Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Aus dem FGAN-Institut für Optronik und Mustererkennung FOM in Ettlingen und dem Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe entsteht durch Fusion zum 1.1.2010 das neue Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB.

18. Dezember 2009

Im Zuge der Neustrukturierung der Verteidigungsforschung in Deutschland beauftragte die Bundesregierung den Wissenschaftsrat mit der Evaluierung der Forschungsgesellschaft für angewandte Naturwissenschaften FGAN sowie thematisch benachbarter Institute der Fraunhofer-Gesellschaft und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR. Dazu gehörte auch das FGAN-FOM in Ettlingen und das Fraunhofer IITB in Karlsruhe.

Beiden Instituten bescheinigte der Wissenschaftsrat nach der Begehung im Jahr 2007 sehr gute bis exzellente wissenschaftliche Leistungen und empfahl neben der Integration der FGAN in die Fraunhofer-Gesellschaft die naheliegende Fusion von FOM und IITB. Beide Institute forschen an verwandten Themen auf den Gebieten der Bildauswertung und Sensorik. Die Kompetenzen von IITB und FOM ergänzen sich daher ideal. Ihre räumliche Nähe in der dynamischen Forschungsregion Karlsruhe begünstigt zusätzlich die enge Kooperation beider Institute. FOM und IITB zusammen verfügen über ein einzigartiges, durchgängiges Spektrum, das von der Objekt- und Atmosphärenphysik über die Optik, die Sensorphysik, die Bild- und Signalauswertung bis hin zur Informations- und Wissensverarbeitung, zur Systemtechnik und zur Anthropomatik reicht. Mit ihrem Synergiepotential werden beide gemeinsam zu Europas erster Adresse für die Bilderfassung und -auswertung.

Die Namensbestandteile Optronik und Bildauswertung erklären sich weitgehend selbst. Zur Optronik gehören Verfahren, die die Vorteile der elektronischen Datenaufbereitung und Verarbeitung mit den Vorteilen der schnellen und breitbandigen Übertragungseigenschaft des Lichtes kombinieren. Die Bildauswertung befasst sich mit der automatisierten Auswertung bildgebender Sensordaten wie man sie von Zeilen-, optischen, Radar- oder Infrarotsensorbildern erhält. Zur Systemtechnik gehören alle Disziplinen, die aus heterogenen Komponenten und Teilsystemen leistungsfähige Gesamtsysteme formen. Hierzu gehören Informations- und Wissensmanagement, Ressourcenmanagement, Netzwerktechnik, IT-Sicherheit, Interoperabilität sowie Automatisierungs- und Leittechnik. Damit bietet das IOSB für die gesamte Kette von der Signalentstehung bis zur Nutzung in automatischen oder in Mensch-Maschine-Systemen Spitzenforschung und umfassende Lösungen.

Die Anwendungsgebiete reichen von der Automobilfertigung über die Prozess- und Glasindustrie bis hin zu komplexen Sicherheitssystemen für Flug- und Seehäfen, zu Wasser-Management für Megacities wie Peking sowie zur Satellitenbildauswertung für die Nachrichtengewinnung.

Die zivile und militärische Sicherheitsforschung zur Bewältigung von Naturkatastrophen sowie zur Abwehr von terroristischen Bedrohungen, hat für beide Institute zentrale Bedeutung und profitiert durch die Fusion besonders stark. In diesem Bereich ermöglicht es eine Anschubfinanzierung des Verteidigungsministeriums (BMVg), nach der Fusion weitere, zivil ausgerichtete Aufgaben zu erschließen. Neben den bestehenden Geschäftsfeldern sind neue Themenschwerpunkte, wie der Schutz kritischer Infrastrukturen durch Warnsensorik oder Bauwerkserfassung mittels bildgebender Laser-Radare, geplant.

Aber nicht nur untereinander, sondern auch in der Technologie Regionsoll die Vernetzung ausgebaut werden. Bisher ist das IITB in Karlsruhe über den Lehrstuhl Interaktive Echtzeitsysteme an die Fakultät für Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie KIT angebunden. Eine Einbindung des IOSB in eine weitere Fakultät wird angestrebt.