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Industrieelektronik

Elektronikentwicklung – In einer groß angelegten Partnerschaft wird Schneider Electric in seinem Geschäftsbereich Energy an 40 Standorten weltweit Eplan als E-CAD-Lösung für die Elektronikentwicklung einsetzen. von Michael Kleine

20. Mai 2015

Wenn ein großes Unternehmen einen sehr großen Auftrag an einen ebenfalls bedeutenden Anbieter vergibt, ist das von vornherein eine Win-Win-Situation. In einem konkreten Fall hat Schneider Electric jetzt angekündigt, alle 40 Standorte im Bereich Energy weltweit einheitlich mit der E-CAD-Lösung von Eplan auszurüsten.

Die Deutschland-Geschäftsführerin von Schneider Electric, Rada Rodriguez, betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit E-Plan ist. Deutschland sei ein wichtiger Absatzmarkt von hoher Bedeutung für den französischen Elektrotechnik-Konzern.

Auch für Eplan sei dies ein großer Schritt, sagt Geschäftsführer Haluk Menderes: »Wir freuen uns sehr, dass Schneider Electric sich für unser E-CAD-System als zentrale Plattform für das Elektro-Engineering entschieden hat. Mit Begeisterung starten wir in diese starke strategische Partnerschaft. Die Kombination unser 30-jährigen Erfahrung, gepaart mit dem Know-how eines der weltweit größten Anbieter in der Energiebranche wird ›best-in-class‹-Lösungen für höchste Effizienz hervorbringen.«

Industrien weiter voranbringen

Für Thierry Tricot, Senior Vice President Quality and Supply Chain Global Energy bei Schneider Electric, ist es von größter Wichtigkeit, Rahmen und Atmosphäre der Zusammenarbeit gemeinsam abzustecken. »Es geht einerseits um Fachaspekte, um Software und um Prozesse, aber wir wollen auch ein Geben und Nehmen erreichen, so dass wir uns beide in unserer Industrie weiterentwickeln können. Alles geschieht immer zugunsten unserer Endkunden.«

Bislang hat jede Gesellschaft von Schneider Electric Energy mit eigenen Werkzeugen und spezifischen Designprozessen gearbeitet. »Da wir jetzt mehr Wert als je zuvor auf optimierte Zusammenarbeit und Effizienz legen, ist diese Vorgehensweise nicht mehr zeitgemäß«, hat Tricot erkannt. »Darum wollen wir als Software für das Erstellen der Elektroschemata unserer Schaltanlagen global nur noch die von Eplan einsetzen.«

Dank der Eplan-Plattform könne sein Unternehmen den Workflow vom Entwurf bis zur Produktion optimieren. »Know-how und Datenbank lassen sich zentralisieren und das Wissensmanagement vereinfachen. Die Informationen sind in die Lösung eingebettet, stets auf dem aktuellen Stand und für jede Niederlassung verfügbar, die darauf zugreifen muss.« Durch die Standardisierung und Wiederverwertbarkeit aller Komponenten möchte Schneider Electric die Produktivität steigern. Zudem soll sich die Zusammenarbeit zwischen den Standorten verbessern und die Arbeitsauslastung über Projekte hinweg gleichmäßiger verteilen.

Derzeit verwendet Schneider Electric bis zu zwölf unterschiedliche Software-Systeme. »Wir müssen das dringend standardisieren, damit unsere Kunden weltweit die gleichen Erfahrungen machen«, sagt Tricot. »Sie werden das gleiche Look & Feel bekommen, die gleichen Informationen und Unterlagen. Außerdem sollen sie flexibler werden und ihre Kapazitäten auslasten können. So können sie der Nachfrage bei immer stärkerer Variantenvielfalt besser nachkommen. Das Gleiche gilt natürlich auch für uns.«

Die Lösungen von Eplan erfüllen laut Tricot die aktuellen Maximen des Unternehmens Schneider Electric. »Diese sind ›Do more for customers‹, soll heißen eine praktizierte Kundennähe, ›Digitize‹, was die zunehmende Digitalisierung der Industrie wiederspiegelt, und ›Simplify‹, also die Vereinfachung und Beschleunigung der Prozesse. Die neue Partnerschaft wird uns bei der Umsetzung des Programms unterstützen.« Dabei passe es gut, dass auch Eplan international aufgestellt ist. Während des Deployments benötigt Schneider Electric nämlich die volle Unterstützung vor Ort sowie das Feedback der Kunden – in der Einführung genauso wie im laufenden Betrieb.

Auch für Eplan ist es ein kontinuierlicher Prozess, in allen 40 Standorten denselben Level an Support sicherzustellen. Dazu Haluk Menderes: »Standard ist ein wichtiger Begriff bei Eplan. Wir werden den gesamten Input zusammenführen, Prozesse modularisieren und automatisieren und das global in derselben Art und Weise. Die drei zentralen Stichworte in dieser Partnerschaft sind für mich Flexibilität, Effizienz und vor allem der Erfolg unserer Kunden, von Schneider Electric und Eplan gleichermaßen.«

Viel vor in kurzer Zeit

Der Zeitplan ist ambitioniert. »Wir wollen die Software noch im Jahr 2015 in 20 Standorten einführen und bis 2017 in den restlichen 20 Werken. Dabei gehen wir in jedem Standort Schritt für Schritt und Kunde für Kunde vor«, sagt Thierry Tricot. Aber beide Partner seien gut vorbereitet und darum optimistisch und zuversichtlich, das Vorhaben in der geplanten Zeit umsetzen zu können.

In einem dreimonatigen Pilotprojekt in Frankreich, Deutschland und der Türkei haben die jeweiligen die Teams ihre Ziele und Erwartungen bereits vereinheitlicht und schon im Vorfeld die Risiken und Anforderungen gemeinsam identifiziert. »Das Pilotprojekt haben wir erfolgreich abgeschlossen und so eine solide Basis gelegt. Jetzt können wir in die Breite gehen«, sagt Haluk Menderes.

Um die Standardisierung der Prozesse und die Einführung der Baukastensysteme ohne Probleme über die Bühne zu bringen, streben die Partner ein effektives Change-Management an. »Dazu ist auch die Einsicht der Mitarbeiter vor Ort erforderlich«, weiß Thierry Tricot. »Das funktioniert am besten, wenn sie sehen, dass die Umstellung auch für ihre tägliche Arbeit Vorteile bringt. Nur wenn wir die Mitarbeiter begeistern, können wir auch unsere Kunden begeistern.«

Nach der Umstellung sollen die Abläufe beschleunigter vorangehen. »Wir können vieles von Anfang an konfigurieren und das bringt die Produkte schneller an den Markt und das mit höherer Qualität«, ist sich Haluk Menderes sicher.

Wenn die Umstellung im Bereich Energy abgeschlossen ist, könnte die Zusammenarbeit auch auf andere Sektoren von Schneider ausgedehnt werden. Thierry Tricot: »Ein Beispiel sind unsere Teams, die weltweit schlüsselfertige Lösungen errichten.«

Erschienen in Ausgabe: 04/2015