Fit fürs Feld

Schwerpunkt Mobile Power

Agritechnica – Im November trifft sich die Welt der Landtechnik wieder zu ihrer wichtigsten Veranstaltung. Es gibt viele Neuheiten und Sonderveranstaltungen sowie Digitalisierung satt.

20. September 2017

Landtechnik steht weiterhin hoch im Kurs. Darum ist es nicht verwunderlich, wie groß der Ansturm auf die Agritechnica ist. Vom 12. bis 18. November 2017 zeigen in Hannover mehr als 2.500 Aussteller ihr Angebot. »Alle weltweit führenden Player der Branche sind vertreten«, erklärt Projektleiterin Marie Servais. »Für den professionellen Pflanzenbau erwarten wir unter dem Motto Green Future – Smart Technology zahlreiche richtungsweisende Innovationen.« Die Agritechnica vermittle mittel- und langfristig neue positive Impulse für den internationalen Landtechnikmarkt.

Die Auslandsbeteiligung nimmt weiter zu und liegt gegenwärtig bei 60 Prozent. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG als Veranstalter sieht darin ein deutliches Signal für die weiter zunehmende globale Ausrichtung der Unternehmen und der Agrarwirtschaft mit ihren weltweiten Verflechtungen. Das Gleiche gilt für Besucher: Die Messe hat sich als Treffpunkt von Profilandwirten, Lohnunternehmern und Händlern aus aller Welt etabliert. So informierten sich dort vor zwei Jahren rund 451.000 Besucher, darunter 98.000 aus dem Ausland.

Die Agritechnica gilt durch ihr Fachprogramm mit Kongressen, Foren und Pressekonferenzen als das wichtigste Zukunftsforum der Agrarbranche. Klassische Forsttechnik für den bäuerlichen Wald gibt es in der Halle 26 sowie im angrenzenden Freigelände. Im »Internationalen Händler- und Dienstleistungszentrum« präsentieren sich Dienstleistungsunternehmen aus vielen Bereichen. Weitere Beispiele sind das Special »Werkstatt LIVE« für Wartungs- und Umbauarbeiten, die »Campus & Career« für die Karriere im Agrarsektor, die Visitor’s Lounge, in der Besucher ihre Messetour planen und Geschäftspartner treffen können, oder die internationale Kontaktbörse »Match & Meet« zur Kooperations- und Geschäftsanbahnung.

Bereits zum dritten Mal können Besucher der Agritechnica auf der »Systems & Components« Motoren, Hydraulik, Achsen, Antriebstechnik, Kabinen, Elektronik, Ersatzteile und Software kennenlernen. Mittlerweile haben sich Maschinen und Komponenten zu hochkomplexen Einheiten entwickelt. »Die Interaktion zwischen Komponenten entscheidet darüber, wie und ob mobile Anwendungen optimal funktionieren. Connectivity ist die Voraussetzung dafür, um eine optimale Feinabstimmung zu erreichen«, unterstreicht Dr. Raffaele Talarico, Projektleiter des Veranstalters DLG. »Wir setzen Impulse, bieten Ansätze für Zukunftsentwicklungen in der Landtechnik und zeigen Lösungen für den Transfer von analogen Technologien in die digitale Welt der Landtechnik.«

Zahlreiche Innovationen warten auf die Besucher. Mit den elektromechanischen Leistungsrelais vom Typ MPR10 und HPR10 präsentiert beispielsweise E-T-A zwei praxisorientierte Lösungen, unter anderem für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Herkömmliche monostabile Relais produzieren eine konstante Verlustleistung von bis zu 20 Watt. Bei einer Jahreskilometerleistung von 100.000 Kilometern bedeutet dies einen CO2-Verbrauch von knapp 3 Kilogramm. Bistabile Leistungsrelais wie die Modelle MPR10 und HPR10 sind in der Lage, den Kontakt ohne Bestromung zu halten. Sie sparen damit ihre Halteenergie komplett ein. Eine weitere CO2-Reduktion erreichen sie, indem sie 300 Gramm leichter sind als marktübliche Geräte.

Für Nutzfahrzeuge spielen auch ein reibungsloser Dauerbetrieb sowie die permanente Einsatzfähigkeit eine wichtige Rolle. Dies vermeidet teure Stillstandzeiten. Deshalb sind MPR10 und HPR10 als einzige Geräte auf dem Markt vom Kraftfahrzeug-Bundesamt zugelassen. Zusätzlich bietet das HPR10 intelligente Funktionen, um am Fahrzeug zusätzliche Funktionen wie Ein-Aus-Schaltverzögerungen umzusetzen, ohne das Steuergerät umprogrammieren oder verändern zu müssen.

Position bekennen

MTS Sensor Technologie stellt seine magnetostriktiven Positionssensoren für den Mobilhydraulikmarkt vor. Im Fokus stehen hierbei der FMH-Sensor mit flexiblem Messstab und der MH Threaded mit Einschraubgewinde. Dieser ermöglicht mit seiner Gewindeanbaukonstruktion ein alternatives Integrationsverfahren und bietet gleichzeitig die Vorteile der magnetostriktiven Temposonics-Positionserkennung. Der FMH-Sensor basiert auf dem gleichen Messprinzip, lässt sich im Feld aber leichter ein- und ausbauen. Durch ihr Design sind beide Sensoren für Anwendungen mit hohen Vibrations- und Schockbelastungen geeignet. Zudem liefern sie präzise Messwerte auch bei sehr niedrigen oder hohen Temperaturen.

Mit dem e-Load-Sensing (e-LS) präsentiert Bosch Rexroth die nächste Generation von Hydrauliksystemen. Das elektronisch angesteuerte System ermöglicht ein umfassendes Gespannmanagement von Traktor und Anbaugeräten. Es unterstützt zudem neue Funktionen für automatisierte und überwachte Arbeitsabläufe bei vereinfachter Bedienung. Traktorhersteller reduzieren ihren Entwicklungs- und Montageaufwand durch die Verlagerung von vormals hydromechanischen Funktionen in die Software und können durch Serviceleistungen die Verfügbarkeit der Traktoren steigern.

Die skalierbare Systemlösung besteht aus der neuen Ventilfamilie SBx4, Drucksensoren, einem elektronischen RC-Steuergerät sowie einer elektrisch ansteuerbaren Verstellpumpe. Rexroth-e-LS ersetzt die hydraulische Load-Sensing-Meldeleitung durch eine elektronische Regelung. Alle Komponenten melden ihren Bedarf zeitgleich an das Steuergerät. Per Software passt der Traktorhersteller die Systemparameter individuell an und variiert sie je nach Betriebssituation dynamisch. Rexroth-e-LS gleicht bei gekoppelten Anbaugeräten Leitungsverluste im System aus, passt den Maximaldruck im laufenden Betrieb flexibel auf einzelne Anbaugeräte und Funktionen an und leitet die komplett aufgezeichneten Betriebsdaten an definierte Stellen weiter. So lässt sich Verschleiß früher erkennen und der Landwirt kann Traktor und Anbaugeräte besser aufeinander abstimmen.

Erschienen in Ausgabe: 07/2017