Geballtes Wissen

Das 2015 von Instituten und Unternehmen gegründete "Aachen Center for Additive Manufacturing" nimmt den Betrieb auf. Der Unternehmensverbund startet mit sechs Forschungsprojekten und einem umfangreichen Schulungsprogramm.

11. April 2016

Das 2015 gegründete Netzwerk Aachen Center for Additive Manufacturing stößt bei der Industrie auf so reges Interesse wie selten eines. Insgesamt 16 Industriepartner arbeiten mit der frisch gegründeten ACAM GmbH zusammen, darunter so illustre Namen wie Linde, Toyota, Rolex, Zollern, Schaeffler, Mitsubishi und Voestalpine. Von Seiten der Wissenschaft sind beteiligt die Fraunhoferinstitute ILT (Laser) und IPT (Produktion), die RWTH-Institute WZL (Werkzeugmaschinen) und PEM (Elektromobilproduktion), das FH-Aachen-nahe IWF Institut für werkzeuglose Produktion sowie die Kex Knowledge Exchange AG. Sie eint das Interesse, die Additive Produktion voranzubringen, insbesondere unter Berücksichtigung metallischer Werkstoffe. 

Beim ersten Partnertreffen verabschiedeten die Unternehmen zusammen mit Vertretern der sechs beteiligten Institute und campusnahen Unternehmen des ACAM-Netzwerks für das Jahr 2016 ein ambitioniertes Programm mit sechs Forschungsprojekten und zwölf Seminaren. Die sechs Forschungsprojekte sollen die weitgefächerten Interessen der ACAM-Mitglieder widerspiegeln. Sie behandeln insbesondere die Anforderungen an eine industrielle AM-Prozesskette, Analyse und Bewertung der Produktionsanlagen, die Qualifikation des Materials für LMD- und SLM-Prozesse bis hin zur Handhabung des Metallpulvers und Fragestellungen bezüglich des Arbeitsschutzes.

Ebenfalls verabschiedet wurde ein erstes Seminarprogramm mit zwölf Veranstaltungen. Das Weiterbildungsangebot soll sowohl AM-Einsteiger als auch fortgeschrittene Anwender ansprechen. Die ein- und mehrtägigen Seminare vermitteln beispielsweise Grundlagen des Additive Manufacturing, Schulung mit Standard-CAD-Programmen, zeigen AM-gerechtes Konstruieren und beleuchten die Chancen der additiven Fertigung für die Gießereiindustrie. Ein besonderes Highlight ist der "Innovation Day Additive Manufacturing" (23. Juni 2016), auf dem Experten der KEX Knowledge Exchange AG (einem Dienstleister für Technologie- und Marktinformationen), des INC-Invention Center (RWTH Aachen Campus) und des Fraunhofer IPT mit ACAM-Partnern in einem spielerischen Umfeld neue AM-Ideen erproben.

Obgleich die Projektarbeit bereits begonnen hat, ist das Netzwerk weiterhin offen für neue Partner. An der ACAM-Community können sich weitere Firmen als Partner beteiligen, wobei die jährlichen Kosten von 12.000 Euro (Basis), 40.000 Euro (Business) bis hin zum individuell vertraglich ausgehandelten Angebotspaket (Kooperation) variieren.