Gardisten-Helme künftig aus dem 3D-Drucker

Die Helme der altehrwürdigen Schweizergarde werden künftig nicht mehr vom Schmied, sondern im 3D-Drucker gefertigt. Das verspricht einen höheren Tragekomfort und eine wesentlich kürzere Produktionszeit.

09. Mai 2018

Die 3d Prototyp GmbH aus dem schweizerischenStans fertigt die Helme der Schweizergarde künftig im 3D-Drucker aus Acrylnitril-Styrol-Acrylat-Copolymer. Das Material ist kratzfest und UV-resistent und verspricht einen sehr viel höheren Tragekomfort, denn der neue, mit Leder gefütterte Helm wiegt nicht einmal 570 Gramm. Weitere Vorteile: Der Kunststoff heizt sich in der Sonne nicht auf (beim alten Modell gab es schon mal Brandwunden), Stauwärme wird über integrierte Lüftkanäle abgeleitet.

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Die Umstellung auf 3D-Druck-Helme hat mehrere Gründe: Zum einen sind die alten Blech-Helme in die Jahre gekommen, weisen Beulen und Dellen auf, die vor allem auf Stürze zurück zu führen sind. Zum anderen spielt der Faktor Zeit eine Rolle: Ein geübter Schmied benötigt 100 Arbeitsstunden für einen Helm, in der Stanser Firma für additive Fertigungsverfahren steht die Helmschale nach 14 Stunden im Drucker, inklusive dem fein getriebenen Wappen von Julius II. (1503-1513). Kostenpunkt pro Helm: 800 Euro.

Die neuen Helme der päpstlichen Leibgarde werden übrigens komplett aus privaten Spenden finanziert. Mittleweile lägen Sponsorenzusagen für den kompletten Satz von 110 Exemplaren vor, heißt es aus Rom.