Gut verträglich

CAD CAM

Software – Bei dem Maschinenbauer Nobag arbeiten die Konstrukteure sowohl mit direkten wie auch parametrischen CAD-Lösungen und können so die Vorteile aus beiden Welten nutzen.

20. September 2017

Bei parametrischer und direkter Modellierung verhält es sich wie früher bei Beatles und Rolling Stones – man war entweder Fan der einen oder der anderen Band, dazwischen gab es nichts. Bei Nobag ist das anders: Da arbeiten Creo-Parametric- und Creo-Elements/Direct-Konstrukteure direkt zusammen, oft sogar am selben Projekt. Inneo hilft Nobag, diese heterogene Entwicklungsumgebung effizient zu betreiben. Die Nobag Nobs Engineering AG entstand durch Management Buyout aus der 1919 gegründeten Nobs Maschinenfabrik. Seit 1993 konzentriert sich Nobag auf die Märkte Längsteilanlagen und Sondermaschinen. Längsteilanlagen dienen dazu, Blech, das auf breiten Walzen – Coils – aufgewickelt ist, der Länge nach in Streifen zu schneiden. Sehr viele Anlagen entstehen komplett kundenspezifisch. Im Bereich Sondermaschinenbau entwickelt und fertigt Nobag eine Palette von Maschinentypen von der Rundtaktanlage über Kaltformpressen und Handlingsysteme bis hin zu Schleifvorrichtungen. Insgesamt arbeiten knapp 30 Personen bei Nobag, 12 davon in der Konstruktion.

Hier setzt Nobag sowohl Creo Parametric (sechs Lizenzen) als auch Creo Elements/Direct (sieben Lizenzen) ein. Da die Konstrukteure nicht nur für einen Bereich arbeiten, wird bei jedem Projekt neu entschieden, ob es parametrisch oder direkt modelliert wird. »Teils mischen wir sogar«, ergänzt Projektmanager René Mutti. »Fremddaten lassen sich oft in Creo Elements/Direct besser verarbeiten. Deshalb kann es sein, dass wir bestimmte Teile der Maschine, die mit Kundenteilen in Berührung kommen und an CAD-Modelle des Kunden angepasst werden, direkt modellieren und den Rest der Maschine parametrisch.«

Zwei Tage Einsparung

In der vor Kurzem eingeführten Version Creo 3.0 lassen sich Toleranzen am 3D-Modell definieren, was laut Mutti große Auswirkungen im weiteren Prozess hat: »Wir sparen locker zwei Tage in der NC-Programmierung, weil die Minimal- und Maximalwerte im CAM-Programm nicht neu eingetragen werden müssen, sondern einfach mit dem CAD-Modell übergeben werden.« Oft sind es Kleinigkeiten, die viel bringen. Ein Beispiel ist die Möglichkeit, mechanische Bearbeitungen an einem Guss- oder Schweißteil einzufärben. So lassen sich die Bearbeitungen an komplexen Bauteilen wie einem Maschinenbett anschaulich darstellen und auf einen Blick erfassen.

Weitere Effizienzvorteile bringen die Startup Tools von Inneo, die unter anderem die Arbeit mit Normteilen erleichtern; die Nobag-Konstrukteure können eine ganze Bibliothek selbst angepasster Teile nutzen. Gerne nutzen die Entwickler auch die Startup-Tools-Funktion Design Tools, eine Sammlung von Grundkörpern, die als Basis komplexerer Modelle genutzt werden können. Für Creo Elements/Direct nutzt Nobag die entsprechenden Power-Extensions-Produkte, ebenfalls von Inneo.

»Inneo ist extrem wichtig für uns«, erläutert Mutti. »Wir beziehen nicht nur die CAD-Software, sondern auch die Hardware von Inneo. Von den Workstations über den Server mit zwei NetApp-Speicherlösungen bis hin zu Bürorechnern und Laptops ist praktisch die komplette technische Hardware von diesem Lieferanten. Das Prinzip ›Alles aus einer Hand‹ ist uns sehr wichtig und erleichtert die Zusammenarbeit sehr, da wir nur einen Ansprechpartner für die IT haben. Die Zusammenarbeit ist effizient und reibungslos.« hjs

Besser und schneller konstruieren

Herr Haas, was sind die Inneo Startup Tools?

Die Inneo Startup Tools bieten in erster Linie eine hochproduktive Arbeitsumgebung für die CAD- und PLM-Anwendung bei unseren Kunden. Dazu gehören neben der Konfiguration der Arbeitsumgebung entsprechend den Firmen- oder Kundenstandards auch eine große Zahl von nützlichen Zusatzfunktionalitäten und Bibliotheken mit denen der Anwender seine Arbeit besser und schneller erledigen kann. Neukunden können damit vom ersten Tag an produktiv loslegen. Bei Bestandskunden wird die Einheitlichkeit von Startbauteilen, Zeichnungsrahmen, Stücklistenvorlagen, Normteilen u.v.m. gewährleistet.

Können Sie uns ein konkretes Erfolgsbeispiel eines Kunden – neben Nobag – mit den Startup Tools beschreiben?

Beispiele erfolgreicher Kunden gibt es sehr viele auf unserer Homepage im Bereich Referenzen. Es befinden sich aktuell weit über 7.000 Lizenzen bei unseren Kunden im Einsatz. Darunter sind auch zahlreiche Firmen, die Creo gar nicht bei uns gekauft hatten, aber im Nachhinein den großen Wert der Statup Tools erkannt haben. Beispielsweise hat Aventics nach dem Verlassen des Bosch-Konzerns damit sehr schnell eine produktive Arbeitsumgebung nach eigenen Standards geschaffen und konnte reibungslos weiterarbeiten. Auch Kunden wie Haas Food in Wien haben damit einen konsistenten gruppenweiten Standard über alle internationalen Standorte realisiert. Nicht selten erzielen unsere Kunden durch die Standardisierung und Zusatzfunktionalitäten der Startup Tools Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich.

Kann der interessierte Konstrukteur die Startup Tools auch unverbindlich online testen?

Für Neukunden ist dies durchaus möglich. Inneo baut gerade ein CAD-Cloud-Angebot auf. Dieses wird in Deutschland gehostet und bietet mittels Virtual-Desktop-Technologie erstklassige Performance beim Endanwender. Die einzige technische Voraussetzung ist ein Internetzugang. Selbstverständlich sind die Inneo Startup Tools integraler Bestandteil dieses Angebots. Durch unsere flankierende Betreuung und Schulung stellen wir eine produktive Anwendung sicher.  

Bei Bestandskunden empfehlen wir einen Workshop und maßgeschneiderte Beratung, damit wir auf den bereits existierenden Anpassungen und Standards aufsetzen können. hjs

Erschienen in Ausgabe: 07/2017