Hält locker mit

Spezial

Elektroantriebe – Entgegen der landläufigen Meinung ist das Elektroauto Karabag New 500 E nicht teuer, zudem stimmen Geschwindigkeit und Reichweite. Möglich wird das durch eine Kombination aus Motor, Umrichter, Lüfter und Steuerung von Linde Hydraulics.

16. Februar 2012

Im Automobilmarkt sind 251 Zulassungen pro Jahr nicht sonderlich viel. Bei Elektrofahrzeugen hielt die Karabag GmbH aus Hamburg im Jahr 2010 mit dieser Zahl die Spitzenposition. Das Unternehmen, eigentlich Anbieter von FIAT-Nutzfahrzeugen, baut und vertreibt seit 2008 Elektrofahrzeuge und stellt jetzt mit dem Karabag New 500 E ein neues Modell vor, das nicht teurer ist als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor.

Basis ist ein Fiat 500, der dank sparsamer und hoch effizienter Elektroantriebe mit einer vergleichsweise kostengünstigen Lithium-Polymer-Batterie unterwegs ist. Bei der Auslegung und Optimierung des Antriebs wurde Karabag von Linde Material Handling unterstützt. Deren Geschäftsfeld Linde Hydraulics hat in den vergangenen 40 Jahren rund 3,5 Millionen Elektroantriebe für mobile Arbeitsmaschinen wie Gabelstapler oder Elektroschlepper gebaut.

Als die Linde-Ingenieure die Zusammenarbeit mit Karabag begannen, gab es bereits ein Grundkonzept, das jedoch noch optimierungsfähig war. Die Antriebsspezialisten ersetzten den ursprünglich vorgesehenen gekühlten Antrieb mit nominal 30 Kilowatt durch einen sehr viel leichteren, ungekühlten 28-Kilowatt-Motor und verbesserten die Funktionalitäten der elektronischen Steuerung. So hat der Karabag New 500 E jetzt erheblich mehr Schub als die ältere und vermeintlich stärkere Version.

Linde Hydraulics liefert nicht nur den reinen Fahrantrieb, sondern die gesamte Kombination aus Motor, Umrichter, Lüfter und Steuerung. Die Steuerung vom Typ LINC 1, bewährt im Staplereinsatz, kommuniziert mit dem Bordcomputer, dem Batteriemanagementsystem (BMS), einem Gateway sowie dem Display in der Armaturentafel.

Schnell genug und zudem günstig

Ergebnis der gemeinsamen Entwicklungsarbeit ist ein Elektrofahrzeug, das bei einer Spitzenleistung von 28 Kilowatt bis zu 105 Kilometer pro Stunde schnell ist, in 8,5 Sekunden von null auf 50 Kilometer pro Stunde beschleunigt und dessen Reichweite von 100 Kilometern für städtische Bedürfnisse völlig ausreicht.

Auch bei den Kosten gibt es Vorteile: Verglichen mit einem Serien-FIAT 500 mit Verbrennungsmotor

ergeben sich beim Elektro-Karabag Vollkosten von 370,40 Euro pro Monat gegenüber 412 Euro beim Benziner. Einbezogen sind dabei 299 Euro monatliche Leasingrate ohne Sonderzahlung und vier Jahre Garantie.

Angesichts dieser Werte hat Karabag in sehr kurzer Zeit ein konkurrenzfähiges Elektrofahrzeug auf die Räder gestellt. Sehr hilfreich dabei waren nach Angaben des Herstellers das Know-how von Linde Hydraulics und die ebenso kostengünstigen wie bewährten Linde-Elektroantriebe.

Nach Plänen des Unternehmens sollten noch im vergangenen Jahr 200 Karabag New 500 E das Werk verlassen. Vielleicht reicht es mit dieser Zahl auch 2011 zum Sieg bei den Zulassungen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2012