Fortschritt für den Mittelstand

An der Universität Hannover entsteht das erste von bundesweit fünf geplanten "Kompetenzzentren Mittelstand 4.0“. Diese neuen Zentren sollen Mittelstand und Handwerk zukünftig bei der Digitalisierung unterstützen.

23. Oktober 2015

Unter Führung des Produktionstechnischen Zentrums der Fakultät für Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover eröffnet demnächst das erste von bundesweit fünf geplanten "Kompetenzzentren Mittelstand 4.0“. Diese neuen Zentren sollen Mittelstand und Handwerk zukünftig bei der Digitalisierung unterstützen. Gefördert werden diese Einrichtungen vom Bundeswirtschaftsministerium, wobei das Kompetenzzentrum in Hannover zunächst 53 Mio. Euro auf drei Jahre erhält. Die Kompetenzzentren werden eingerichtet im Rahmen der Initiative Mittelstand digital..

Die geplanten Zentren sind:

Berlin/Brandenburg unter der Leitung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland e.V.

Hessen (Darmstadt) unter der Leitung der TU Darmstadt, Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen.

Niedersachsen (Hannover) unter der Leitung der Leibniz Universität, Produktionstechnisches Zentrum.

Nordrhein-Westfalen (Dortmund) unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik.

Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern) unter der Leitung des Technologie-Initiative SmartFactoryKL e.V.

Darüber hinaus sind vier Mittelstandsagenturen geplant, die zu den Themen Cloud, Prozesse, Kommunikation und Handel beraten und unterstützen. Das Handwerk erhält ein eigenes Kompetenzzentrum für Digitalisierung.

An der Leibniz-Universität sollen die sieben am Produktionstechnischen Zentrum (PZH) ansässigen Institute und das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) an dem Projekt mitwirken. Für weitere Aspekte wie IT-Sicherheit und Recht will man externe Partner einbinden. Mit einer Lernfabrik, unterschiedlichen Expertenfabriken und einer mobilen Fabrik wird das Kompetenzzentrum flächendeckend das gesamte Einzugsgebiet erreichen. Dazu soll das auf dem Gelände der Deutschen Messe AG bereits bestehende Vorführzentrum für Robotik und Automatisierung zur Lernfabrik ausgebaut werden. Der Standort bietet zudem eine hervorragende Anbindung an die Hannover Messe, die als Leitmesse Industrie 4.0 fungiert.

„Der Aufbau des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 ist eine große Auszeichnung und Chance für uns“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Berend Denkena, Sprecher der Antragsinitiative und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen. „Gleichzeitig ist dies eine enorme Herausforderung“, so Denkena weiter. „Wir starten bereits im Januar kommenden Jahres als erstes der fünf bundesweit geplanten Zentren. Und wir tun alles dafür, dieser Vorreiterrolle gerecht zu werden.“ Bereits im Januar 2016 will das Zentrum für Niedersachsen und Bremen erste Firmen besuchen und Infoveranstaltungen zu Möglichkeiten der Digitalisierung durchführen.