Gateways

Gefahrlos Daten sammeln

Dank einer speziellen Software in den AS-i Safety Gateways lässt sich Sicherheitstechnik effizient und steuerungsunabhängig in Feldbusse integrieren.

02. Oktober 2018
Gefahrlos Daten sammeln
Mit den AS-i Safety Gateways von Bihl+Wiedemann lässt sich ein universelles Sicherheitskonzept für alle Steuerungstypen realisieren, inklusive Safe Motion. (Bild: © Bihl + Wiedemann)

In der Feldbustechnik sammeln Gateways die Daten sicherheitstechnischer Komponenten in der Peripherie einer Anlage ein und transportieren sie in Netzwerke und Steuerungswelten unterschiedlicher Hersteller. Für mehr Flexibilität ist es wichtig, eingesetzte Sicherheitstechnik steuerungsunabhängig in Feldbussysteme oder Industrial-Ethernet-Systeme integrieren zu können. Darum bietet Bihl+Wiedemann ein breites Portfolio an AS-i Safety Gateways an. Sie lassen sich mit der intuitiven, effizient visualisierten und bedienfreundlichen Software Asimon 360 einfach konfigurieren und in Betrieb nehmen.

Die Zahl der Teilnehmer am Gateway führt nicht zu Performanceverlust, weil AS-i Safety Gateways mit Schnittstellen zu allen gängigen Feldbussystemen über zwei AS-i-Master für zwei AS-i-Kreise verfügen. Damit stehen bis zu 62 zweikanalige sichere Eingänge zur Verfügung – zusätzlich zu den drei bereits im Gerät integrierten.

2.000-mal sicher

2.000-mal sicher

Noch performanter werden die Safety-Gateways, wenn sie über die sichere Kopplung Safe Link um fast 2.000 sichere Ein- und Ausgänge erweitert werden. Für das übergeordnete Netzwerk stellt das Gateway unabhängig von der Teilnehmerzahl im Feld jedoch nur einen einzigen Slave dar, der die kommunikative Stabilität des Feldbusses nicht beeinträchtigt. Umfangreiche Diagnose- und Statusinformationen werden von den AS-i Safety Gateways automatisch an die Steuerung übermittelt.

Bihl+Wiedemann bietet Integrationslösungen für Profibus, Profinet, Ethernet/IP, Sercos, Ethercat, Powerlink, Modbus, CC-Link oder CANopen. Die sichere Feldbuskommunikation ist in die Gateways integriert. Sie verschaffen sicherheitsgerichteten Sensoren und Aktoren einen »direkten Draht« zu allen gängigen Automatisierungssystemen. Dies bezieht sich nicht alleine auf E/A-Signale oder Analogwerte, sondern auch auf die Bereitstellung von Status- und Diagnoseinformationen.

Die automatisch erstellten Diagnoseprotokolle umfassen eine Bewertung der Konfiguration, die Darstellung von Feldbusparametern wie Strom, Spannung, Symmetrie oder Erdschluss oder eine einfache Ausführung und Interpretation der Daten. In zentralen Feldbuskonzepten mit direkt angebundenen Sensoren und Aktoren bedeutet eine solche Diagnose oft einen nicht unerheblichen Zusatzaufwand, wie es etwa bei Messtools der Fall ist.

Weniger Aufwand

Eine wesentliche Ersparnis der Gateways liegt aber vor allem im wesentlich geringeren Installations- und Verdrahtungsaufwand. Um Daten von 31 Sicherheitssensoren einzusammeln, reicht mit AS-i Safety at Work statt 124 Drähten von der Schaltanlage ins Feld das gelbe Flachkabel aus. AS-Interface sammelt dort die Signale über die ungeschirmte Zweidrahtleitung ein, wo sie anfallen. Vorschaltkästen im Feld können entfallen. Der elektrische Anschluss wird zudem in Piercing-Technik durchgeführt – eine teure Steckerkonfiguration für jeden Teilnehmer ist nicht erforderlich. Die Spannungsversorgung erfolgt in diesem Fall ebenfalls über das AS-i-Kabel.

Sind im Netzwerk viele Teilnehmer mit einer entsprechenden Kommunikationslast unterwegs, sind oft eine größere Steuerung und ein zusätzliches Safety-Feature vonnöten. Das kann Mehrkosten von 18 bis zu 90 Prozent bedeuten. Dies entfällt beim Einsatz von AS-i Safety Gateways – somit sind sie wirtschaftlicher und effizienter – und setzt sich in der Inbetriebnahme fort: Dank der intuitiven Software Asimon360 mit integriertem Hardware-Katalog, und damit der Automatisierung von Programmteilen, erübrigt sich eine aufwendige Programmierung in der Steuerung, die Konfiguration und die Parametrierung vereinfachen sich. Programmieren wird zum Parametrieren, die Komplexität sinkt deutlich.

50 Prozent Kosten sparen

Dem Anwender stehen verschiedene Ausgangskreise mit entsprechenden Eingangsmöglichkeiten, für die logische Verknüpfung vorbereitet, zur Verfügung. Erfahrungsgemäß stellt sich mit AS-i Safety Gateways bei Aufbau, Verkabelung und Inbetriebnahme eine unmittelbare Kostenersparnis von über 50 Prozent ein. Spätere Ergänzungen sind einfach umzusetzen.

Die steuerungsunabhängige Integration von Sicherheitstechnik bietet dem Anwender viel Flexibilität. Es lassen sich komplette, maschinenbezogene Safety-Konzepte entwickeln, die dann bei der Umsetzung nur noch das passende Safety-Gateway benötigen. Darüber hinaus lassen sich solche Safety-Konzepte aufgeteilt, feiner granulieren und später modulweise zusammenfügen. Die Funktionen der Sicherheitstechnik können bereits vorab in den AS-i Safety Gateways simuliert und optimiert werden.

Anlagen beherrschbar machen

AS-i Safety Gateways als dezentrale Sicherheitstechnik machen die Komplexität von Sicherheitssystemen transparent und beherrschbar. Die gesamte Sicherheitstechnik lässt sich in gut handhabbare Teilbereiche untergliedern. Die Parametrierung und Inbetriebnahme, speziell der Sicherheitstechnik, wird deutlich einfacher, weil übersichtlicher. Einstellungen und Funktionslogiken im Betrieb der Anlage oder bei einer sicherheitstechnischen Überprüfung sind auf klare Weise nachzuvollziehen.

Johanna Schüßler, Produktmanagement, Bihl+Wiedemann, mk

auf einen blick

Die steuerungsunabhängige und feldbusübergreifende Integration von Sicherheitstechnik bietet in vielerlei Hinsicht Effizienzvorteile. Die universelle Vernetzung beliebig vieler Teilnehmer entspricht zudem den Anforderungen, wie sie die Smart Factory in Umsetzung von Industrie 4.0 an die Kommu-nikationsfähigkeit von Komponenten und Cyber-physischen Systemen stellt. Damit gewährleisten die AS-i Safety Gateways von Bihl + Wiedemann ein hohes Maß an Zukunftssicherheit.

www.bihl-wiedemann.de

Erschienen in Ausgabe: 07/2018