Gleitend zum Gewinn

Maschinenelemente

Gleitlager – Der Einsatz in einer Asphaltmischanlage belastet die Lager enorm. Der Ersatz einer stählernen Rollenlagerung durch Polymer-Gleitlager reduziert die Wartungskosten auf null.

09. September 2009

Die GP Günter Papenburg AG in Teltow nahe Berlin ist ein führender Hersteller von Mischanlagen zur Produktion von Asphalt, zum Beispiel in der Bauindustrie und im Straßenbau. Dabei unterliegen die Anlagenteile außerordentlich hohen Anforderungen, schließlich arbeiten solche Maschinen bei Temperaturen von bis zu 200 Grad Celsius und werden bis zu acht Stunden am Tag im Dauerbetrieb eingesetzt.

Besonders hoch belastet ist vor allem die Lagerung einer Verschlussklappe, die im Betrieb alle 17 bis 20 Sekunden geöffnet und geschlossen wird, um das Asphaltgemisch portionsweise auszugeben. Bei diesem Vorgang legen die Lager in 0,6 Sekunden einen Weg von 350 bis 500 Millimeter in linearer Richtung zurück und führen zugleich eine Drehbewegung durch. Zugleich unterliegen die Lager dabei einer Belastung von bis zu drei Tonnen.

Für die Lagerung der Klappe nutzte das Unternehmen bisher Stahlrollen auf Stahlwelle, die geschmiert werden mussten und zudem starken Verschleiß aufwiesen. Für Karen Wieczorek, Konstrukteurin bei Papenburg, stand deshalb fest: »Wir wollten ein wartungsfreies Lager, das ohne teure Schmierung auskommt, das in beengten Räumen leicht zu installieren ist und sich durch eine hohe Temperaturbeständigkeit auszeichnet.«

Robust und wartungsfrei

Auf der Suche nach einem passenden Ersatz der Stahl-auf-Stahl-Lagerung wandte Wieczorek sich deshalb an den Gleitlagerspezialisten GGB in Heilbronn, mit dem das Unternehmen schon seit mehr als 15 Jahren zusammenarbeitet. Für den Einsatz in der Asphalt-Mischanlage empfahlen die Spezialisten für Metall-Polymer-Gleitlagerdie Verwendung des faserverstärkten Kunststoff-Verbundwerkstoffs Gar-Max. Diese Lager besitzen eine Laufschicht aus Polytetrafluorethylen (PTFE) und gewickelten hochfesten Fasern in einem gefüllten, intern geschmierten Hochtemperatur-Epoxydharz. Der Rücken besteht aus durchgehend gewickeltem Fiberglas, das in einem Hochtemperatur-Epoxydharz gekapselt ist. Die selbstschmierenden Gleitlager bieten sehr gute Reibungs- und Verschleißeigenschaften und können zudem Fluchtungsfehler kompensieren. Durch die verstärkte Verbundstruktur können die Lager hohe Belastungen auffangen und ertragen Lasten bis 210 N/mm2 statisch oder 140 N/mm2 dynamisch. Außerdem ermöglichen die inerten Werkstoffe den Einsatz in korrosiven Umgebungen wie Seewasser oder säurehaltiger Umgebung.

In den Asphaltmischanlagen reduzierte die Umstellung auf die GGB-Gleitlager die Wartungs- und Reparaturkosten auf null, und Karen Wieczorek ist zufrieden: »Die Anwendung funktioniert sehr gut; wir vertrauen auf die Standfestigkeit der Gleitlager und sind uns sicher, dass die Erwartungen unserer Kunden erfüllt werden.« bt

Erschienen in Ausgabe: 5-6/2009