Familienaustausch

Das zweite User Group Meeting von Volume Graphics, das im September 2014 stattgefunden hat, zeigte wieder einen interessanten Themen-Mix. Experten aus der Software-Entwicklung erläuterten eine Reihe neuer Module für Spezialaufgaben

24. Oktober 2014

„Wir haben schon beim ersten UGM festgestellt, dass die so genannten exotischeren Anwendungen auf großes Interesse stoßen. Wir wollten daher unbedingt entsprechende Vorträge ins Programm aufnehmen“, meint Christof Reinhart, Geschäftsführer bei Volume Graphics. Dieser Wunsch wurde mit den Beiträgen der Referenten der Arnold AG und des Helmholtz Zentrums Berlin erfüllt. Uwe Arnold zeigte, wie Kunst und Technik via CT zueinander kommen. Ein Künstler entwirft eine Skulptur, etwa eine Art Gordischen Knoten aus einem schlauchförmigen Luftballon – das Gebilde hat also noch Handformat. Nach dem Scannen auf der CT-Anlage und der Visualisierung mit VGStudio MAX erzeugt der Spezialist für Metallkonstruktionen Vorlagen für seine Fertigung. Ergebnis sind Design-Konstruktionen für öffentliche Gebäude und Plätze, nun aber in anderen Dimensionen, zehn oder zwanzig Meter lang – Kunst aus Metall in Szene gesetzt mit Hilfe eines CT-Modells.

Nikolay Kardjilov vom Berliner Helmholtz Zentrum machte klar, dass die Röntgen-Computertomographie nicht die einzige Art der CT sein muss. Was mit Röntgenstrahlen funktioniert, funktioniert auch mit Neutronen: Diese durchdringen auch Stoffe, die Röntgenstrahlen weitgehend absorbieren. Dadurch lassen sich auch Objekte aus Stahl oder Blei in ein Grauwertbild überführen, um es mit der CT-Analysesoftware auszuwerten. George Bedenian, Hyundai Motor Europe, referierte über ein Anwendungsprojekt: Aluminiumschäume zur Schwingungs- und damit Geräuschminderung. Die CT-Analyse liefert Aussagen über die Zellengrößen und -verteilung der Schäume. Damit verwandt ist auch die Durchlässigkeit von Körpern für Gase oder Flüssigkeiten.

Olivier Dalino, Tyco Electronics France und der Geschäftsführer von Volume Graphics präsentierten eine Fallstudie. Die Hauptaussage: VGMetrology nutzt ein neues Datenformat, welches die Essenz der CT-Daten für Messtechnikanwendungen kondensiert. Bildinhalte, die für die Messtechnik nicht relevant sind, bleiben außen vor. Die Datenmenge schrumpft je nach Projekt ohne Einbußen in der Datenqualität. Das Handling und der Datenaustausch über Netzwerke werden dadurch einfacher; der Anwender spart Zeit.

Einen Akzent des diesjährigen UGM setzten acht Hersteller aus dem Bereich der CT-Hardware. Diese präsentierten in einer separaten Ausstellung ihre Produkte. Die CT-Familie war damit komplett.