Für eine gute Verbindung

Forum - Erst zum zweiten Mal findet im kommenden November das Münchener Forum Verbindungstechnologie im Stahl-, Maschinen- und Anlagenbau statt. Und dennoch ist es bereits jetzt das größte Fachtreffen seiner Art im deutschsprachigen Raum.

09. Oktober 2006

Ziel des Münchener Forum Verbindungstechnologie im Stahl-, Maschinen- und Anlagenbau ist es vor allem, einen interdisziplinären Überblick über den derzeitigen Stand in Wissenschaft und Praxis in den Bereichen Verschrauben, Dichten, Schmieren und Heben zu geben. Die Veranstaltung richtet sich damit an alle Inge­nieure, Instandhalter, Betriebsleiter und Techniker, für die Montage, Fertigung, Arbeitssicherheit und Produktion aus dem Bereich des Maschinen- Apparate- und Anlagenbaus sowie des Bauwesens und Fahrzeug-, Rohrleitungs-, Kraftwerks- und Windkraftanlagenbau.

Die Organisatoren haben sich deshalb entschlossen, mit diesem Fachforum bewusst auf Aufgabenstellungen hinzuweisen, die über das Tagesgeschäft hinausgehen und grundsätzliche Fragen, Probleme und Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Verbindungstechnologie klären sollen. Vorträge von Spezialisten aus Wissenschaft und Wirtschaft sollen so Antworten geben, auf Fragen nach den Einflussfaktoren z.?B. auf die Vorspannkraft großer Schrauben. Welche Dichtmittel, welche Schraubverfahren, welche Schmierung und welche Anschlagpunkte sind die zuverlässigsten? Aber auch welche neuen Europa-Normen und gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen beachtet werden?

Referenten des vom 23. - 24. November 2006 im Münchener Holiday Inn Hotel City Centre stattfindenden Events, werden deshalb Experten aus renommierten Unternehmen der Branche sein. Dem Beirat zur Veranstaltung gehören außerdem unter anderem Professor Dr. Willfried Lori von der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Professor Dr. Peter Schaumann, Universität Hannover sowie Dr.-Ing. Uwe Hasselmann und Professor Dr. Jörg Lange von der TU Darmstadt an. Wie wichtig diese Veranstaltung für Ingenieure und Techniker für ein Unternehmen sein kann, belegen die Antworten der Mitglieder des Forum-Beirates auf die Frage, ob die Kenntnisse der entsprechenden Personengruppe im Bereich der Verschraubung den heutigen Anforderungen entsprechen bzw. ausreichen. Professor Lori, u.?a. auch Obmann des VDI-Ausschusses ›Schraubenverbindungen - VDI 2230‹, antwortete z.?B. so: »Diese Frage muss man leider mit einem deutlichen ›Nein‹ beantworten. Dies zeigt sich u.?a. in einer großen Nachfrage nach Schulungen. Diverse Seminare, z.?B. beim VDI-Wissensforum, werden sehr gut angenommen. Man muss auch feststellen, dass während des Studiums objektiv zu wenig Zeit bleibt, den späteren Ingenieuren die komplexen Zusammenhänge bei einer Schraubenverbindung zu vermitteln. Vertiefungen im Hauptstudium werden zudem selten angeboten«.

Die Anatomie der Schraube

Professor Peter Schaumann meinte zur gleichen Frage: »Bei Ingenieuren, die sich oft mit Schraubenverbindungen beschäftigen, ist der Wissensstand sicherlich ausreichend. Ingenieure, die sich selten mit der Berechnung von Schraubenverbindungen befassen, kann das nötige Wissen fehlen. Denn obwohl die Schraube ein sehr altes und weit verbreitetes Verbindungsmittel ist, ist die Auslegung und Berechnung gerade von hoch beanspruchten Schraubenverbindungen nicht trivial und erfordert einiges an Fachwissen. Besonders durch die große Verbreitung im Alltag erscheint die Schraube oft als ›einfaches Bauteil‹, wobei die Problematik der Berechnung vergessen werden kann«. Grund genug also, sich einmal genauer mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter www.vt-forum.de

Klaus Lorenz

Erschienen in Ausgabe: 07/2006