Gute Berliner Tradition

Optosensoren - Überall, wo automatisierte Prozesse in Industrie, der Gebäudetechnik oder im Privaten unser Leben erleichtern, verrichten Sensoren fast unsichtbar ihren Dienst. Die Optoelektronik hat seit fast 60 Jahren Tradition in Berlin. Und sie bietet immer etwas Neues.

09. August 2006

Elektronische Steuerung braucht genaue Informationen über die Anwesenheit oder die Position von Gegenständen, Personen oder Transportsystemen. Die Nachfrage nach zuverlässiger Sensortechnik steigt. Vor allem den optischen Sen­soren bescheinigt Rainer Niess, Leiter des Geschäftsfeldes Optoelektronik beim Sensorikspezialisten Pepperl + Fuchs beste Zahlen: »Das Geschäftsfeld Optoelektronik weist seit Jahren ein konstantes Wachstum vor. Im Jahr 2005 haben wir insgesamt 830.000 optische Schalter gefertigt. Für das Jahr 2006 erwarten wir einen Umsatz von über 45 Mio. Euro.« Das 1948 in Berlin unter dem Namen Visolux gegründete Unternehmen bildet seit dem Jahr 2000 als Zweigniederlassung Berlin innerhalb der Pepperl + Fuchs-Gruppe das Kompetenz­zentrum für Entwicklung, Produktion und Vertrieb optoelektronischer Sensoren und Kamerasysteme. Im Mai dieses Jahres hat das Unternehmen das Kompetenzzentrum in ein moderneres und großzügiges Ge­bäude nach Berlin-Tempelhof verlegt. Dieser Schritt ist angesichts der Investitionen von 5,6 Millionen Euro ein klares Bekenntnis zum Standort Berlin und seinen über 200 Arbeitsplätzen.

Sensoren und Standortsicherung

Das Spektrum der Optoelektronik reicht heute von Standardlichtschranken über Lichttaster, Druckmarkentaster, Farbsensoren und Entfernungsmessgeräte bis hin zu Datenlichtschranken, hochintelligenten Kamerasystemen und Sensoren für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen. Kernbranchen sind die Verpackungstechnik, die Lager- und Fördertechnik und die Druck- und Papierindustrie. Weiterhin gehören zum Geschäftsfeld Optoelektronik Sensoren für automatische Türen, Tore und Aufzüge sowie die Produktgruppe Safety. Der Bereich Safety beschäftigt sich mit dem Personenschutz an gefährlichen Maschinen und Anlagen. Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen aus Sicherheitslichtschranken, Sicherheitslichtvorhängen, Sicherheitslichtgittern und entsprechenden Sicherheitsauswertegeräten sorgen dafür, dass beim unerlaubten Zutritt oder beim

Hineingreifen in Gefahrenbereiche die Antriebe sofort gestoppt werden. Ein aktuelles Thema im Tür-Tor-Aufzugs-Bereich ist hier zum Beispiel die Norm DIN 18650, die nach einer Übergangsfrist von nur zehn Monaten seit dem 01.07.2006 verbindliche Sicherheitsstandards für automatische Tür­sys­teme vorschreibt. Ganz in der Linie der

langen Berliner Sensorenbautradition hat Pepperl + Fuchs mit ›Topscan-S, einen der ersten DIN-entsprechenden Sicherheits-Aktiv-Infrarot-Lichttaster entwickelt.

Kurzinterview - Nach fast sechs Jahrzehnten optische Sensoren ›made in Berlin‹ sollen auch die Kunden zu Wort kommen. Wir haben mit vier Anwendern aus ganz unterschiedlichen Bereichen unter anderem über Angebot, Kompetenz und Service bei Visolux/Pepperl + Fuchs gesprochen.

Welche optosensorischen Aufgaben stellen sich Ihnen und wo setzen Sie diese Komponenten ein?

Klaus Stocklossa: Als Hersteller von Bogenfalzmaschinen benötigen wir optische Sensoren vor allem in der Prozesssteuerung und Überwachung. Wir wollen immer genau wissen, wo das Produkt ist, wie groß es ist und wann es an einem ganz bestimmten Ort ist.

Thomas Plischka: Wir realisieren sämtliche Logistik. Das heißt bei uns müssen Sensoren alle möglichen Bewegungsabläufe steuern, überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Wir setzen optische Sensoren vor allem als Lichtschranken, Lichttaster und Distanzmessgeräte für Regalbediengeräte und im Bereich der Fördertechnik ein.

Thomas Riffert: Unsere sensorischen Aufgaben liegen vor allem im Erkennen des

Ladungszustandes, also ob die Maschine be- oder entladen ist. Gegebenfalls muss nachgetaktet werden. Optoelektrische Sensoren setzen wir direkt an unseren Maschinen ein. Zur Nutzlast- und Höhenerkennung sind das Lichtschranken und Lichttaster. Die Opto­elektronik hat für uns den Vorteil, dass das Gegenstück kein Magnet oder

metallisches Stück sein muss, sondern der Sensor direkt die Waren abtasten kann.

Peter Blaser: In den vergangenen 15 Jahren hat in der Drucktechnik die Automatisierung stark Einzug gehalten. So gibt es in der Druckmaschine heute zahlreiche Einsatzgebiete für optische Sensoren So zum Beispiel bei der Zustandserfassung des Papiers, welches in der Maschine läuft. Und vor allem in der Sicherheitstechnik. Zum einen ist der eigene Anspruch natürlich enorm hoch, zum anderen steigen die gesetzlichen Bestimmungen ständig.

Fast 60 Jahre Visolux. Wie lange arbeiten Sie mit diesem Unternehmen zusammen und wie sind Ihre Erfahrungen?

Klaus Stocklossa: Wir ordern schon seit vielen Jahren einen Großteil der Sensoren bei Visolux. Der Partner Visolux bzw. heute Pepperl + Fuchs zeichnet sich vor allem durch Kompetenz, Kontinuität, Hightech aus - aber auch in puncto Preis/Leistung. An allererster Stelle stehen bei uns aber immer noch die Funktionalität und Kontinuität, deshalb müssen die Produkte für uns ein bestimmtes Qualitätsniveau haben. Und das bietet Visolux von Anfang an.

Thomas Plischka: Wir arbeiten seit mehr als zehn Jahren mit Visolux zusammen. Zum einen passt die technische Auslegung sehr gut zu unserem Portfolio. Was uns aber besonders gut gefällt, sind der Support, die Produkte und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn es mal Probleme gibt, haben wir schnell einen kompetenten Ansprechpartner.

Thomas Riffert: Wir kennen Visolux schon seit 15 Jahren und setzen heute überwiegend Produkte dieser Firma ein. Sie sind innovativ, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, die Qualität ist sehr gut. Die große Stärke von Visolux ist aber der extrem gute Außendienst. Der Vertrieb ist sehr technisch ausgerichtet, man bekommt fachkundige Auskünfte und wird schnell bedient.

Peter Blaser: Wir arbeiten seit mehr als 30 Jahren mit Visolux zusammen. Denn schon damals war dieses Unternehmen eines der wenigen, die die Anforderungen punktgenau erfüllten. Auch heute kaufen wir alles, was Sensortechnik anbetrifft, nur bei deutschen Herstellern, optische Funktionen also bei Visolux. Wir ordern praktisch nichts aus dem Katalog - es sind alles Spezialapplikationen, zumindest aber angepasste Katalogapplikationen. Wir können keine billige Standardware aus Asien oder Osteuropa gebrauchen. Für uns ist Zuverlässigkeit das alles entscheidende Kriterium. Im Übrigen kaufen wir nicht nur einfach einen Sensor, sondern auch eine Entwicklungsleistung - d.?h. wir gehen mit einem konkreten Problem zu Visolux und entwickeln zusammen das Produkt. Wir kaufen also ein Produkt und eine Dienstleistung dazu.

Wie schätzen Sie die Chancen von optosensorischen Lösungen ein?

Klaus Stocklossa: Der Sensorikmarkt wird noch verstärken. Wir werden hier in Westeuropa nur überleben, wenn wir weiterhin mehr Qualität bieten. Es wird immer Funktionen geben, die nur durch Optosensoren bedient werden können.

Thomas Plischka: Diese Sensoren werden noch sehr lange ihre Bedeutung haben. Denn sie passen sich ihren Aufgaben an und entwickeln sich technisch immer weiter. Thomas Riffert: Ich sehe die Optoelektronik als einen starken Wachstumsmarkt - es wird weiterhin viele Applikationen geben.

Peter Blaser: Die Optosensorik behält ihre Berechtigung. Aber es gibt es auch andere Verfahren, die stark im Kommen sind. Beispielsweise das Ultraschallverfahren. Dies hat speziell im Druckmaschinenbereich interessante Vorteile. Die optischen Sensoren sind immer abhängig von der Oberfläche des Papiers: Glänzt es, ist es durchsichtig oder schwarz-weiß? Hier haben Optosensoren Schwächen. Auch die Verschmutzung ist für uns ein ständiges Thema. Denn in der Drucktechnik hat man viel mit Puder- und Papierstäuben zu tun, die Sensoren beeinflussen. Deshalb könnten dort künftig vielleicht effektiver Ultraschallsensoren eingesetzt werden.

Andreas Kunze

Erschienen in Ausgabe: 05/2006