Forschung für AM

Ein Forschungsverband mit einem Fraunhofer-Institut an der Spitze will die additive Produktion mit Metallen voranbringen. Alles soll schneller, größer und billiger werden.

11. Dezember 2017

Im November startete in Aachen das Projekt FutureAM. Sechs Projektpartner unter der Führung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT wollen in den kommenden drei Jahren wesentliche Fortschritte im Bereich der additiven Fertigung (AM) mit Metallen erreichen. Entwicklungspartner des ILT sind die Fraunhofer-Institute IWS (Werkstoffe), IWU (Produktion), IGD (IT) und IFAM sowie das LZN Laser Zentrum Nord.

Ein Ziel des Projektes ist die Beschleunigung der additiven Fertigung von Metallbauteilen bei gleichzeitiger Reduzierung der Herstellungskosten. Als drittes Ziel wollen die Forscher mit neuen Maschinenkonzepten die derzeitigen Restriktionen bei der Anlagengröße aufheben. "Die Forschungsplattform soll neue digitale Prozessketten, skalierbare und robuste AM-Prozesse, Systemtechnik und Automatisierung entwickeln und außerdem die Palette an verarbeitet - und bezahlbaren Werkstoffen erweitern", erklärt Prof. Johannes Henrich Schleifenbaum, Koordinator von FutureAM und Director Additive Manufacturing and Functional Layers am Fraunhofer ILT in Aachen.

Bei den Fraunhofer-Instituten sieht man die deutsche Industrie in einer führenden Position bei Metall-AM und in der Lage, die additive Fertigung mit metallen von der Nischenanwendung in die Serienproduktion zu überführen. Beim Erreichen dieses Ziels wollen die Forschungspartner zusammenarbeiten. Dafür haben sie vier Handlungsfelder definiert:

1. Industrie 4.0 und digitale Prozessketten

2. skalierbare und robuste AM-Prozesse

3. Werkstoffe

4. Systemtechnik und Automatisierung

Die Projektpartner sehen sich durch ihre Praxisnähe und mehrjährige Erfahrung in der Lage, Fortschritte auf diesen gebieten zu erzielen. "Es ist vielen nicht bekannt, dass bereits einige Firmen Additive Manufacturing für die Serienfertigung nutzen - etwa zur Produktion von Zahnersatz, Implantaten oder Turbinenkomponenten", sagt Prof. Schleifenbaum. "Aufbauend auf diesen ersten Pionierleistungen geht es uns jetzt um die ganzheitliche Realisierung einer neuen Generation von Metall-AM entlang der gesamten Prozesskette. Die vollständige Digitalisierung der Prozesskette, neue Werkstoffe, innovative Designmöglichkeiten und einen um den Faktor 10 beschleunigten Herstellungsprozess sind die Zielvorgaben."