Fernbedient und sicher

Umrichter ? Der sichere Betrieb eines Antriebs verbietet oft den Einsatz von Fernwartung. Ein neuer Servoumrichter integriert deshalb mehrere Sicherheitsfunktionen in die Maschine und verhindert zugleich unbefugte Änderungen bei der Fernwartung.

14. November 2007

Ein Vorteil vieler moderner Antriebstechnikprodukte ist die Möglichkeit zur Fernwartung. So erfordern die meisten Wartungsaufgaben heute nicht mehr die Anwesenheit eines Servicemitarbeiters. Die Spannweite reicht dabei vom einfachen Ändern eines Parameters bis zur Übertragung neuer Geräte-Firmware. Ihr ganzes Kosteneinsparungspotenzial eröffnet die Fernwartung aber nur dann, wenn ausnahmslos alle Vorgänge und Abläufe, die ein Techniker vor Ort leistet, auch über die Ferne möglich sind. Ein Problem bei vielen Fernwartungskonzepten ist dann jedoch, dass sie den organisatorischen und juristischen Anforderungen der Sicherheitstechnik häufig nicht entsprechen und es zu unbeabsichtigten oder unbefugten Änderungen kommen kann. Eine Lösung für beide Problemfelder präsentiert jetzt der Pforzheimer Antriebstechnikhersteller Stöber auf der Fachmesse SPS/IPC/Drives 2007 in Nürnberg: Dessen neuer Servoumrichter Posidyn SDS 5000 integriert standardmäßig wichtige sicherheitstechnische Funktionen sowie ein organisatorisch und technisch klar defi niertes Ablaufkonzept, das eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten gewährleistet. Der Umrichter bietet bereits im Grundgerät die sechs wichtigsten Sicherheitsfunktionen STO (Safe Torque off ), SS1 (Safe Stop 1 ? with torque off ), SS2 (Safe Stop 2 ? with torque on), SOS (Safe Operating Stop), SLS (Safely Limited Speed) und SLT (Safely Limited Torque). Alle benötigen kein sicheres Feedbacksystem und erlauben den Einsatz in sicherheitsrelevanten Anwendungen nach SIL 2.

Integrierte Bremssteuerung

Das zugehörige Bremsenmanagement enthält Funktionen wie »zyklischer Bremsentest« und »Bremsen einschleifen« und ist speziell abgestimmt auf die Servomotor-Baureihen ED und EK sowie für die Sicherheitsbremse Servo Stop im Getriebemotoradapter innerhalb des Stöber-Systemprogramms. Ein organisatorisch und technisch klar definiertes Ablaufkonzept gewährleistet dabei die saubere Zuordnung von Verantwortlichkeiten und schließt unbeabsichtigte oder unbefugte Änderungen aus. So erfordert die Fernwartung eine Anforderung durch den Betreiber vor Ort, beispielsweise über die SPS oder direkt am Gerät, der damit den Service Techniker zum Eingriff in die Maschine beauftragt und autorisiert. Dieser Prozess verdeutlicht dem Betreiber zugleich, dass er für die Personensicherheit verantwortlich ist und auch beim Betrieb von sicher heitstechnischen Funktionen keine unbefugten oder ungewollten Modifikationen an der Maschine entstehen. Neben der hohen Funktionalität bietet dieses Konzept zugleich eine vereinfachte Handhabung. So müssen für die Fernwartung keine speziellen Ports freigeschaltet oder gesonderte Netzwerke eingerichtet werden. Außerdem verwenden alle Kommunikationsvorgänge das Übertragungsprinzip von Ethernet- und Internet-Verbindungen und starten immer mit einer ausgehenden Verbindung, sodass auch Proxy-Server und Firewalls die Kommunikation nicht stören können.

Solveig Ackermann, Stöber/bt

Erschienen in Ausgabe: 08/2007