Gerfertec und Linde erforschen Prozessgas für den 3D-Druck

Um das 3DMP-Verfahren zu optimieren, untersuchen die Gefertec und Linde in einem gemeinsamen Forschungsprojekt, welchen Einfluss Prozessgas und Sauerstoffgehalt während des 3D-Drucks haben.

22. Januar 2019
Gerfertec und Linde erforschen Prozessgas für den 3D-Druck
Der Prozess: Beim 3DMP-Verfahren wird aus einem Draht ein Werkstück aufgebaut – Schweißraupe für Schweißraupe. ()

Additive Fertigungsverfahren versprechen Zeiteinsparungen bei der Produktion von Teilen in vielen Anwendungsgebieten. Besonders interessant sind solche Verfahren für die Luft- und Raumfahrtindustrie, wenn etwa Teile aus hochwertigen Materialien wie Titan gefertigt werden müssen. Nicht nur schnell, sondern nach eigenen Angaben auch besonders kostengünstig ist das von Gefertec entwickelte 3DMP-Verfahren, das auf erprobter Lichtbogenschweißtechnologie basiert.

Dabei wird aus einem Draht Schweißraupe für Schweißraupe ein Werkstück aufgebaut. Der so entstandene endkonturnahe Rohling kann nach Abschluss des 3D-Drucks durch Zerspanung weiterverarbeitet werden.

Versuchsdurchführung am Fraunhofer IGCV

Das Lichtbogenschweißen ist stark von den Prozessparametern – insbesondere vom verwendeten Gas – abhängig. Um das Verfahren weiter zu optimieren, untersuchen Gefertec und Linde in einem gemeinsamen Forschungsprojekt, welchen Einfluss Prozessgas und Sauerstoffgehalt während des 3D-Drucks haben.

An dem Forschungsprojekt ist außerdem MT Aerospace beteiligt, die Komponenten für die Luft- und Raumfahrt herstellt. Das Unternehmen führt die mechanischen Tests der produzierten Teile durch. Die eigentliche Versuchsdurchführung findet beim Kooperationspartner Fraunhofer IGCV statt.

Dazu wird im Additive-Manufacturing-Labor des IGCV eine von Gefertec zur Verfügung gestelltes 3D-Druck-System in Betrieb genommen. Anschließend wird untersucht, welchen Einfluss die Schweiß- und Prozessgasparameter auf die Qualität der gefertigten Teile haben. Ziel ist es, aus der Titanlegierung Ti6Al4V mit hoher Geschwindigkeit großvolumige Bauteile herzustellen, die den Qualitätsanforderungen der Luft- und Raumfahrtindustrie entsprechen.