Fördern,verpacken, verzehren

Getriebemotoren - Wer Gebäck herstellt, muß nicht nur backen. Förderstraßen und Verpackungslinien für Berliner, Donuts & Co sind gefragt. Das funktioniert nur mit durchdachtem Antriebskonzept so richtig. Das heißt: zuverlässig bei niedrigen Kosten und kurzer Montage.

05. Juli 2005

Die industrielle Herstellung von Berlinern und Donuts bei Berlidon in Laudun in der Nähe von Orange in Südfrankreich ist in wenigen Sätzen beschrieben: Am Anfang steht das Rezept für den Teig. Nachdem der Berlinerteig zu Kugeln geformt wurde, läßt man ihn bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit gehen. Die Teigkugeln werden in einen Ofen transportiert. Hier wird zunächst eine Hälfte der Kugel, nach halber Wegstrecke die andere Seite in Fett gebacken. In die abgekühlten Berliner wird die Füllung eingespritzt. Die Donuts werden ähnlich behandelt, am Ende aber mit Zucker oder Schokolade übergossen. Danach werden Berliner und Donuts zur Gefrieranlage befördert, wo sie bei 33 °C tiefgefroren werden. In der Verpackungsabteilung wandern sie, nachdem sie vorher mit Puderzucker bestäubt wurden, in loser Schüttung in Kartons, in Blister- oder in Folienverpackung.

Förder- und VerpackungsanlageZwei Fertigungsstraßen je eine für Berliner und Donuts bedürfen umfangreicher Einrichtungen fürs Fördern und Verpacken. Léon Torfs BVBA aus Onze-Lieve-Vrouw-Waver in Belgien, ein Spezialist im Maschinen- und Anlagenbau für den Lebensmittelsektor, hat die Gesamtanlage konzipiert, ausgerüstet und in Betrieb genommen. Die Förderbänder laufen in mehreren Ebenen übereinander, um verschiedene Verpackungsarten realisieren zu können. Besonders anspruchsvolle Antriebstechnik zeichnet das komplexe Förderbandsystem aus.

Wegen der großen räumlichen Entfernung der einzelnen Antriebsstellen voneinander und des hohen Anspruchs an die präzise Regelung der Bandgeschwindigkeiten kam nur eine dezentrale drehzahlgeregelte Lösung in Betracht. Über 50 Movimot-Getriebemotoren der Typen SA37, SA47 mit Leistungen von 0,37 bis 0,75 kW stehen für individuelle Antriebsregelung ohne zusätzlichen Schaltschrank zur Verfügung. Mit Hilfe von Feldbusschnittstellen und Feldverteilern des dezentralen Antriebssystems von SEW-Eurodrive werden sowohl die Energieversorgung als auch die Kommunikation mit der übergeordneten Steuerung über den Feldbus DeviceNet auf wirtschaftliche Weise realisiert.

Diese Lösung ist preiswerter als eine mit konventionellen Frequenzumrichtern im zentralen Schaltschrank. Auch Betrieb und Service sind erleichtert: Während der Inbetriebnahme wurde der Movomot-Getriebemotor der Bestäubungsanlage ersetzt. Ohne den früher üblichen Ortswechsel vom Antrieb zur zentralen Schaltanlage, um dort Einstellungen vorzunehmen, war der Austausch von der mechanischen Montagezeit bestimmt. Die Lösung verspricht bei zukünftigen Änderungen der Verpackungstechnik, Aufnahme neuer und zusätzlicher Gebäcksorten und Ablaufänderungen aller Art die einfache Antriebs-Integration neuer Anlagenteile ohne Beanspruchung eines zentralen Schaltschrankes und damit niedrige Kosten und kurze Montagezeiten.

Stefan Brill, SEW EURODRIVE

Erschienen in Ausgabe: 06/2004