Fachtagung Rapid Prototyping in Hamburg

Der Weg der additiven Fertigung in die Fabrik wird auf der 18. Fachtagung Rapid Prototyping an der HAW Hamburg besonders intensiv beleuchtet.

18. März 2019
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Additive Fertigung mit Laserpulver-Auftragschweißen. (Bild: Prof. Dr. Shahram Sheikhi/HAW Hamburg)

3D-Druck-Technologien bewegen sich zunehmend in Richtung der Fertigung von Werkstücken, die meist nach kurzer Nachbearbeitung voll funktionsfähig sind. Vor allem metallische Bauteile stehen immer mehr im Vordergrund, aber auch additiv gefertigte Kunststoffbauteile lassen sich erfolgreich in der Produktion einsetzen. Die Entscheidung »make or buy« ist nicht einfach und beinhaltet oft mehr strategische, als wirtschaftliche Aspekte.

Dieser Aspekt findet sich im Programm der Tagung, die am 29. März an der HAW Hamburg statt findet, wieder: Der Weg der additiven Fertigung in die Fabrik wird dieses Mal von führenden Herstellern von Laseranlagen vorgestellt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den digitalen Aspekten. Ein Hersteller von Röntgen- und CT-Anlagen zeigt auf, wie additiv hergestellte Bauteile zerstörungsfrei geprüft können. Die Optimierung für innere Strukturen kann stark vereinfacht werden, wenn man in die Bauteile »hineinschaut«. Ebenfalls geht es um die Verknüpfung von Robotik und additiver Fertigung. Mithilfe der Lichtbogenschweißtechnik lassen sich schnell auch große Bauteile herstellen.

Erfahrungsberichte und Ausstellung

Berichte über eigene Erfahrungen in der Anwendung des 3D-Drucks sind immer Bestandteil des Programms. Dazu gibt es Vorträge über den Aufbau einer additiven Fertigung bei Dräger Safety und die Integration der 3D-Druck-Verfahren in die Unternehmensprozesse bei Miele. Die Fachtagung wird ergänzt durch eine Ausstellung von Anlagen zur generativen Fertigung und von interessanten Beispielen der industriellen Anwender.

»Viele Unternehmen bereiten den Schritt in die additive Fertigung vor, indem sie sich zunächst mit dem Prototypenbau beschäftigen und hier Erfahrungen in der gesamten Prozesskette, von der Konstruktion bis zur Qualitätsprüfung sammeln. Dienstleister, die Teile oder auch die ganze Prozesskette anbieten, sind eine interessante Alternative«, sagt der langjährige Organisator der Tagung, Prof. Dr.-Ing Günther Gravel vom Department Maschinenbau und Produktion.

In dem neuen 3D Space der HAW Hamburg können Studierende die industrielle Anwendung trainieren. »Sie haben hier die einzigartige Möglichkeit, Erfahrungen mit dem 3D-Druck zu sammeln und Projekte zu verwirklichen. Wir unterstützen sie dabei, dass sie die Bauteile konstruieren, druckgerecht gestalten und in Funktion und Gewicht optimieren. Das Team von Studierenden, das den 3D Space leitet und entwickelt, lernt dabei selber viel über 3D-Druck wie auch über Organisation, Werbung und digitale Prozesse«, so Prof. Gravel.