Hart im Nehmen

RFID ? Induktiv arbeitende Komponenten im Ganzmetallgehäuse ermöglichen den Einsatz der RFID-Technologie unter härtesten Bedingungen. Bündig einbaubare Datenträger gewährleisten eine sichere Funktion des Systems auch in einem metallischen Umfeld.

14. November 2007

In vielen Bereichen der Industrie hat sich die drahtlose Identifikationstechnik RFID mittlerweile ihren festen Platz erobert. Die betriebssicheren Systeme lassen sich vielseitig einsetzen und sind relativ unempfindlich gegen widrige Umgebungsbedingen. RFID-Systeme (Radio Frequency Identification) bestehen in der Regel aus passiven elektronischen Etiketten (Datenträger, Transponder oder einfach Tags genannt) sowie Schreib-/Leseköpfen und einem Auswertegerät mit integrierter Bus- Anbindung. Die Tags lassen sich im Gegensatz zu einfachen Barcode-Lösungen oder Lasermarkierungen sowohl lesen wie auch beschreiben.

Zahlreiche Vorteile

Ein großer Vorteil der RFID-Datenträger ist, dass sie mechanisch und chemisch bedeutend widerstandsfähiger sind als Barcodes oder deren Träger, was die Integrität und Dauerhaftigkeit der gespeicherten Informationen gewährleistet. Dennoch lassen sich konventionelle Datenträger und Schreib-/Leseköpfe nicht in sämtlichen Anwendungsbereichen problemlos einsetzen, weil die marktüblichen Geräte bei extremen Umgebungsbedingungen schnell versagen, etwa bei großen Temperaturschwankungen und bei starken mechanischen oder chemischen Beanspruchungen. Um die Bedarfslücke in diesen Bereichen zu decken, hat der schweizerische Sensorikspezialist Contrinex jetzt ein besonders widerstandsfähiges RFID-System entwickelt, bei dem die Datenträger wie auch die Schreib-/Leseköpfe mit Ganzmetallgehäusen ausgestattet sind. Deshalb sind sowohl Datenträger wie auch die Schreib-/Leseköpfe des neuen Systems mit der Bezeichnung Con Ident mechanisch und chemisch nahezu unzerstörbar.

Robust für alle Fälle

Die induktiv arbeitenden Ganzmetall-Komponenten sind druckfest und unempfi ndlich gegen Korrosion, Kratzer und Temperaturwechsel von ?20 bis +125 °C sowie beständig gegen Abrieb und Chemikalien. Zudem sind die Schreib-/Leseköpfe im Bereich der aktiven Fläche absolut dicht und weitgehend unempfindlich gegen Schläge. Zudem lassen sich mögliche Beläge auch mit groben Mitteln entfernen. Die Datenträger sind vollbündig einbaubar und rundum absolut dicht und gewährleisten eine sichere Übertragung im metallischen Umfeld. Für den Einsatz bei großen Temperaturschwankungen bietet das Unternehmen mit Hauptsitz in Givisiez im schweizerischen Kanton Freiburg zusätzlich Tags, die für einen Betriebstemperaturbereich von ?20 bis +125 °C optimiert sind. Die Schutzarten IP 68 und IP 68 plus IP 69K gewährleisten dabei, dass die Tags auch unter Wasser problemlos funktionieren und zum Teil sogar der Reinigung mit heißem Hochdruckwasserstrahl gewachsen sind. Das Ganzmetall-Lieferprogramm des Unternehmens besteht derzeit aus Schreib-/ Leseköpfen in Baugrößen M18 und M30 sowie passenden Datenträgern mit einem Durchmesser von 10 Millimetern bis M30. Die Datenträger verfügen über einen Schreib-/Lesespeicher von 2 Kilobit. Die gespeicherten Inhalte oder Speicherbereiche lassen sich mittels persönlicher Identifikationsnummer (PIN) oder Datenschutz-Bits mit einem Schreib- und/oder Leseschutz versehen.

Einsatz unter harten Bedingungen

Ein mögliches Einsatzfeld ist beispielsweise die Wartung von Baumaschinen wie Bagger oder Kräne, deren Präzisionsmechanik regelmäßig kontrolliert werden muss, um die Betriebssicherheit zu garantieren. Unerlässlich ist dabei oft ein Überblick über die bereits durchgeführten Unterhaltsarbeiten, eingebaute Ersatzteile oder Angaben zur Person, die eine frühere Wartung durchgeführt hat. Zudem müssen durchgeführte Wartungsarbeiten zunehmend dokumentiert werden, um ihre Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Die Arbeiten direkt auf der Baustelle erschweren dabei allerdings das Ausfüllen von Papierunterlagen oder den Einsatz eines Laptops beträchtlich. Für solche Fälle besitzen die Ganzmetall- Datenträger einen Speicher, der auch durch eine Schmutzschicht hindurch sowohl gelesen wie auch beschrieben werden kann. Im Gegensatz zu Papier oder Computer sind diese Datenträger zudem direkt auf der Baumaschine angebracht, sodass die historischen Daten zum integrierten Bestandteil der Baumaschine werden. Die Ganzmetallgehäuse gewährleisten außerdem, dass sie mechanische Angriff e, denen Baumaschinen ausgesetzt sind, problemlos aushalten. Einen zusätzlichen mechanischen Schutz bietet zudem der bündige Einbau der Ganzmetall- Tags. Ihre hohe Schutzklasse erlaubt dabei eine gründliche Reinigung der Baumaschinen. Nutzbringend ist der Einsatz der RFIDTechnik auch bei modernen Produktionsanlagen, die häufi g an verschiedene Anforderungen angepasst und neu programmiert werden müssen. Anstelle einer zeitraubenden manuellen Programmierung kann hier das Transportmittel oder das zu bearbeitende Objekt selbst mit einem RFID-Datenträger versehen werden, der die zur Programmierung der Anlage notwendigen Informationen enthält. Zur Steuerung der Anlage erfassen die Schreib-/Leseköpfe dann die im entsprechenden Tag gespeicherten Informationen und leiten sie an die Werkzeugmaschine weiter. Die ConIdent-Datenträger bieten dazu eine Kapazität von zwei Kilobit für die Speicherung der Produktionsdaten und lassen sich unbegrenzt neu programmieren. Da die Datenträger in Edelstahl ausgeführt sind, sind sie sowohl gegen Schneidöl wie auch aggressive Reinigungsmittel

unempfindlich. Zudem sind die Datenträger auch dann lesbar, wenn zwischen ihnen und den Schreib-/Leseköpfen kein direkter Sichtkontakt besteht.

Peter Heimlicher, Contrinex AG/bt

Erschienen in Ausgabe: 08/2007