Fehler erkannt, Gefahr gebannt

Spezial

Lagerschäden - Maschinenstillstände wegen Lagerschäden können sehr teuer werden. Die Kostenfür das neue Lager und den Austausch machen dabei nur den geringsten Teil der Reparaturkosten aus.

15. Juni 2010

Bei einem Lagerschaden liegt die Ursache für den Ausfall zu 99 Prozent nicht am Lager selbst. Material- und Herstellungsfehler sind dank effektiver Qualitätssicherungen sehr gering und machen nur rund ein Prozent der Ausfallursachen von Wälzlagern aus. Als Hauptgründe für vorzeitige Lagerausfälle sieht die Firma Eisenhart Laeppché, Spezialist für Wälzlager und Kugellager aus Wilhelmshaven, ungeeignete oder gealterte Schmiermittel oder feste Verunreinigungen. Um Lagerschäden vorzubeugen, empfiehlt das Unternehmen mögliche Verunreinigungen von Wälzlagern durch eine verbesserte Abschirmung zu verringern, beispielsweise durch Radialwellendichtringe. Ebenso gilt es, die verwendeten Schmierstoffe optimal auszulegen. Eine professionelle schmierstofftechnische Beratung, bei der alle relevanten Faktoren wie Lagerbelastungen, Betriebsdrehzahl, Betriebstemperaturen sowie äußere Einflüsse berücksichtigt werden, hilft den für die Anwendung am besten geeigneten Schmierstoff und das dazugehörige erforderliche Nachschmierintervall schnell zu finden.

Die ersten Fehler können schon in der Konstruktionsphase einer Lagerung auftreten. Neben der Festlegung der richtigen Passung ist dabei auch die Lagerwahl von großer Bedeutung. Durch die Wahl eines ungeeigneten Lagers, das nicht die notwendigen Eigenschaften der Anwendung aufweist, kommt es unweigerlich zu einem vorzeitigen Ausfall.

Alle Faktoren berücksichtigen

In der Praxis kommt es vor, dass Lager allein aufgrund ihrer Größe ausgewählt werden, wobei die Tragfähigkeit, die für die Lebensdauer relevant ist, nicht berücksichtigt wird. Hintergrund für dieses Vorgehen ist meist eine Bauraum- beziehungsweise Kostenoptimierung. Um die gewünschte Lebensdauer zu erreichen, muss eine entsprechende Baugröße in Kauf genommen werden, da die Tragfähigkeit von Wälzlagern eine Kombination aus den Faktoren Wälzkörperart, Wälzkörperdurchmesser, Anzahl der Wälzkörperreihen, Anzahl der Wälzkörper und Teilkreisdurchmesser des Wälzkörpersatzes ist.

Werden zu kleine Lager eingesetzt, wird die Tragfähigkeit und damit auch die Lebensdauer reduziert.

Die Wahl einer falschen Bauform verkürzt ebenfalls die Lebensdauer des Lagers. Das Radialrillenkugellager wird gerne auch als Universallager in Anwendungen verwendet, in denen hauptsächlich axiale Belastungen auftreten. Dadurch sind Radialrillenkugellager der Gefahr ausgesetzt, dass die Wälzkörper auf den Laufbahnkanten laufen. Als Folge kommt es im Kontaktbereich zwischen der Laufbahnkante und den Wälzkörper zu einer hohen Hertzschen Pressung, sodass sich kein Schmierfilm zwischen den Wälzlagerkomponenten aufbauen kann. Es kommt zu Ausbrüchen und zum unvermeidbaren Schaden des Lagers. Auch bei der Handhabung von Wälzlagern werden Fehler gemacht.

Es sollte beim Umgang mit Wälzlagern immer auf Sauberkeit geachtet werden, um Verunreinigungen im Lager zu vermeiden. Bei der Montage von Wälzlagern ist so vorzugehen, dass die Montagekräfte nicht über alle Wälzlagerkomponenten geleitet werden. Die Gefahr ist groß, dass die Laufbahnen und die Wälzkörper Eindrücke erhalten, die beim Überrollen wiederum einer höheren Hertzschen Pressung ausgesetzt sind. Ausbrüche aus den Laufbahnen und den Wälzkörpern sind die Folge.

Bastian Folkers, Eisenhart Laeppché/csc

Erschienen in Ausgabe: 04/2010