Es geht voran

Laut einer Befragung des Branchenverbands Bitkom steht die Digitalisierung in der Wirtschaft vor dem Durchbruch. Insbesondere 3D-Druck und virtuelle Realität sollen auf steigendes Interesse stoßen.

16. Januar 2017

Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom sollen sich immer mehr Unternehmen in Deutschland mit den Themen 3D-Druck, virtueller Realität und "Cognitive Computing" (künstliche Intelligenz) befassen. Laut Umfrage arbeiten derzeit fünf Prozent aller Unternehmen der Gesamtwirtschaft mit 3D-Druck, weitere 20 Prozent erwägen dies. In der produzierenden Industrie verwenden 16 Prozent 3D-Druck, und weitere 40 Prozent planen es. Virtuelle Realität nutzen bisher zwei Prozent der Befragten, elf Prozent der Unternehmen - in der Gesamtwirtschaft - planen die Anwendung. Verfahren des Cognitive Computing nutzt ein Prozent der Unternehmen. Sieben stehen laut eigener Aussage vor der Einführung. Befragt wurden 503 Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen ab 20 Mitarbeiter.

Die Ergebnisse der Untersuchung deuten auf eine große strategische Bedeutung der Digitalisierung hin. So geben 41 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie als Folge der Digitalisierung neue Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Umgekehrt haben 16 Prozent deshalb bereits Produkte vom Markt genommen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen haben ihre Produkte und Leistungen um digitale Zusatzdienste ergänzt. Beinahe jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) setzt dabei auf interaktive Online-Kommunikation, zum Beispiel über soziale Medien. Fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) hat digitale Transaktionsdienste eingeführt, zum Beispiel Online-Shops oder Buchungssysteme, und jedes fünfte (21 Prozent) bietet digitale Service-Angebote, zum Beispiel Fernwartung per Internet.

Nach Ansicht des Verbands ist ein wichtiger Faktor für erfolgreiche digitale Transformation, dass diese Aufgabe in einer eigenen Organisationseinheit im Unternehmen verankert ist. Dies ist im Durchschnitt der Unternehmen nur bei 18 Prozent der Fall, bei großen Unternehmen ab 500 Mitarbeiter aber bei 42 Prozent. "Eigenständige Digitaleinheiten bieten die Möglichkeit, jenseits eingefahrener Strukturen mit neuen Technologien zu experimentieren“, so Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. "Wichtig ist, dass die Ergebnisse Eingang in die gesamte Organisation finden.“