Flexible Verbindung

Industrieelektronik

Steckverbinder – Schwere Steckverbinder können eine Vielzahl von Kabeln in einem gemeinsamen Gehäuse aufnehmen. Neue kostengünstige Kunststoffgehäuse mit variablem Zweifach-Kabeleingang erweitern ihren Einsatzbereich und vereinfachen die Montage.

20. Mai 2015

Eine häufige Aufgabe bei der Elektroinstallation von Maschinen oder Anlagen ist es, mehrere Kabel in ein gemeinsames Steckverbinder-Gehäuse mit kombinierten Kontakteinsätzen einzuführen. Typische Lösungsansätze dafür sind Schutzschläuche, Spezial-Kabelverschraubungen oder auch Spezialgehäuse mit mehreren Kabelverschraubungen. Eine bessere Lösung bieten hier die robusten Kunststoff-Steckverbindergehäuse aus der Produktfamilie Heavycon Evo des Anschlusstechnikspezialisten Phoenix Contact aus Blomberg, die eine steckkompatible und technisch vollwertige Alternative zum Aluminium-Standard darstellen.

Variabler Kabeleingang

Die große Vielfalt der Kabeleingänge, sei es gerade oder schräg, lösen die Ostwestfalen mit dem Kabelverschraubungssystem Bajonett-Evo-Lock, das den gängigen Größen M20, M25, M32 und M40 entspricht. Die Verschraubungen besitzen dazu einen einheitlichen Bajonett-Anschluss im Winkel von 45 Grad, der sich mit dem ebenfalls 45 Grad schrägen Bajonett-Eingang auf den Gehäusen beliebig nach oben oder zur Seite montieren lässt. Mit dieser Technik werden bis zu 70 Prozent Varianten des Steckverbinders eingespart. Metall-Inlays auf der Innenseite der Kunststoff-Gehäuse gewährleisten eine stabile Aufnahme der Kontakteinsätze. Damit wird auch der voreilende Schutzleiter-Kontakt berücksichtigt, den die Normen vorschreiben.

Besonders flexibel einsetzbar sind die neuen Gehäuse vom Typ Heavycon Evo Twin in den Größen B10, B16 und B24 mit zwei getrennten Kabeleingängen. Die Twin-Gehäuse sind dazu mit jeweils zwei Bajonett-Kabeleingängen ausgestattetet, die sich wahlweise parallel, im 90-Grad-Winkel oder gegenüberliegend anordnen lassen. Da für jede Kabelverschraubung vier Größen existieren, ermöglicht jede der drei Gehäusegrößen 48 verschiedene Steckverbinder-Varianten.

Zusätzlich wurde das Evo-Programm um zahlreiche Adapter und Spezialverschraubungen erweitert. Darunter sind Adapter-Varianten für Wellrohr-Systeme oder Mehrloch-Verschraubungen speziell für Einsatzfälle, bei denen mehrere dünne Leitungen oder auch Pneumatik-Schläuche in die Gehäuse geführt werden sollen. Dazu kommen Knickschutz- und Klemmbacken-Verschraubungen.

Schnelle Montage

Vorteile bietet die große Gehäuseöffnung mit dem Bajonett-Verschluss auch bei der Einführung und Konfektionierung von dicken und starren Kabeln, weil dabei nicht mehr das ganze Kabel gebogen werden muss, sondern nur die Adern innerhalb des Steckverbinder-Gehäuses. Die Kabelverschraubung selbst wird dann erst nach der Konfektionierung bequem seitlich oder aufrecht montiert.

Komplett kompatibel

Die Kunststoffgehäuse bieten Schutz gegen das Eindringen von Staub und Flüssigkeiten gemäß den Anforderungen für die Schutzart IP65/66 und lassen sich beliebig mit ihren Gegenstücken aus Aluminium-Druckguss kombinieren. Die einheitlichen Montagemaße gewährleisten dabei Kompatibilität zu marktüblichen Wandausschnitten für Anbau- und Sockelgehäuse.

Umfangreiche Tests bestätigen die hohe Robustheit der Kunststoffgehäuse. Dazu simulierten die Ostwestfalen im Labor verschiedene Umwelteinflüsse und setzten die Gehäuse unter anderem starken Temperaturschwankungen, aggressiven Substanzen, Staub und Wasser, Vibrationen und UV-Strahlung aus. Zudem haben die Evo-Gehäuse den Schlagtest IK09 bestanden und übertreffen damit die Mindestanforderung an Industriesteckverbinder.

Im direkten Vergleich mit entsprechenden Metallgehäusen haben die Kunststoffgehäuse zum Teil sogar besser abgeschlossen: Deren Schwachpunkt sind nämlich nicht die dicken Metallwände, in die die Gewinde geschnitten werden, sondern die nur fünf Millimeter starken Verriegelungsnocken, die oft nur angenietet sind, und die die Verriegelungsbügel aus Metall bei Überlastung schnell dauerhaft verformen. Bei den Kunststoffgehäusen verhindert dies eine entsprechende Dimensionierung der Bauteile. An ihre Grenzen stoßen die Kunststoffgehäuse lediglich, wenn eine elektromagnetische Abschirmung gefordert wird. Für diese Fälle bietet Phoenix Contact die Evo-Gehäuse deshalb nach wie vor auch in Versionen aus Aluminium-Druckguss.

Erschienen in Ausgabe: 04/2015