Französisches aus Dresden

Die ESI ITI GmbH erweitert ihre Software für multiphysikalische Systemsimulation. Die funktionellen Erweiterungen in Bereichen wie Antriebe, Elektromechanik, Hydraulik und Pneumatik sollen für viele Branchen von Nutzen sein.

05. Dezember 2016

Anfang 2016 hatte die französische ESI Group die ITI GmbH übernommen. Als ESI ITI GmbH stellen die Dresdener Simulationsspezialisten ihr erstes Release unter dem neuen Unternehmensdach vor. Die stark modularisierte Software wird nach Unternehmensangaben von über 700 Kunden in Branchen wie Fahrzeugbau, Energietechnik, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Schiffbau und Bergbau verwendet. Mit neuen Funktionen will ESI ITI auch den Bereich Biomedizin erschließen.

Zu den neuen Funktionen zählt die Simulation komplexer Riemen- und Seilantriebe. SimulationX stellt hierfür eine Bibliothek aus Rollen, Trommeln, Riemen und Seilen bereit. Aus denen können die Anwender ihre eigene Konstruktion zusammenstellen, Kräfte und Drehmomente analysieren und das Zusammenspiel mit Steuerungen und anderen Komponenten prüfen. Diese Möglichkeiten sollen insbesondere bei mobilen Arbeitsmaschinen, dem allgemeinen Maschinenbau sowie der Öl- und Gasförderung nützlich sein. Funktionserweiterungen gibt es unter anderem bei Modellierung und Simulation von Absperrvorrichtungen, Steuerscheiben, Schaltgetrieben und Klauenkupplungen. Ganz neu ist eine Bibliothek für hydraulische Bremsen. Damit sollen Entwickler das Verhalten solcher Bremsen in Hinsicht auf Sicherheit und Fahrkomfort bei Autos und Motorrädern prüfen können, und das auch unter Einfluss von ABS und ESP. Das soll die Entwicklungszeit solcher Bremsen reduzieren.

Für die Biomedizin ist die neue Bibliothek "Mikrofluidics" vorgesehen, die den Durchfluss durch künstliche Mikrostrukturen simuliert. Forscher und Ingenieure können dies nutzen bei der Entwicklung von Diagnosesystemen wie mikrofluidischen Zellkulturen und "Lab-on-a-chip"-Systemen. Auch bei der Stadtplanung kann SimulationX 3.8 weiterhelfen. Die Modellbibliothek "Green City" enthält einen Baukasten für Modellierung und Simulation komplexer Energiesysteme einschließlich volatilen erneuerbaren Energiequellen, Energiespeichern und Verbrauchern sowie Ladeinfrastruktur für elektrisch angetriebene Autos.