Generation Zukunft

Hubsysteme - Die Anwendungen für moderne Hubgetriebe sind so anspruchsvoll wie vielfältig. Um so wichtiger, wenn der Kunde bewährte, sichere, aber auch innovative Produkte und Lösungen aus einer Hand erhält und sich dabei auf eine langjährige Erfahrung verlassen kann.

13. November 2006

Es erfordert schon eine große Portion Mut und Risikobereitschaft, ausgerechnet in Zeiten sehr straff kalkulierter Budgets, eine neue Produktreihe auf den Markt zu bringen. Doch mit einer über 20-jährigen Erfahrung in Entwicklung, Herstellung und Vertrieb im Gepäck, hat der österreichische Hubgetriebe-Spezialist Zimm jetzt ein komplett neues Programm an Spindelhubgetrieben auf die Beine gestellt. Mit dem bisherigen und in vielen Anwendungen bewährten Hubsystem, hat die neue Z-Baureihe allerdings nur noch das mechanische Prinzip gemeinsam. Ansonsten aber stellt sich die Z-Baureihe als rundum neu entwickelter Systembaukasten dar. »Die Z-Baureihe unterscheidet sich von der bisherigen Zimm-Baureihe MSZ und den marktüblichen Produkten der Wettbewerber durch eine Vielfalt von teilweise patentierten Neuentwicklungen und Optimierungen in Funktion und Design, besonders auch im Bereich der Sicherheitsmerkmale«, so der Senior-Geschäftsführer bei Zimm, Jürgen Zimmermann. International ist die neue Baureihe bereits durch acht teilweise schon erteilte oder noch in Anmeldung befindliche Patente abgesichert.

Logisches System

Derzeit sind die Baugrößen 5 kN, 10 kN und 25 kN lieferbar, jeweils in den Ausführungen stehende oder rotierende Spindel. Des Weiteren gibt es die Spindelhubgetriebe Z in der Baugröße 5 kN in den Antriebsversionen mit Trapezgewinde (Tr) oder mit Kugelgewindetrieb (KGT). Die Baugrößen 10 bzw. 25 kN sind ebenfalls wahlweise mit Trapezgewinde oder Kugelgewindetrieb und außerdem mit den Zusatzausrüstungen ›Sicherheitsfangmutter SIFA‹ und ›Anti Backlash AB‹ lieferbar. Die Sicherheitsfangmutter wirkt auf Druck und Zug. Der Verschleiß wird elektronisch überwacht und gemeldet. »Dadurch können wir auf das Abfragen der Einbaulage verzichten. Die mehrfachen Befestigungsmöglichkeiten auf Druck und Zug wurden übrigens durch ein ganz neues Außen-Design erreicht«, erläutert Jürgen Zimmermann. Anti Backlash AB erlaubt dagegen präzise Hubbewegungen und Feinverstellungen sowie Nachjustierung von außen ohne Demontage.

Mehr Kundennutzen

Interessant für die Konstrukteure und Anwender könnte aber in jedem Fall sein, dass sich die genannten Baugrößen-Lastdaten von 5, 10 und 25 kN sowohl auf die Druck- als auch auf die Zugkraft beziehen und so erweiterte Einsatzbereiche mit sich bringen. Dank der innovativen Gehäusekonstruk­tion sind zahlreiche Möglichkeiten zur Ein- und Anbau-Montage geboten. Aufgrund der mehrfachen Befestigungsmöglichkeiten auf Druck und Zug, sind die Getriebe allerdings etwas länger geworden. Das Befestigungs-Bohrbild ist jedoch identisch mit der bisherigen Baureihe. »In den kleinen Baugrößen 5 kN, 10 kN und 25 kN sind die Gehäuse-Gewichte trotzdem deutlich geringer, da wir Alu-Druckguss statt Grauguss als Material eingesetzt haben«, erwähnt Geschäftsführer Zimmermann noch einen weiteren Vorteil.

Die bestechenden Produktmerkmale der neuen Hubsystem-Baureihe Z aus Vorarlberg lassen sich aber vor allem in die Bereiche Leistung, Lebensdauer, Einschaltdauer/Zyklus und Last einordnen. In jedem der Bereiche wurde immer auf möglichst unkonventioneller Entwicklungsideen, kreative Konstruktionen, innovative Materialien und Beschichtungen, präzise Produktion, hochwertige Bauteile und gewissenhafte Endmontage Wert gelegt. Dokumentiert wird die hohe Qualität des Hubsystems durch die Plaketten-Kennzeichnung mit dem Namen und der Referenznummer des jeweiligen Monteurs im Zimm-Werk in Lustenau. So wird beispielsweise ein Langzeit-Korrosionsschutz aller äußeren Bauteile und des Gehäuses gewährt. Dadurch entfallen die vielfältigen Lackierarbeiten, Verzinkungen und andere Beschichtungsverfahren. So können vor allem Werkstoffkosten eingespart werden. Denn der teure Chromnickelstahl ist jetzt überflüssig. Die Präzision der Beschichtungen im Bereich +/- 3 µm erlaubt außerdem eine professionelle maschinenbautechnische Verschraubung von Flächen, Flanschen, usw. Auch aus Spalten von zusammenmontierten Bauteilen kann kein Rost entstehen. Diese Techno­logie ist somit auch für Reinraum und ähnliche Produktionen geeignet. »Feuchtigkeit aller Art, Dampf und Wasser können unserer Hubgetriebe-Baugruppe praktisch nichts mehr anhaben«, schwärmt Jürgen Zimmermann.

Trotz ihres erhöhten Leistungsspektrums, sind die Spindelhubgetriebe von Zimm sehr platzsparend. Denn die integrierten Schwenklagerbuchsen ermöglichen eine quasi kostenlose Anordnung integriert im Getriebe. Dadurch ist die aufwändige, bisher verwendete Schwenklagerplatte überflüssig. »Trotz dieses Vorteils der integrierten Schwenklagerung in der Getriebe-Längsachse bieten wir zusätzlich eine Schwenklagerung in der Querachse an. Damit kann jeder Einsatzfall bedient werden«, so Zimmermann über den weiteren Service.

Übrigens: Ab der Baugröße Z-50 ist das integrierte Schwenklager direkt neben dem Motorflansch im Gehäuse integriert. Die Getriebe der neuen Z-Reihe sind zudem völlig abgedichtet, dadurch erhöht sich ihr Einsatzgebiet z.B. in sensiblen Produktionen wie Lebensmittel, Textil, Reinraum, etc. Getrennte Schmiersysteme ermöglichen dazu noch den Hochleistungseinsatz. Durch ein neues Zweikammersystem kann die Schmierung des Schneckentriebes mit optimalen Fließfett und der Trapezgewindetrieb mit optimaler, druckfester Fett­paste getrennt realisiert werden. Das Abschmieren der Spindeln von Hand nach dem Hochschieben des Faltenbalges, gehört somit der Vergangenheit an. Die Betriebstemperatur wird durch echte Kühlrippen und dadurch vergrößerte Kühlflächen niedrig gehalten. Durch verbesserte Platzverhältnisse konnte auch die Hochleistungsverzahnung verbessert werden. Die Schneckenwelle ist zudem gehärtet und geschliffen. Auch die Wellenzapfen sind korrosions­geschützt. Standardisiert sind in der neuen System-Logik auch zwei Längenmess-Systeme: Seilzug-Potenziometer als analoges Wegmess-System und inkrementaler Drehimpulsgeber. Neben den vielfältigen klassischen Einsatzgebieten im gesamten Maschinen- und Anlagenbau, kommen so für das neue Z-Hubsystem auch völlig neue Anwendungen dazu, wie z.B. bei Reinraum-Produktionen oder Anwendebereiche, bei denen der Korrosionsschutz von besonderem Interesse ist.

Andreas Kunze

Erschienen in Ausgabe: 08/2006