Groß und schnell

Die Berliner Gefertec hat ein neues additives Verfahren entwickelt, mit dem sich Werkstücke bis drei Kubikmeter Größe herstellen lassen. Maschinen dafür werden erstmals auf der kommenden EMO in Hannover vorgestellt.

22. August 2017

Gefertec stellt auf der EMO (18. bis 23 September) in Hannover erstmals seine Maschinen der GTarc-Serie vor, mit denen Teile im neuen Verfahren "3DMP" produziert werden. Damit lassen sich laut Hersteller endkonturnahe Rohlingen aus Metall kostengünstig und schnell produzieren. Das Verfahren basiert auf dem Lichtbogenschweißen und funktioniert mit Draht statt mit Metallpulver. Das Baumaterial wird raupenförmig von einem Draht aufgeschmolzen. Der größte Vorteil des Verfahrens ist seine schnelle Aufbaurate, die Gefertec mit 600 cm3 pro Stunde beziffert. Dadurch kann eine solche Maschine auch größere Werkstücke aus Stahl, Nickelwerkstoffen, Titan oder Aluminium herstellen. Darüber hinaus entfällt die Handhabung des Pulvers, und es sind preisgünstige Standardwerkstoffe in Drahtform nutzbar.

Die GTarc-Maschine ist als dreiachsige Variante für Werkstückgrößen bis circa drei Kubikmeter oder fünfachsig für Werkstückgrößen bis 0,8 Kubikmeter erhältlich. Eine speziell entwickelte CAM-Software erzeugt aus den CAD-Daten des Werkstücks die NC-Programme zur Positionierung des Schweißkopfs der Maschine. Die Endbearbeitung der Teile erfolgt durch klassisches CNC-Fräsen. Bei teuren Werkstoffen wie Titan macht sich die effiziente Materialnutzung bemerkbar. Die Kosten für eine GTarc-Maschine entsprechen laut Gefertec etwa denen für ein kleineres Dreh-Fräs-Zentrum und liegen deutlich unter denen vergleichbarer Maschinen zum 3D-Druck.