhalten«, fasst Franke das Enesty-Portfolio zusammen.

3D-Technologietage: Fachwissen gewinnen und Bauteile testen

Interessenten können die Leistungen von Enesty Additiv zu den 3D-Technologietagen kennenlernen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IFAM Dresden lädt das Unternehmen am 17. und 18. April sowie am 10. und 11. September 2019 in das Fraunhofer-Institutszentrum Dresden ein, sich zu den Möglichkeiten additiver Fertigung zu informieren. Während am ersten Tag zu den Vorteilen, den verschiedenen Verfahren und Werkstoffen sowie zu Konstruktionsgrundsätzen geschult wird, können die Teilnehmer am zweiten Tag u. a. Bauteile aus ihrem Spektrum auf das Potenzial für additive Fertigung von Experten prüfen lassen.