Flexibler überwachen

Sicherheitstechnik

Schutztürsystem – Trennende Schutzeinrichtungen wie die von Pilz sind modular und intelligent und umfassen zudem alle notwendigen Komponenten. Eine wirtschaftliche Diagnose für Schutztürsensoren erhöht die Produktivität.

21. August 2018

Um die funktionale Sicherheit zu gewährleisten, müssen Anlagen sofort stoppen, wenn eine Schutztür zu einem gefährlichen Bereich geöffnet wird. Mit der zunehmenden Komplexität und Modularisierung von Anlagen sind dabei je nach Applikation individuelle Lösungen aus einer Kombination von Sensoren, Fluchtentriegelung sowie einer Bedien- und Taster-Unit gefragt. Modulare Schutztürsysteme gehören zur Fabrik der Zukunft und ermöglichen solch eine abgestimmte Kombination. Sie verfügen über eine dezentrale Intelligenz und sind von Stand-alone-Maschinen bis zur weitläufigen, verketteten Anlage überall einzusetzen.

Pilz als einer der bekanntesten Anbieter setzt bei seinen Schutztürsystemen schon lange auf Modularität. Den Kern bilden dabei die Schutztürsensoren PSENslock und PSENmlock. Ersterer bietet sichere Stellungsüberwachung und Prozesszuhaltung in einem Gerät, PSENmlock dagegen ist dank sicherer Verriegelung und Zuhaltung für den Personen- und Prozessschutz bis zur höchsten Sicherheitskategorie PL e einsetzbar. Für PSENmlock steht darüber hinaus eine Variante mit Reihenschaltung zur Verfügung. Je nach Applikation wählen Anwender den passenden Schutztürsensor und kombinieren diesen mit den für ihre Anwendung erforderlichen Komponenten zur individuellen Lösung.

Trotz Modularität soll das Bedienen eines Schutztürsystems einfach sein. Über eine passende Taster-Unit an der Schutztür lassen sich Befehle wie Aktivieren, Stopp oder das Quittieren der Maschine oder Anlage steuern. Bedienen und Steuern der beiden Schutztürsensoren ermöglicht beispielsweise die Taster-Unit PITgatebox. Individuelle Anwendungen lassen sich aus den vorkonfigurierten Varianten mit verschiedenen Kombinationen aus Drucktastern, Schlüsselschaltern und Not-Halt-Tastern umsetzen. Selbst in rauen Industrieumgebungen gewährleistet die PITgatebox mit ihrem robusten Gehäuse aus Zinkdruckguss einen zuverlässigen Einsatz, da sie resistent gegen Schock, Vibration und Kollision ist. Dank des schmalen Gehäuses ist eine platzsparende Installation an handelsüblichen Profilsystemen möglich.

Leichte Flucht gewährleisten

In einer schwierigen Situation muss der Werker den abgetrennten Gefahrenbereich schnell verlassen können. Das übernimmt im Schutztürsystem die Fluchtentriegelung. Als optionales Zubehör für den Schutztürsensor PSENmlock stehen deshalb bei Pilz zwei Ausführungen der Fluchtentriegelung zur Verfügung: PSENml escape release ist über eine Stange direkt mit dem Basisgerät verbunden, während PSENml escape release cordset über ein Zug-Druck-Seil am Sensor montiert wird.

Die abgesetzte Variante mit Zug-Druck-Seil ermöglicht eine räumlich getrennte Montage des Schutztürsystems und der Fluchtentriegelung. Die Fluchtentriegelung gibt damit nicht vor, wo der Sensor installiert werden muss, Anwender bleiben mit Blick auf den Einbau flexibel. Abschließend lässt sich die individuelle Schutztürlösung mit passenden Türgriffen für Schwenk- und Schiebetüren vervollständigen.

Status präzise erfassen

Ein modulares System erfordert zudem eine intelligente Diagnoselösung, die Statusinformationen von Sicherheitsgeräten abfragt, deren Konfigurationsparameter ausliest und Aktionen visualisiert. Das bietet etwa die Safety Device Diagnostics (SDD) von Pilz. Der Status der Schutztüren wird über Sicherheitssensoren erfasst, die nach einem standardisierten Verfahren in Reihe geschaltet sind: OSSD-Ausgänge des einen Sensors werden mit Eingängen des folgenden Sensors verbunden. Bisher mussten alle Sensoren in einer aufwendigen, teuren Sternverkabelung einzeln verdrahtet werden, um herauszufinden, welcher Sensor ausgelöst hat.

Zusammen mit dem sicheren Schutztürsystem PSENmlock können mit dieser Diagnoselösung trotz ausgedehnter Einkabellösung Schutztüren auch einzeln angesteuert werden. Wenn in einer Anlage etwa Wartungsarbeiten oder ein Werkzeugwechsel anstehen, können Anwender definieren, welche Türen nach Abschalten geöffnet werden dürfen – ohne Verwendung von SDD würden bei Anforderung der Entriegelungsfunktion alle in Reihe geschalteten Schutztüren auf einmal aufgehen! Das stellt sicher, dass nur entsprechend geschultes und autorisiertes Personal an die Anlage gelangt und verhindert Manipulationsversuche vor Ort. Die Einkabellösung erweitert außerdem die Grenzen der Reihenschaltung: Sie macht es für den Maschinenbauer einfach, ein weiteres Modul hinzuzufügen.

Daten zentral verwalten

An Diagnoseinformationen kann der Anwender den Status der Sicherheitssensoren und weitere Gerätedaten erfassen – und zudem auch die letzten Statusänderungen sowie Fehlerzustände aus der Vergangenheit. Alle Sensoren lassen sich über ein Mastergate des Diagnosesystems zentral verwalten, was die Überwachung mehrerer Sicherheitsgeräte deutlich erleichtert.

Dass auch Geräteeigenschaften wie die Artikel- und Seriennummern, die Produktversionsnummer oder Betriebsmittelkennzeichnungen hinterlegt werden können, erleichtert die Verortung eines Sensors und im Fall eines Fehlers den Austausch. Da sich mit der Diagnoselösung vielfältige Diagnosedaten vor Ort oder aus der Ferne erfassen lassen, eignet sie sich auch für die vorausschauende Wartung. mk z

Auf einen Blick: Schutztürsysteme

- Anwendungen mit Anforderungen im Sinne von Industrie 4.0 lassen sich mit modularen Lösungen wie dem modularen Schutztürsystem von Pilz unkompliziert und sicher umsetzen.

- Per Baukastenprinzip wird für den jeweiligen Kunden eine individuelle Lösung erstellt, die mit dem passenden Diagnose-Tool effizient eingesetzt werden kann.

www.pilz.de

Erschienen in Ausgabe: 06/2018

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