Ethernet in der Fabrik

Seminar – Die Ethernet Powe
30. Juni 2005

Wie hat sich die Ethernet Powerlink Standardization Group (EPSG) entwickelt?

Die EPSG wächst und wächst. Zur Zeit klopfen einige sehr große Unternehmen an und werden demnächst in die Gruppe aufgenommen werden. Es handelt sich dabei durchaus nicht nur um die typischen Automatisierer. Näheres darf ich aber noch nicht verraten!

Wir werden eine Aussendung machen, wenn es soweit ist. Der letzte Meilenstein war die Multi Vendor-Anlage auf der HMI. Wir haben damit einiges an Aufsehen erregt. Es war der Beweis für die letzten Zweifler, dass Ethernet Powerlink (EPL) offen und interoperabel ist. Die Kontake, die wir auf der Hannover Messe geknüpft haben, entwickeln sich gut. Es gibt auch noch ein paar Dinge zu tun: So stehen aktuell Diskussionen über die Themen Safety, Redundancy und IEEE-1588-Integration auf der Agenda. Auf die vielen neuen Mitglieder aus dem Gebiet der Endanwender, wie Tetra Pak, Müller Milch und Martini, sind wir auch sehr stolz. Auch in nicht europäischen Ländern können wir viel Zuwachs verzeichnen. So kam mit Parker Hannifin einer der ganz großen Amerikaner zu uns, und mit Century Real und dem China Electrical Power Research Institute zwei der größten asiatischen Energieversorger. Hier werden Energie-Substationen in ganz China über EPL vernetzt.

Wie weit ist momentan der Stand der Arbeiten der EPSG?

Zur Zeit wird heftig implementiert. Viele Hersteller wie z.B. Lenze, Baldor und Hirschmann -um nur einige zu nennen - haben ja auf der Hannover Messe ihre Produkte vorgestellt. Des Weiteren werden die oben genannten Themen diskutiert. Antworten zu diesen Fragen möchten wir sehr bald geben können, so wie‘s bei der EPSG üblich ist. Wir haben z.B. bei der Voest Alpine in Linz eine der weltweit größten, Stahl-Stranggussanlage Europas komplett mit Ethernet Powerlink vernetzt. Der Kunde ist hoch zufrieden. Ethernet Powerlink ist also nicht nur bei den Maschinen- und Anlagenbauern gefragt, sondern auch bei Stahlkochern wie Voest.

Welche Themen stehen auf dem Programm des EPSG-Seminars am 16. Juni im Hotel Aichtaler Hof bei Stuttart ?

Hier ist die Agenda: 1) Ethernet on the factory floor - Issues to be considered. 2) Ethernet and Real-time. 3) Introduction to Ethernet Powerlink. 4) CAN-open - Geräte-, Schnittstellen- und Anwendungsprofile auf anderen Bussystemen. 5) Vom CANopen zum Powerlink Encoder. 6) How to connect your device to Ethernet Powerlink. 7) Ethernet Powerlink integration made easy, demonstrated on existing products 8) Strategien für die Implementierung von Ethernet Powerlink in embedded Systemen. 9) Ethernet Powerlink in Real-Life Applications. Vortragen werden Vertreter von Dienstleistern und Anbietern und der CiA, sowie Prof. Dr. Scheitlin von der ZHW. Die Teilnahmegebühr beträgt 49,- Euro je Teilnehmer.

Wie groß ist das Interesse an solch einer Veranstaltung?

Sehr groß. Ich schließe das aus den vielen Anfragen und dem großen Interesse an Ethernet Powerlink. Dafür möchten wir einen Tag komprimierter Information anbieten.

Welche Strategien fahren Sie gegenüber den Wettbewerbern um den Standard?

Ethernet Powerlink ist das einzig existierende System am Markt, das schon seit längerer Zeit im Serienmaschinenbau im Einsatz ist (mehr als zwei Jahre). Das System ist robust und geprüft, d.h. das Risiko einzusteigen ist gering. Alle anderen Systeme sind z.Zt. noch Papiertiger und müssen ihre Machbarkeit und Implementierbarkeit erst beweisen. Darüber hinaus ist Ethernet Powerlink das System, das den IEEE-802.3-Standard und die IP-basierenden Protokolle am besten unterstützt.

Erschienen in Ausgabe: 03/2004