Erfahrung hilft fahren

Antriebstechnik

Elektromobilität – Mobile Anwendungen erfordern spezielle Antriebslösungen. Eigens als Fahrantrieb optimierte Asynchronmotoren verbinden Zuverlässigkeit, Effizienz und niedrige Kosten.

22. September 2012

Einer der wichtigsten technischen Trends der Zukunft ist der zunehmende Einsatz von elektrischen Antrieben in Fahrzeugen. Auch wenn die Elektromobilität langsamer als erhofft in Schwung kommt, besteht kein Zweifel, dass Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben in den kommenden Jahren Marktanteile gewinnen werden und sich hier ein neues Anwendungsfeld für die elektrische Antriebstechnik auftut. Eine Herausforderung für viele Fahrzeughersteller ist dabei jedoch die Erkenntnis, dass konventionelle Elektromotoren, die für stationäre Einsätze im Maschinen- und Anlagenbau entwickelt wurden, für solche Anwendungen keinesfalls die optimale Lösung sind. So sind in mobilen Anwendungen erstens ganz andere Lastkollektive zu beachten, und zweitens sind die Antriebe hier ganz anderen Umgebungsbedingungen ausgesetzt: Hitze und Kälte ebenso wie Stößen und Vibrationen sowie Schmutz und Regenwasser. Drittens stellt auch die Energiequelle Batterie besondere Anforderungen an die Gestaltung der Elektroantriebe, die bei begrenzter Energiemenge eine hohe Reichweite aufweisen sollen. Unter diesem Aspekt ist die Detailkonstruktion der elektrischen Komponenten ebenso wichtig wie der Leichtbau. Nicht zuletzt sind auch Dynamik und Laufruhe wichtige Zielgrößen, denn sie entscheiden letztlich über den gefühlten Fahrkomfort des gesamten Fahrzeugs.

Erfahrung mit diesen ungewohnten Ansprüchen und Eigenschaftsprofilen haben jedoch solche Motorenhersteller, die schon seit Jahrzehnten elektrische Antriebssysteme beispielsweise für Gabelstapler, Schlepper und andere Fahrzeuge für den innerbetrieblichen Materialfluss entwickeln, wie etwa die AMB Greiffenberger GmbH mit Sitz im oberfränkischen Marktredwitz: Für dieses Unternehmen gehören ebendiese Anforderungen seit Langem zum Tagesgeschäft. Da es letztlich nur ein kleiner Schritt ist von solchen Anwendungen bis zur Gestaltung von Elektroantrieben für Personenfahrzeuge im Straßenverkehr oder für All-Terrain-Fahrzeuge, haben die Franken frühzeitig entsprechende Konzepte entwickelt, die sich unter anderem durch eine hohe Energieeffizienz und durch lange Lebensdauer auszeichnen.

So präsentiert das Unternehmen zum Beispiel vom 23. bis 25. Oktober auf der Fachmesse eCarTec in München den Asynchron-Fahrmotor Asytrac mit einer Nennleistung von 15 Kilowatt für den Antrieb von kleineren City-Fahrzeugen mit einem Leergewicht bis 550 Kilogramm. Dieser Antrieb erreicht in gängigen Fahrbereichen einen Wirkungsgrad bis 92 Prozent. Das maximale Drehmoment beträgt 120 Newtonmeter, die kurzzeitig erreichbare Spitzenleistung von 30 Kilowatt schafft die Voraussetzung für dynamisches Beschleunigen. Der große Feldschwächungsbereich der Motoren ermöglicht große Steigfähigkeit und ein schnelles Fahren ohne Schaltgetriebe.

Permanente Innovation

Eine Spezialität des Unternehmens ist die konsequente Weiterentwicklung der Asynchron-Motortechnik für den Einsatz als Fahrmotor, die in diesem Anwendungsbereich gegenüber einem Permanentmagnet-erregten Synchronmotor einige Vorteile bietet. ABM Greiffenberger investiert deshalb kontinuierlich in Forschung, Entwicklung und Produktion, um diese bewährte, zuverlässige und kostengünstige Technologie für den Einsatz in mobilen Applikationen weiter zu verbessern. Für Nebenaggregate bietet das Unternehmen mit dem wartungsfreien Sinochron-Motor mit integrierter Drehzahl- und Temperatursensorik zudem eine kompakte und kostengünstige Synchronmotorentechnologie als kundenspezifische Lösung an. Ein flexibles Baukastensystem sowie die große Fertigungstiefe des Unternehmens ermöglichen die Realisierung von angepassten Lösungen auch bei kleineren Stückzahlen.

Typische Einsatzbereiche der ABM-Fahrantriebe sind neben Elektro-Personenfahrzeugen auch Golfcars, Quads und Scooter mit Elektroantrieb. Für verwandte Applikationen wie etwa elektrische Nebenantriebe von Bau- und Landmaschinen, den elektrischen Zweig von Hybridantrieben und für Elektro-Nutzfahrzeuge stehen ebenfalls optimierte Elektroantriebe in vier Leistungsbereichen zwischen 1,5 und 15 Kilowatt zur Verfügung.

Alle mobilen Elektroantriebe werden in Marktredwitz auf modernsten Anlagen gefertigt und mit neuester Prüfstandstechnik inline lückenlos geprüft. Individuelle Anpassungen, wie zum Beispiel drehzahloptimierte Wicklungen, optimierte Anbauschnittstellen oder kundenspezifische Elektronik und Software stellen sicher, dass alle Komponenten exakt auf den Einsatzfall Elektromobilität abgestimmt sind.

Auf einen Blick

-Die ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH mit Sitz in Marktredwitz entwickelt und produziert innovative Antriebslösungen auf der Basis eines modularen Produktspektrums aus Antriebskomponenten vom Motor über Getriebe, Bremse und Frequenzumrichter bis zur passenden Gebertechnologie.

-Das Unternehmen entwickelt individuelle Lösungen für die speziellen Anforderungen der jeweiligen Kunden und ihrer Branche, von der Hebetechnik bis zu Antrieben für Biomasseheizungen. Das flexible Baukastensystem ermöglicht dabei auch für kleinere Produktserien angepasste wirtschaftliche Lösungen.

Erschienen in Ausgabe: 07/2012