Hauptsache dicht

Maschinenelemente

Energieführung – Maschinen zur Holzbearbeitung sind im Einsatz extremen Verschmutzungen ausgesetzt. In einer Plattentrennkreissäge gewährleisten komplett dichte Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp die reibungslose Herstellung von Buche-Furnierschichtholz.

19. März 2014

Die Paul Maschinenfabrik GmbH & Co. KG aus dem oberschwäbischen Dürmentingen ist einer der führenden Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen. Zu den Highlights des Unternehmens gehört die Plattentrennkreissäge vom Typ SK-Vario zur Herstellung von Furnierschichtholz aus Buche, die speziell für den Sägewerksbetreiber Pollmeier aus Creuzburg in Thüringen entwickelt wurde. Zur Herstellung des Schichtholzes werden zunächst die einzelnen Furnierlagen in einer Presse zu bis zu 18 Meter langen, 1,80 Meter breiten und 80 Millimeter starken Platten miteinander verklebt. Danach schneidet die Paul-Maschine die Platten in bis zu 18 Streifen. Die einzelnen Sägen in der Maschine sind über eine CNC-Steuerung frei positionierbar.

Bewährtes Prinzip

Das Prinzip der Säge entspricht zwar der bewährten Baureihe K34 Vario, die Paul bereits im Jahre 2003 entwickelt hat, allerdings lässt sich Buchenholz ungleich schwieriger bearbeiten als das üblicherweise verwendete Fichtenholz. Um den besonderen Anforderungen gerecht zu werden, musste die Maschine deshalb von Grund auf überarbeitet werden. Dabei wollten die Maschinenbauer auch die verbauten Energieführungen austauschen, die die Stromversorgung der positionierbaren Säge- und Zerspanaggregate schützt, erinnert sich Roland Ströhle, Technischer Leiter bei den Oberschwaben: »Wir hatten im Vorgängermodell nicht abgedeckte Energieführungssysteme eingesetzt, und das war aufgrund der stark staubbelasteten Produktionsumgebung nicht optimal; es traten regelmäßig Späne in die Kette ein.«

Diesen Missstand galt es zu beheben, schließlich können die beim Sägeprozess entstehenden Späne schon aufgrund ihres großen Volumens leicht Blockierungen auslösen. Zudem bilden sie bei Kontakt mit Ölen, Harzen oder Wasser äußerst harte Rückstände, die Schläuche und elektrische Leitungen leicht beschädigen können. Zudem verschleißt dadurch auch die Energieführungskette selbst schneller. Auf der Suche nach einer besseren Lösung wandte Ströhle sich deshalb an den Energieführungsspezialisten Tsubaki Kabelschlepp aus Wenden im Sauerland, mit denen die Oberschwaben bereits seit über 25 Jahren zusammenarbeiten.

Die Energieführungsexperten empfahlen den Einsatz von geschlossenen Führungsketten der Serie TKA, deren Oberflächengestaltung das Anhaften von Spänen oder anderer Ablagerungen schon im Vorfeld weitgehend verhindert. Zusätzlich ist der Innenraum sehr leitungsschonend und ohne Störkanten konzipiert. Die Schutzfunktion umfasst zudem auch den Anschlag, weil sich die Anschlusselemente aus Kunststoff oder Stahl von oben, von unten oder frontal anschließen lassen.

Die besonders dicht konstruierten TKA-Ketten schützen die Leitungen jedoch nicht nur zuverlässig vor Spänen und Staub, sondern verhindern auch das Eindringen von Spritzwasser oder Kühl- und Schmiermittel. Die Kapselung des Anschlagsystems und der Bolzen-Bohrungs-Verbindung gewährleistet dabei, dass selbst zerstäubtes Öl oder umherfliegende Teile bei der Reinigung des Arbeitsraums nicht zum Problem werden. Umfangreiche Prüfungen des TÜV Nord bestätigen den Schutz der verlegten Leitungen durch die TKA-Führungsketten nach IP54 bis in den Anschlussbereich. Weitere wesentliche Produkteigenschaften der TKA sind eine optimierte Geometrie der Kettenglieder und ein dreifach gekapseltes Anschlagsystem, das große freitragende Längen ermöglicht und gleichzeitig sehr torsionssteif ist.

Komfortables Handling

»Abgesehen von der Spänedichtheit bestanden unsere Anforderungen in einem leichtgängigen Abrollen und einer möglichst einfachen Handhabung«, ergänzt Ströhle und bestätigt: »Auch diesbezüglich sind wir mit der TKA sehr zufrieden. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Energieführung auch im Regelbetrieb gut bewähren wird.«

Die spänedichten Energieführungen ermöglichen damit viele neue Anwendungen, und zwar nicht nur in der Holz verarbeitenden Industrie, sagt Werner Eul, Product Manager Cable Carrier Systems bei Tsubaki Kabelschlepp: »Viele positive Rückmeldungen erhalten wir zum Beispiel auch von Herstellern von Werkzeugmaschinen, die ebenfalls von den besonders dichten Ketten profitieren.«

Für diesen Einsatzbereich fertigt das Unternehmen alle TKA-Typenreihen optional auch aus einem Spezialmaterial, das die Leitungen auch vor bis zu 850 Grad Celsius heißen Metallspänen schützt.

Auf einen Blick

- Die Tsubaki Kabelschlepp GmbH in Wenden ist ein führender Hersteller von Energieführungen aus Metall und Kunststoff.

- Die spänedichte Energieführung vom Typ TKA bietet Schutz vor Staub und Wasser nach IP54.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014