Für den großen Durst

Spindelhubgetriebe - Trinken gehört zu den Grundbedürfnissen. Entsprechend vielfältig sind die Anforderungen der Getränkeabfüllung. Für Antriebselemente wie Spindelhubgetriebe gibt es rund ums Abfüllen von Getränken viele Aufgaben.

09. August 2007

Die KHS Maschinen- und Anlagenbau AG mit Hauptsitz in Dortmund betreibt allein in Deutschland acht Werke und befasst sich mit allen technischen Aspekten der Getränkeabfüllung und -verpackung. Da die Maschinen zudem meistens rund um die Uhr im Mehrschichtbetrieb laufen, sind ausgeklügelte, standfeste Konstruktionen, hoch belastbare Baugruppen und somit auch adäquate Maschinenelemente erforderlich. Hier steht die Verwendung absolut zuverlässiger, verschleißfester, wartungsarmer, kompatibler und somit hochwertiger Bauteile im Vordergrund. Sparen an der Ausrüstungsqualität kann sich in diesem Geschäft niemand leisten. Wenn die Anlagen nicht prozesssicher arbeiten oder länger stehen, wird es für die Beteiligten teuer. Maschinen für die Getränkeindustrie sind oft so ausgelegt, dass sie unterschiedliche Behältergrößen und -formen verarbeiten können. Insbesondere für Etikettier- und Inspektionsmaschinen sind schnelle Umrüstzeiten ohne großen personellen Aufwand ausschlaggebend. Dasselbe gilt für die zyklische Reinigung der Maschinen. Dazu fährt das komplette Oberteil nach oben, was einen erheblichen antriebstechnischen Aufwand erfordert. Die beteiligten Komponenten müssen darum hinsichtlich der Konstruktion alle Herausforderungen bestehen und trotzdem kostengünstig bleiben. KHS beschloss daher, nicht mehr alles selbst zu entwickeln und zu fertigen, sondern auf am Markt erhältliche Maschinenelemente zurückzugreifen. Klaus Stock, Konstrukteur im Geschäftsbereich Reinigungs- und Etikettiertechnik bei KHS, erklärt: »Pro Jahr bauen wir circa 70 Rundläufer- und Lineartransferanlagen aus Modulen und benötigen dafür eine entsprechende Anzahl an Aggregaten. Hinzu kommen noch Zusatz- und Erweiterungsmodule für vorhandene Anlagen, sodass wir einen großen Bedarf an speziellen Antriebslösungen haben. Aus Kapazitäts- und Kostengründen mussten wir eine zuverlässige Alternative zur intensiven Eigenfertigung suchen, weshalb wir seither die konstruktive Integration und den Einbau von standardisierten Maschinenteilen, die unseren sehr hohen Ansprüchen genügen, favorisieren. «

Das Umsteigen auf zugelieferte Maschinenelemente fiel aber keineswegs so leicht, wie es geplant war, denn längst nicht alle potenziellen Lieferanten von Maschinenelementen und Hubgetrieben konnten auf Anhieb überzeugen. Die Suche ging weiter und schließlich kam den Konstrukteuren der Umstand zu Hilfe, dass die KHS-Gruppe das Produktprogramm eines Teilwettbewerbers übernehmen konnte. In diesen Maschinen arbeiteten seit vielen Jahren zuverlässig Hubgetriebe von Zimm Maschinenelemente aus Lustenau, Österreich. Nach Beratungsgesprächen und technischen Abklärungen orderte und verbaute KHS die ersten Zimm-Spindelhubgetriebe. Klaus Stock: »Die Maschinenoberteile, auch Zentrierhauben genannt, müssen zum Einstellen auf neue Produkte und die zyklische Reinigung pro Schicht zwei- bis dreimal im Bereich zwischen 100 und 380 Millimetern angehoben werden. Je nach Maschine und Funktion wiegen die Oberteile ca. 1,5 Tonnen. «

Federkräfte überwinden

»Jedoch muss ein Hubgetriebe nicht nur die 1,5 Tonnen anheben, sondern auch die auf jede Flasche oder jeden Behälter einwirkenden Andruck-Federkräfte überwinden, was bei Teilkreis-Durchmessern bis 2.400 Millimeter und einigen Hundert Gramm Federdruck pro Flasche sehr schnell zu weiteren Tonnenlasten führt. Aus diesem Grund setzen wir hier die Zimm-Hubgetriebe der Baugröße 50 für 5.000 Kilo Last ein und begeben uns damit auf die absolut sichere Seite. « Je nach Typ und Maschinengröße kommen für jedes Oberteil ein oder auch mehrere Hubgetriebe zur Verwendung, wobei diese sowohl die Aufgabe des Anhebens und des Kompensierens der Federdrücke als auch die des absolut planparallelen Auf- und Zufahrens unter Last übernehmen. Zimm übernimmt für KHS weitere Hubaufgaben. Ein Beispiel ist der Einstellmechanismus für ein neues Etikettieraggregat für Selbstklebeetiketten. Hierbei justieren Spindelhubgetriebe die Etikettiereinheit auf die gewünschte Höhe.

Gunther Zimmermann; Zimm/ps

Fakten

• Die KHS baut pro Jahr circa 70 Rundläufer- und Lineartransferanlagen aus Modulen.

• Der Bedarf an Antriebslösungen ist groß, denn Zusatz- und Erweiterungsmodule für vorhandene Anlagen kommen hinzu.

• Zur Arbeitserleichterung baut KHS standardisierte Maschinenteile ein.

Erschienen in Ausgabe: 05/2007