Flexibel, modular und schnell

Montagesysteme - In der Montage sinkt der Automatisierungsgrad. Welche weiteren Trends gibt es? Modularisierung ist nur einer davon. Schließlich spart sich jeder Anlagenbauer gerne Kosten. Zumal immer mehr Produktvarianten gefragt sind und keiner die tatsächlichen Losgrößen kennt.

14. Dezember 2005

Der Trend zu hochflexiblen, modularen Produktionsanlagen bleibt ungebrochen. Allerdings zeichnen sich in letzter Zeit Tendenzen hin zur Reduzierung des Automatisierungsgrades ab. Zwei wesentliche Faktoren bestimmen nach wie vor die Nachfrage nach modularen Systemen, die heute unter einem stärkeren Preisdruck stehen. Erstens der Faktor Zeit: Modulare Systeme reduzieren Planungs- und Realisierungszeiten. Zweitens der Faktor Markt: Marktsegmente mit einer großen Produktvarianz und schwer prognostizierbaren Losgrößen benötigen hochflexible, ausbaufähige Anlagensysteme. Der Schlüssel zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis liegt heute im Wissensmanagement des Anlagenbauers, das heißt, in der Möglichkeit, die durch Modularisierung und Standardisierung erreichte Produktsubstanz in unterschiedlichsten Anlagen wiederzuverwenden. Die sich abzeichnende Reduzierung des Automatisierungsgrades hat unterschiedliche Ursachen. Es wird heute vermehrt in Niedriglohnländern investiert, in denen die Verkettung, Belade- oder Handlingseinrichtungen (d.h. alle Module, die nicht der Wertschöpfung dienen, die keine Prozeßinhalte haben) nicht automatisiert werden. Auch am Standort Deutschland wird maximaler Flexibilität, maximaler Verfügbarkeit und geringst möglichem Kapitaleinsatz zunehmend mehr Gewicht gegeben als der Minimierung von Personalkosten. Diese Tendenz wird dadurch begünstigt, daß aktuell Bewegung in das nationale Lohngefüge kommt. Intelligente Mensch-Maschine-Kombinationen, in denen der Werker wieder mehr im Mittelpunkt steht, sind in bestimmten Bereichen technisch anspruchsvoll. So ergibt sich beispielsweise an einem Mensch-Maschine-Arbeitsplatz ein wesentlich größerer Aufwand, um N.I.O.- von I.O.-Teilen prozeßsicher zu trennen, als bei einer verketteten Anlage. Die Produktdifferenzierung wird heute nicht mehr ausschließlich über das Produktdesign sichergestellt, sondern über die Prozeßtechnik, die in der Produktion Anwendung findet. Hier wird die Wirtschaftlichkeit in hohem Maße mit beeinflußt. Aus diesem Grund werden zukünftig Anlagenbauer gefragt sein, die über große Kompetenz in Prozeßtechnik verfügen. Ein Beispiel ist die Lasertechnologie, die als vielseitig einsetzbare Technologie einen immer größeren Stellenwert in der Montage erhält. Aus diesem Grund hat Teamtechnik die Beratungs- und Prozeßkompetenz in der Lasertechnologie systematisch aufgebaut. Gleiches gilt für sämtliche Funktionsprüfprozesse komplexer mechatronischer Bauteile.

Kein radikaler Richtungswechsel

Es zeichnen sich zwar neue Tendenzen im Automatisierungsgrad einer Produktionsanlage ab, für einen radikalen Richtungswechsel gibt es jedoch keine Anhaltspunkte. Flexibilität ist heute nicht nur in der Anlagenausführung gefordert, sondern auch im Management und in der Unternehmensphilosophie eines Anlagenbauers. Teamtechnik hat sich gerüstet, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, um zukünftig schnell und flexibel auf neue Marktanforderungen reagieren zu können.

Stefan Roßkopf, Teamtechnik

Erschienen in Ausgabe: Wer macht was?/2005