Forum Mechatronik in Herborn

5. FORUM MECHATRONIK - Wer das Rad neu erfindet, vergeudet Ressourcen. Mechatronik ist nicht neu, allerdings ist sie noch nicht so weitverbreitet, wie sie eigentlich sein sollte - und sie stachelt zu lebhaften Diskussionen an. Das zeigte das 5. Mechatronikforum.

16. Oktober 2007

5. Forum Mechatronik - Mechatronik hautnah und mit vielen praktischen Beispielen aus dem Maschinenbau - das war das Markenzeichen dieses Forums, zu dem der Mechatronische Arbeitskreis der :K zum »Gastgeber« Rittal am 16. Oktober 2007 nach Herborn eingeladen hatte.

»Mechatronik ändert die Rolle der Zulieferer. Hier geht der Trend hin zur Lieferung mechatronischer Teilfunktionen und zur optimalen Integration der Zuliefersysteme in die mechatronische Gesamtfunktion«, betonte Dr. Martin Lang von Rittal. Zusammen mit Dr. Carsten Fräger von Lenze und Andreas Schuster von Schunk referierte er darüber, was Zulieferer künftig für Anlagen- und Maschinenbauer leisten können.

Ein richtungsweisendes Konzept stecke auch hinter der Kooperation zwischen führenden Systemlieferanten. Für mechatronische Lösungen wie die Bedienstation für standardisierte Anlagenbedienung bei DaimlerChrysler habe Rittal zum Beispiel mit Siemens A& zusammengearbeitet, sagte Martin Lang. Wie Carsten Fräger und Andreas Schuster gehört er dem Mechatronischen Arbeitskreis der :K an.

Kooperation war ein zentrales Thema in Herborn. »Es soll auch nicht aneinander vorbei entwickelt werden, das kostet zu viel Zeit, und die haben wir nicht«, sagte Andreas Schuster, Entwicklungsleiter von Schunk in Lauffen. Das Spektrum reiche von der Leistungssteigerung in der Komponente und damit im Gesamtsystem über schnelle Inbetriebnahme und Umrüstung durch dezentrale Intelligenz, die Plug-and-Play-Fähigkeit, Condition Monitoring bis hin zur Unterstützung in der Projektierungsphase durch Berechnung und Simulation, so Schuster.

Konzentration auf Tiefe

Waren die vier vorigen Foren noch relativ »themenoffen«, ging es diesmal sehr konzentriert um die Vertiefung einzelner immer wieder auftauchender Mechatronikthemen. »Wir konzentrieren uns auf diesem Forum auf die Modularisierung und die Tools, die zur mechatronischen Modularisierung beitragen«, leitete Dr. Rainer Stetter die Diskussionen der Vormittagsrunde in Herborn ein. In der zweiten Runde, am Nachmittag, gaben Impulsreferate den Anstoß zum tiefen Einstieg in vier Themen. Moderiert wurden sie von einem erfahrenen Moderator.

Jörg Jaschke von Siempelkamp sprach über die Modularisierung von Anlagen. Am Beispiel einer Faserstreumaschine zeigte er, wie modularisierte Soft- und Hardware mechatronisch eingesetzt werden.

Über Vorteile durch Simulation wurde in der zweiten Arbeitsgruppe diskutiert, zu der Jörn Linke von Voith Paper das Kurzreferat hielt. Weitere Themen waren Test und QS von mechatronischen Systemen sowie Erfahrungen mit mechatronischer Konstruktion, Was Wilhelm Grabbe von Phoenix Contact in seinem Impulsreferat als eines der wichtigsten Meilensteine zur Mechatronik herausstellte, könnte auch das Motto weiterer Foren sein: »Mechatronische Entwicklung fordert viel Kommunikation und den Mut, sich Erfahrungen anderer Fachbereiche zu eigen zu machen.«

Peter Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 07/2007