Gefertec liefert 3D-Drucker für Forschung im Flugzeugbau

Im Rahmen des Verbundprojekts Regis (Realisierung großer additiv gefertigter Integralstrukturen) hat Airbus gemeinsam mit seinem Partner BIAS (Bremer Institut für angewandte Strahltechnik) jetzt einen neuen 3D-Drucker von Gefertec in Betrieb genommen. Die Maschine ist in der Lage, auch größere Bauteile sehr schnell zu fertigen.

26. Juli 2018

Kosteneinsparungen ohne Qualitätseinbußen sind in der Fertigung beim Flugzeugbau ein wichtiges Thema. Vor allem wenn teure Werkstoffe wie Titan verwendet werden eröffnen sich hier große Potenziale. Im Rahmen des Verbundprojekts Regis (Realisierung großer additiv gefertigter Integralstrukturen), das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, arbeitet Gefertec gemeinsam mit Airbus und verschiedenen Partnern daran, diese Potenziale durch den Einsatz der additiven Fertigung zu heben. Dafür hat Airbus gemeinsam mit seinem Partner BIAS (Bremer Institut für angewandte Strahltechnik) jetzt einen neuen 3D-Drucker von Gefertec in Betrieb genommen.

Die Maschine vom Typ arc403, die auf dem BIAS-Forschungsgelände installiert wurde, besitzt einen Bauraum von einem halben Kubikmeter und ist somit in der Lage, auch größere Bauteile sehr schnell zu fertigen. Sie arbeitet mit dem von Gefertec entwickelten 3DMP-Verfahren, das auf erprobter Lichtbogenschweißtechnologie basiert. Dabei wird aus einem Draht Schweißraupe für Schweißraupe ein Werkstück aufgebaut. Der so entstandene endkontournahe Rohling kann nach Abschluss des 3D-Drucks durch Zerspanung weiterverarbeitet werden. Das neue additive Verfahren ist laut Anbieter günstiger und schneller als Verfahren auf Pulverbasis. Man könne bis zu 30 Prozent günstiger produzieren als mit bisherigen Fertigungsverfahren.

Die 3D-Druck-Maschine von Gefertec wurde im Rahmen des Regis-Verbundprojekts des deutschen Luftfahrtforschungsprogramms (LuFo) beschafft. Nach Abschluss der Forschungsarbeiten 2021 soll der Fertigungsprozess für die Luftfahrt qualifiziert sein und in die Serie überführt werden.

Ziviles Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo V)

Das BMWi unterstützt mit dem zivilen Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo V) Forschungs- und Technologievorhaben der zivilen Luftfahrt am Standort Deutschland. Die Fördermaßnahme orientiert sich technologisch an der strategischen Forschungsagenda (SRIA) von ACARE und der Luftfahrtstrategie der Bundesregierung. Das BMWi strebt damit die Entwicklung eines nachhaltigen, wirtschaftlichen und effizienten Lufttransportsystems der Zukunft an. Im Teilprojekt Regis sind folgende Partner vertreten:

- Airbus, Bremen

- BIAS – Bremer Institut für angewandte Strahltechnik, Bremen

- Premium Aerotec, Augsburg

- Gefertec – Generative Fertigungstechnik, Berlin

- IWT – Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien, Bremen

- Fraunhofer IAPT - Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT, Hamburg