Flüssige Versorgungseinheit

Medienversorgung – Drehdurchführungen versorgen drehende Teile mit Fluiden. Ihre sichere Funktion erfordert präzise Fertigung und überlegte Montage.

12. November 2008

Ein entscheidendes Element moderner Druckmaschinen sind Drehdurchführungen. Sie dienen als Bindeglied zwischen den rotierenden Walzen und der Zuleitung des Heiz- bzw. Kühlkreises für die Temperierung der Farbreiberwalzen, der Druckfarbeneinheit oder des Feuchtwerks, die maßgeblich ist für eine gleichmäßige Qualität bei höchsten Maschinengeschwindigkeiten sowie für die Reduktion von Anfahr- und Produktionsmakulatur bei Bogenoffset-, Rollenoffset- oder Tiefdruckmaschinen. Typischerweise befinden sich die Bauteile in einem Messinggehäuse hinter dem Elektronikteil an der Seitenwand der Maschine.

Großen Einfluss auf die Gesamteffizienz der Druckmaschine haben vor allem die optimierten Strömungskanäle der Drehdurchführungen, die eine gleich- mäßige Temperaturverteilung gewährleisten. Aufgrund der geringen Turbulenzen und niedrigen Reibwerte reduzieren die optimierten Strömungskanäle zudem den notwendigen Energieeinsatz für den Betrieb von Pumpen und Motoren.

Maßgeblich für einen effizienten Einsatz von Druckmaschinen ist außerdem die Standzeit der Drehdurchführungen, die nach dem Prinzip der entlasteten Gleitringdichtung mit geschlossenen Dichtflächen arbeiten. Zwar werden die Gleitringe dabei vom Durchflussmedium geschmiert, doch ist der Betrieb nie völlig verschleißfrei möglich.

Hersteller von Qualitäts-Drehdurchführungen, zum Beispiel die US-amerikanische Deublin Gruppe, betreiben deshalb eine intensive Materialforschung, um hochverschleißfeste Materialpaarungen für die Gleitringe zu finden. Optimierte Fertigungsprozesse verbessern zudem die Oberflächengüte und den Planlauf der Gleitringe, die ebenfalls unmittelbaren Einfluss auf die Standzeit nehmen. Die maximale Lebensdauer erreichen diese Verschleißteile aber auch bei hochpräziser Fertigung aus ausgewählten Werkstoffen nur, wenn sie verspannungsfrei laufen können. So verursachen Lageabweichungen und seitliche Belastungen des Gehäuses Spannungen, die zum einen die Lager ungleichmäßig belasten und zum anderen die Gleitringe verstärkt abnutzen. Entscheidend für die Funktion der Drehdurchführung ist deshalb auch eine überlegte Montage und ein ordnungsgemäßes, verwindungsfreies Verlegen der Schlauchzuführungen. Darüber hinaus sollten die Schläuche sich auch im täglichen Betrieb leicht bewegen können. Bei der Konstruktion der Maschinen muss deshalb genügend Einbauraum vorgesehen werden.

Jörn Jacobs/bt

Erschienen in Ausgabe: 08/2008