Flexible Schutzgeräte

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Personenschutz – Vielseitig einsetzbare Sicherheits-Laserscanner ermöglichen einen effizienten Personenschutz im horizontalen, vertikalen oder mobilen Einsatz.

15. April 2009

Die universellste Lösung für den industriellen Personenschutz bieten Sicherheits-Laserscanner, die sich fast jeder Art der Schutzfunktion sehr leicht anpassen lassen. Entsprechend vielseitig sind die Anwendungen und Einsatzfälle, in denen sich Sicherheits-Laserscanner bewähren.

Sicherheitsaufgaben für den Personenschutz lassen sich mit Sicherheits-Laserscannern prinzipiell durch drei grundlegende Methoden realisieren: Zum einen durch die Gefahrbereichssicherung, die den Flächenbereich vor einer Maschine oder Anlage absichert, sodass Personen der Gefahrstelle nicht zu nahe kommen können. Der Sicherheits-Laserscanner ist hier in Bodennähe angebracht und spannt sein Schutzfeld horizontal und parallel zum Boden auf. Andere Aufgaben lassen sich effektiver lösen, indem der Sicherheits-Laserscanner vertikal montiert wird und somit auch das Schutzfeld vertikal die Gefahrstelle abschirmt. Diese Anordnung wird sowohl bei der Zugangssicherung als auch bei der Gefahrstellensicherung angewandt. Ihre größte Stärke bieten Sicherheits-Laserscannern beim dritten Einsatzfeld, der Gefahrbereichssicherung von mobilen Systemen.

Eine passende Lösung für alle diese Aufgaben bieten die Sicherheits-Laserscanner der Baureihe Rotoscan RS4 des Sicherheitstechnikspezialisten Leuze Electronic aus Fürstenfeldbruck bei München. Die Baureihe bietet wahlweise Schutzfeld-Reichweiten bis 2,15 Meter, 4 Meter oder 6,25 Meter. Damit lässt sich die für den jeweiligen Betriebsfall notwendige Schutzfeldweite individuell wählen. Falls die maximale Schutzfeldweite beim Betrieb geändert werden muss, lassen sich die Scanner flexibel anpassen, nötigenfalls durch einen einfachen Gerätetausch. Der intelligente Gerätestecker ConfigPlug ermöglicht dabei einen sofortigen Einsatz der Austauschgeräte ohne Neuprogrammierung. Die optional integrierten Bustechnologien ASi Safety at Work und Profisafe für die Kommunikation mit anderen Komponenten erleichtern die Integration in komplexe Produktionssysteme.

Maßgeschneiderte Funktionen

Flexible Funktionspakete erlauben eine Anpassung an unterschiedliche Einsatzgebiete. So ist das Funktionspaket »Basis« speziell auf die horizontale Gefahrbereichssicherung angepasst. Dabei sichert der Rotoscan RS4 weitläufige Bereiche wie etwa große, schnell rotierende und schwenkbare Zentrifugen ebenso effektiv gegen Annäherungen und Berührungen ab wie minimale Bereiche vor kleineren Maschinen. Selbst große, stark strukturierte und unregelmäßig geformte Areale lassen sich ohne großen Parametrieraufwand überwachen. Möglich machen diesen flexiblen Einsatz des Scanners seine vier Feldpaare, die beliebigen Schutz- und Warnfeldkonturen, die Feldpaarumschaltung und die Reichweite bis zu 6,25 Meter.

Den zweiten großen Einsatzbereich von Sicherheits-Laserscannern bildet die Zugangssicherung. Die geeigneten Funktionen liefert in diesem Falle das Funktionspaket »Erweitert«. Damit besitzen die Scanner eine erweiterte Auswahl an unterschiedlichen Auflösungen zur Objektdetektion und eignen sich zur Referenzkonturüberwachung. So lassen sich neben der Durchtrittskontrolle auch Gefahrstellen mit Arm- und Handschutz realisieren. Acht Feldpaare und drei variable Reichweiten gewähren einen maximalen Gestaltungsspielraum, von kleinen Fensteranwendungen bis hin zur großflächigen Absicherung von automatischen, schnell verfahrenden Abgleich- und Vermessungsanlagen.

Das Funktionspaket »MotionMonitoring« schließlich bietet maßgeschneiderte Funktionen für den mobilen Betrieb von Verschiebewagen oder Regalbediengeräten und übernimmt dabei gleichzeitig die Aufgaben zur Personensicherheit und zur Positionierung des Fahrzeuges. Damit lassen sich die jeweiligen Anforderungen schneller und einfacher umsetzen. Bei solchen Anwendungen geben Steuerungen den Antrieben die geforderte Fahrtrichtung und Geschwindigkeit vor. Dieselben Vorgaben erhält auch der Sicherheits-Laserscanner in Form einer Schutzfeldauswahl. Fahrtrichtung und Geschwindigkeit des Bewegungsprozesses sind dabei sowohl in der Steuerung als auch im Laserscanner abgelegt.

Während des laufenden Betriebes überwacht der Scanner die Bewegungen des Verschiebewagens, indem er die im Parameterspeicher abgelegten Werte mit der momentanen realen Bewegung, der aktuellen Geschwindigkeit und der Fahrtrichtung vergleicht. Wird die Geschwindigkeit überschritten oder stimmt die Fahrtrichtung nicht mit den Vorgaben überein, stoppt der Sicherheits-Laserscanner den Verschiebewagen und protokolliert den Vorgang. Die aktuelle Geschwindigkeit und Fahrtrichtung bestimmt der Scanner dabei ohne zusätzliche externe Sensorik, indem er seine intern vorhandenen Messdaten nutzt. Befindet sich zum Beispiel ein flächiges Maschinenteil in Fahrtrichtung des Verschiebewagens, dient dieses als Referenzfläche, gegen die der Scanner die Geschwindigkeit und seine Position bestimmen kann.

So kann zum Beispiel eine Person den Fahrweg des Verschiebewagens kreuzen, ohne die gemessene Distanz- und Geschwindigkeitsmessung zu beeinflussen. Die ortsauflösende Auswertung der Messwerte in Kombination mit einer Objekterkennung und Filterverfahren gewährleistet so einen effektiven und zugleich sicheren Betrieb.

Dr. Stefan Mohr, Leuze Electronic/bt

Fakten

- Die Leuze Electronic GmbH + Co. KG mit Stammsitz im baden-württembergischen Owen/Teck ist spezialisiert auf optoelektronische Sensoren und Sicherheitstechnik für die industrielle Automation.

- Am Standort Fürstenfeldbruck entwickelt und produziert das Unternehmen vor allem optoelektronische Schutzeinrichtungen für die Arbeitssicherheit.

Erschienen in Ausgabe: 02/2009