Gegenläufig in die Höhe

Spezial Medizintechnik

Antriebstechnik – Eine zweistufige Teleskop-spindel mit zwei gegenläufigen Kugelgewindetrieben und integriertem Antriebsmodul optimiert die Höhenverstellung von Operationstischen.

22. September 2012

Komponenten und Bauteile für medizintechnische Anwendungen müssen hohe Qualitätsmaßstäbe erfüllen. Sehr hoch hängt die Messlatte zum Beispiel für die Antriebs- und Verstelleinheiten moderner Operationstische und Behandlungsliegen: Zu den Anforderungen zählen hier eine extreme Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Betriebssicherheit ebenso wie hohe Flexibilität und einfache Bedienung. Eine Lösung dieser vielfältigen Aufgaben liefert zum Beispiel eine neue Teleskopspindel für die elektromechanische Höhenverstellung einer neuen Generation von OP-Tischen, die der Gewindetriebespezialist Kammerer aus Hornberg im Schwarzwald für einen namhaften deutschen Medizintechnik-Hersteller entwickelt hat.

Das Unternehmen ist weltweit bekannt für hochwertige Gewindetriebe und Wälzführungen in zahlreichen Ausführungen und liefert seine Produkte in viele Branchen wie etwa den Werkzeugmaschinenbau, die Automatisierung sowie die Flugzeug- und Automobil-Industrie. In wachsendem Umfang nutzen auch Hersteller von medizintechnischen Produkten die hohe Kompetenz von Kammerer.

Integriertes Antriebsmodul

Die neu entwickelte Teleskopspindel ist komplett mit einem Antriebsmodul ausgerüstet und besitzt einen zweistufigen Kugelgewindetrieb aus zwei miteinander kombinierten Kugelgewindetrieben mit gegenläufigen Steigungen, die wie ein Teleskop ein- und ausfahren können. Der untere Gewindetrieb mit einem Nenndurchmesser von 40 Millimeter dreht links und hat eine Länge von 270 Millimeter, während der obere Gewindetrieb rechts dreht und 285 Millimeter lang ist. Die zweistufige Konstruktion erreicht so einen effektiven Betriebshub von genau 400 Millimeter. Die Kombination von Teleskop-Bauweise und geringen Gewindesteigungen stellt dabei sicher, dass sich die Spindel, und damit auch der Operationstisch, sehr sanft und absolut präzise justieren lässt – bei zugleich höchster Steifigkeit und Stabilität der gesamten Hubsäule mit einer Länge von maximal 720 Millimeter. Die Tragzahlen der Teleskop-Spindel betragen 19,9 (statisch) bzw. 15,2 Kilonewton (dynamisch). Mit 50.000 Hüben pro Schmierung ist die Verstelllösung zudem überaus wartungsarm

Schneller Einbau

Kammerer Gewindetechnik liefert die zweistufige Antriebseinheit als einbaufertiges Komplettsystem. Das obere Ende bildet ein Rundprofilstück mit Bohrungen zum Anschluss an das Tischsegment. Nach unten schließt die Teleskop-Spindel mit einem mehrteiligen Sockel zur Montage auf dem Fahrgestell des OP-Tisches sowie einem integrierten Zahnkranz zum Einlegen eines Zahnriemens ab. Auf diese Weise kann die Doppelspindel direkt an den Elektroantrieb des Operationstisches angekoppelt werden.

Auf einen Blick

-Die Kammerer Gewindetechnik GmbH mit Sitz in Hornberg im Schwarzwald ist ein Spezialist für die Herstellung von Gewindespindeln, Gleitgewinden und Linearführungen in unterschiedlichsten Losgrößen für Einsätze im Werkzeugmaschinenbau, in der Medizintechnik, in der Holzverarbeitung oder in der Automatisierungsindustrie.

-Die Produktionsverfahren Wirbeln, Schleifen, Rollen, Drehen, Abwälzfräsen und Drallräumen ermöglichen die Herstellung maßgeschneiderter Lösungen, speziell aus gehärteten Werkstoffen.

Erschienen in Ausgabe: 07/2012