Frei nach Schema R+K

Porträt

RK Rose+Krieger – Dass der Kunde die optimale Lösung bekommt, ist oberstes Gebot bei RK Rose + Krieger. Darum hat das Unternehmen sein Portfolio anschaulich gegliedert.

18. April 2011

Es beginnt 1972 ganz klassisch in einer Garage in Minden: RK Rose + Krieger (R+K) entwickeln, produzieren und vertreiben Verbindungselemente für Rohre. Bald ergänzen Klemmelemente sowie lineare Verstelleinheiten das Programm und 1983 folgt ein Meilenstein mit der Entwicklung des patentierten Profil-Montagesystems Blocan. Vier Jahre später geht R+K in die Phoenix Mecano Gruppe über.

Unternehmen und Gruppe haben sich seitdem prächtig entwickelt: Am Hauptsitz Minden arbeiten derzeit etwa 200 Mitarbeiter, weltweit sind es rund doppelt so viele. Die Mutter Phoenix Mecano beschäftigt weltweit 5.000 Mitarbeiter.

Seit drei Jahren leitet Hartmut Hoffmann die Geschicke von R+K: »Ich habe hier eine spannende Verantwortung übernommen. Die gute Basistechnologie, langjährige Erfahrung und die neue Produkteinteilung lassen mich optimistisch in die Zukunft schauen.«

Diese Einteilung ist das zentrale Stichwort bei R+K, sie klassifiziert die Produkte und bildet quasi das Rückgrat des Unternehmens. Dank des daraus entstandenen Schemas soll der Kunde sehr schnell das richtige Produkt finden. »Wir haben uns entschieden, immer die Anwendung in den Mittelpunkt zu stellen«, erklärt Hartmut Hoffmann. »Welche Fragen stellt man dem potenziellen Kunden oder Interessenten?«

Der Geschäftsführer vergleicht das gerne mit dem Kauf eines Autos: »Nicht zielführend wäre es zu fragen, ob der Kunde einen Vier- oder Sechszylinder möchte, einen Diesel oder Benziner, einen Schaltwagen oder Automatik. Diese technischen Detailfragen kommen erst viel später.« Viel interessanter sei die Nutzung des Autos: »Sucht jemand ein Geschäftsfahrzeug, ein Zweitfahrzeug für seine Frau oder ein Fahrzeug mit Platz für Familie und Hund?«

Diesen praxisnahen Ansatz transferiert R+K auf die Industrietechnik. Als Ergebnis stehen drei Diagramme – den Linearkreis und den Verbindungskreis gibt es schon, bald gesellt sich noch der Profilkreis dazu.

Jeder Kreis besteht aus plakativen Bereichen. Für die Lineartechnik heißen sie Move-Tec, Place-Tec und Control-Tec, je nachdem, was der Kunde tun möchte. Hartmut Hoffmann: »Die klassische Formatverstellung heißt bei uns Move-Tec, hier ändert der Anwender meist nur einmal am Tag eine Höhe oder Breite. Die zweite Kategorie Place-Tec umfasst Handhabungsaufgaben wie Palettieren oder Pick-and-Place. Hier geht es um dynamische Bewegungen und hohe Wiederholgenauigkeit. Bei Control-Tec fahren wir CNC-gesteuerte Bahnkurven, es kommt zusätzlich auf Platziergenauigkeit und Antriebssteifigkeit an.«

Hoffmann möchte seine Kunden genau bei ihrer Anwendung abholen: »Es geht darum, den optimalen Angebotsbereich zu finden und sich dann die verschiedenen Produkte anzuschauen.« Erst ganz zum Schluss geht es um die wirkliche Auslegung und um Aspekte wie die Lebensdauer.

Für die Verbindungstechnik hat RK Rose + Krieger die Begriffe Light Clamps, Solid Clamps und Robust Clamps geprägt. Im ganz einfachen Bereich der Light Clamps geht es überwiegend um Kunststoffelemente, bei den Solid Clamps sind die Komponenten aus Aluminiumguss. Für Hartmut Hoffmann bilden diese beiden Bereiche zusammen das klassische Brot-und-Butter-Geschäft, das 80 bis 90 Prozent des Marktes abdeckt. »Den Highend-Bereich bilden dann die hoch stoßfesten Verbindungselemente aus Stahl und Edelstahl, die extrem stark und vibrationssicher sind.«

Diese Systematik bietet R+K in der Zukunft Optionen, Produkte zu verbessern oder zu überarbeiten und das Portfolio zu bereinigen oder zu ergänzen. »Und wir vermeiden eine starke Überschneidung der Produktbereiche«, erklärt der Geschäftsführer. »Für uns hat sich das als positiv herausgestellt, die Rückmeldungen waren durch die Bank zustimmend. Jeder Kunde ist zu allererst ein Mensch, und wenn Menschen etwas glauben zu verstehen, dann entscheiden sie auch. Wenn man etwas nicht versteht, ist man unsicher und entscheidet nicht.« R+K will darum nicht nur Komponenten verkaufen, sondern auch Kompetenz. »Wer in unserem Segment tätig ist, muss das mit anbieten. Und somit sehen wir hier die Richtung, die wir in eine erfolgreiche Zukunft gehen wollen.«

Profil zeigen

Da aller guten Dinge drei sind, ist R+K dabei, auch für die Profiltechnik ein dreigeteiltes Schema im Sinne der beiden bestehenden Einteilungen zu kreieren.

Hartmut Hoffmann über die Pläne: »Noch gibt es keine Nomenklatur, aber die Bereiche erklären sich aus unserem Produktprogramm. Der erste bestünde aus einfachen Tragegestellen, etwa für Arbeitstische und zur Lagerung von Materialien. Dabei geht es um eine statische Belastung.«

Ganz im Unterschied zum zweiten Bereich mit Maschinengestellen für dynamische Belastungen. Diese kommen zum Beispiel beim Laserschneiden oder für Handhabungsaufgaben zum Einsatz, bei denen permanente Beschleunigungs- oder Abbremsbewegungen auftreten. »Schlussendlich bilden unsere Schutzeinhausungen den dritten Bereich«, ergänzt Hoffmann.

Mit der Klassifizierung der Profiltechnik ist die Produkteinteilung dann abgeschlossen. So bekommt RK Rose + Krieger eine Leitlinie für die zukünftige Entwicklung und der Kunde stets das optimale Produkt.

Zur Person

Hartmut Hoffmann

- Klassische Laufbahn: Berufsausbildung und Ingenieurstudium

- Anschließend zwölf Jahre im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik als Projekt- und Entwicklungsingenieur

- Tätigkeiten im Anlagenbau: automatisierte Handhabung und Transport von Leiterplatten, Elektronikkomponenten

- Mehrere Jahre in der technischen Leitung, Geschäftsführer bei Linearachsenherstellern und Getriebeproduzenten

- Seit 2008 bei RK Rose + Krieger

Erschienen in Ausgabe: 03/2011