Flexibilität im Kompaktformat

Industrieelektronik

I/O-Systeme – Robust und einfach zu handhaben – so kennzeichnet Hersteller Systeme Helmholz sein neues dezentrales I/O-System TB20.

20. September 2011

Zu Anfang – Ende der 80er-Jahre – entwickelte und verkaufte Systeme Helmholz Komponenten, die zu Siemens S7-Steuerungen kompatibel waren. Längst entwickelt das Unternehmen aus Großenseebach eigene Produkte. Zur SPS/IPC/Drives stellt es ihr neues dezentrales I/O-System TB20 vor. Der Bedarf sei da, sagt Karsten Eichmüller, Vertriebsleiter von Systeme Helmholz. »Bei Baugruppen für Ein- und Ausgabe (I/O) beherrschen in der Industrieautomation noch immer zentral mit der Steuerung verbundene Topologien das Bild. Doch bieten dezentral verdrahtete Alternativen hier längst große Vorteile bei Projektierung, Wartung und im laufenden Betrieb.« Effizienz, Funktionalität und optimale Handhabung des TB20 standen bei der Entwicklung laut Eichmüller im Fokus und kommen Anwendern in vielen, auch neuen Applikationen zugute.

Generell bauen dezentrale Baugruppen kleiner und sparen dadurch Bauraum ein, auch der Aufwand für die Verdrahtung verringert sich. Ein einziges I/O-System deckt heutzutage unterschiedliche SPS-Systeme ab, Industrieanlagen, Verkehrsleitsysteme und Gebäude lassen sich so effektiv steuern. »Mit unserem System TB20 können wir solche technisch einheitlichen Lösungen jetzt auch für dezentrale I/O-Systeme anbieten«, erklärt Carsten Bokholt, technischer Leiter bei Helmholz. »Durch den Schritt hin zu einer solchen I/O-Lösung wollen wir unser Produktsortiment konsequent weiterentwickeln« »Außerdem«, ergänzt Karsten Eichmüller, »wollen wir unseren Kundenkreis erweitern. Bisher war das der klassische Maschinen- und Anlagenbau, mit unserem TB20 möchten wir neue Märkte wie Wind, Gebäudeautomation oder Solar erreichen.«

Intensive Kundenbefragung

Vor zwei Jahren ist das Projekt TB20 gestartet. Helmholz hat seine Kunden im Vorfeld intensiv dazu befragt, was sie von einer dezentralen Peripherie erwarten. Aus diesem direktem Kontakt und dem daraus resultierenden Feedback ist eine Reihe von praxisnahen Details entstanden in den Feldern Funktionalität, Mechanik sowie Aufbau. »Bei allen technischen Merkmalen von TB20 waren Effizienz und optimale Handhabung die obersten Entwicklungsziele«, sagt Bokholt. »Konkret stehen eine schnelle und unkomplizierte Installation und Wartung dahinter. So ist das Powermodul bereits in den Buskoppler integriert.«

Pro Buskoppler kann der Anwender bis zu 64 Module anschließen. Die Module sind dreiteilig aufgebaut: Das Basismodul lässt sich auf die Hutschiene aufschnappen, Elektronikmodul und Frontstecker werden per Rastmechanismus aufgesteckt. Das geht durch den praktischen Mechanismus sehr einfach, alle Einzelteile lassen sich zur Wartung leicht abnehmen.«

Viel Wert legt Systeme Helmholz auf eine ergonomische Gestaltung des Gehäuses und damit eine leichtere Handhabung. Auch wenn die Systemkomponenten kompakt gebaut sind, sind sie robust und industrietauglich sowie mechanisch stabil ausgeführt. Die Voraussetzung dafür bildet ein Spezial-Kunststoff, den Helmholz auch bei anderen Produkten einsetzt.

Das TB20-System ist komplett skalierbar. Module stehen für zwei, vier, acht oder sogar 16 Kanäle zur Verfügung. Durch diese Granularität lassen sich ungenutzte Kanäle weitgehend vermeiden. Der Preis pro Kanal sinkt. Zusätzlich ist jedes Modul mit einer Auxiliary-Klemme als frei wählbarem Hilfskontakt ausgestattet. Dieser Hilfskontakt kann flexibel genutzt werden, etwa für zusätzliche Spannung, für Schirm oder Masse. Nicht zuletzt gewährleistet das Design eine eindeutige und klare Beschriftung der Kanäle mit laserdruckerfähigen Beschriftungsstreifen. Diese sind auch im verbauten Zustand gut sichtbar und erlauben, so Bokholt, eine eindeutige Zuordnung der Klemme zur jeweiligen LED des Kanals.

»Der Anwender kann alle TB20-Komponenten einfach konfigurieren«, ergänzt der technische Leiter, »dies gewährleistet eine schnelle Inbetriebnahme. Durch eine separate werkseitige Kodierung der Module sind Fehler durch Verwechslungen ausgeschlossen. Durch die Hot-plug-Fähigkeit im laufenden Betrieb lassen sich einzelne Module vom Gesamtsystem trennen, während das übrige Teilsystem weiterlaufen kann.« Die Elektronikteile lassen sich leicht austauschen und stehen sofort wieder zur Verfügung. Dieses Prinzip der partiellen Abschaltung erleichtert die Ursachensuche bei Störungen und hilft, Anlagen bei veränderten Anforderungen flexibel anzupassen.

Zunächst bietet Helmholz zwei Buskoppler für Profibus und Canopen mit analogen oder digitalen Ein- und Ausgängen an. Mittelfristig sollen weitere Komponenten für Profinet, Ethercat, Modbus TCP, Devicenet oder Ethernet/IP folgen. Das TB20 wird damit auch mit allen gängigen SPS-Systemen laufen. mk z

Auf einen Blick

Das I/O-System TB20

-Dezentrales System für den Schaltschrank.

-Robuste Gestaltung aus Spezial-Kunststoff.

-Skalierbare Module für zwei bis 16 Kanäle.

-Hot-plug-fähig, separate Codierung.

-Mittelfristig für fast alle Feldbusse geeignet.

Erschienen in Ausgabe: 07/2011