Gateways für AIDA

Industrieelektronik

Feldbussysteme - Im Vorfeld der SPS/IPC/Drives stellt Turck eine Reihe neuer Produkte vor. Darunter spezielle Gateways, die den Vorgaben der Automobilbauerrichtlinie AIDA entsprechen.

08. November 2010

Es gibt immer noch Unternehmen, die kommen mit einem schönen, neuen Produkt heraus und sagen sich danach, so, das verkaufen wir jetzt.« Christian Wolf, der den Satz am 7. Oktober auf einer gut besuchten Pressekonferenz in Gelsenkirchen zum Besten gab, ist erfahrener Manager in der industriellen Automation.

Der Geschäftsführer bei Turck gestand zwar ein: »Bei manchen Komponenten funktioniert das alte Geschäftsmodell ja nach wie vor.« Der diplomierte Wirtschaftsingenieur betonte aber schon im nächsten Satz: »Wer als Unternehmen heute auf Dauer erfolgreich sein will, braucht für sein Angebot hohe Lösungskompetenz.« Wolf weiter: »Erfolgreiche Anbieter in der industriellen Automation müssen den Anwender verstehen, die von ihm gebauten Maschinen begreifen, die Prozesse der Kunden und letztlich ihre Probleme erkennen und Lösungen bieten.« Darum habe man sich, so Christian Wolf, für die Jahre 2010 bis 2015 strategisch neu ausgerichtet.

Genauso wie viele andere Betriebe wurde auch das Haus Turck mit Stammsitz in Mülheim, Ruhr, von der Wirtschaftskrise schwer getroffen – rund 28 Prozent Umsatzminus in 2009. Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet der Automatisierungsspezialist jetzt aber mit einem deutlichen Umsatzsprung von über 30 Prozent. »Nach einem furiosen Jahr 2010 werden wir das Unternehmen nun nachhaltig für eine erfolgreiche Zukunft positionieren«, sagte Wolf in Gelsenkirchen. »Bereits für 2011 haben wir uns als ambitioniertes Ziel die Umsatzmarke von 400 Millionen Euro gesetzt.«

Turck auf der SPS/IPC/Drives

Um die Ziele zu erreichen, werde man, betont Wolf, an vielen Stellschrauben drehen. Dazu zählten unter anderem die Definition regional-, branchen- und applikationsspezifischer Lösungsportfolios mit einem entsprechend aufgestellten Vertrieb, die Komplexitätsreduktion mittels Modularisierung und Plattformentwicklungen sowie die Definition adäquater Preissysteme für Systemlösungen und Serviceleistungen.

Dass die Innovationsfähigkeit zu den Stellschrauben gehört, an denen Turck kräftig dreht, zeigen die Innovationen, die zur SPS/IPC/Drives vorgestellt werden. Eine Neuheit sind die Auswertegeräte zur Strömungsüberwachung der FM-Familie (Flow Module). Die Module sind im IM-Hutschienengehäuse aufgebaut und lassen sich einfach per Knopfdruck oder mittels I/O-Link beziehungsweise Hart konfigurieren.

Nach den induktiven Linearwegsensoren der LI-Serie präsentiert Turck jetzt eine Drehwinkelsensor-Familie, die nach demselben revolutionären Messprinzip arbeitet und die positiven Eigenschaften herkömmlicher Messsysteme in einer Lösung vereint. Die Winkelposition wird auch bei den neuen RI-Sensoren nicht über einen magnetischen Positionsgeber erfasst, sondern mittels induktiver Schwingkreiskopplung.

Auch hat Turck neue Profinet-Feldbus-Gateways für das I/O-System BL67 entwickelt, die den Vorgaben der AIDA entsprechen und für den Einsatz im Automobilbau vorgesehen sind. Während das Modell BL67-GW-PN-AC für AIDA-RJ45-Kupfer-Steckverbinder konzipiert ist, eignet sich die Version BL67-GW-PN-AF für den Einsatz mit AIDA-SCRJ-Lichtwellenleitern.

Die AIDA-Gateways lassen sich sowohl mit BL67-I/O-Modulen erweitern als auch mit direkt anschließbaren Ventilinseln zu einer integrierten Lösung ausbauen. Diese Variante wurde in Zusammenarbeit mit Parker Hannifin zielgerichtet für den Einsatz in der Automobilindustrie entwickelt. Neben standardisierten Steckverbindern verlangt AIDA unter anderem schnelles Hochfahren der Feldbusstationen (unter 500 Millisekunden), automatische Topologieerkennung im Netzwerk und Softwareunterstützung durch das Tool Calling Interface (TCI). AIDA steht für Automatisierungs-Initiative Deutscher Automobilhersteller.

Erschienen in Ausgabe: 08/2010