Heavy Duty mit Standards

Technik

Antriebssysteme – Der Schweizer Stahl- und Apparatebauer L+M realisierte unter Mithilfe standardisierter Antriebselemente von Nozag Montageeinrichtungen für Schienenfahrzeug-Baugruppen.

19. Mai 2016

Im Zusammenhang mit Schienenfahrzeugen denkt jeder sofort an großformatige und schwergewichtige Baugruppen. Der Eindruck täuscht natürlich nicht und so muss sich die zur Schweizer Wesco-Gruppe L+M AG diesen Herausforderungen stellen, denn sie zählt zu den Spezialisten für Systemlösungen in der Produktion und Montage solcher Baugruppen.

Als es um neue Ausrüstungen für die Aufnahme, den inner- sowie außerbetrieblichen Transport und die Montage von Zugkomponenten ging, erhielt L+M einen Großauftrag zur Entwicklung, Konstruktion und Herstellung der benötigten Einrichtungen. Der Kunde äußerte dabei den Wunsch, die unterschiedlichen Anforderungen aus Fertigung, Montage und Logistik innerhalb eines Gesamtsystems erfüllen zu können und gab gleichzeitig einen ambitionierten Zeitrahmen für die Umsetzung vor. Die Ingenieure von L+M entwickelten eine integrierte Komplettlösung. Ausgehend von der benötigten Montage- und Logistik-Kapazität besteht diese aus vier Drehvorrichtungen und sieben Aufnahme- und Transportrahmen.

Ziel war eine Komplettlösung aus individuellem Apparatebau und standardisierten Antriebselementen. Die Drehvorrichtungen dienen dabei dem Zusammenbau und der Endmontage verschiedener Zugkomponenten. Weil die Bestandteile schwer und sperrig sind, kommt dem sicheren, ergonomischen Betrieb und dem flexiblen Einsatz eine besondere Rolle zu. Darüber hinaus sollte eine gute Zugänglichkeit gegeben sein, und die Konstruktion sowie der Antrieb der Drehvorrichtung dürfen die Montagearbeiten nicht behindern.

Schweres Gerät

Eine Drehvorrichtung sowie ein Aufnahme- und Transportrahmen wiegen zusammen 1.100 beziehungsweise 1.700 Kilogramm und inklusive der montierten Zug-Baugruppe kommen bis zu 3.000 Kilogramm zusammen. Zur Ausrüstung gehören noch die Dokumentationen sowie Zertifikate, es gibt strenge Kundenvorgaben bezüglich technischer Ausführung, der Maß- und Passgenauigkeit, der Kompatibilität der Drehvorrichtungen und Rahmen untereinander sowie der Leistung und Zuverlässigkeit der Bauteile oder Baugruppen, die von Zulieferern kommen.

Für die antriebstechnischen Belange sicherte sich L+M die Unterstützung des Spezialisten Nozag. Dabei ging es hauptsächlich um den sicheren und zuverlässigen Antrieb der Drehvorrichtung um zweimal 90 Grad. Die Anwendungsingenieure von Nozag wählten für den Drehvorrichtungsantrieb eine praxisgerechte Lösung aus dem Baukasten. Dadurch bekommt der Auftraggeber Heavy-Duty-Antriebstechnik als einbau- und betriebsfertiges Subsystem.

Komplett aus Standards

Realisiert wurde der Antrieb mit Standardkomponenten wie einem vierpoligen Drehstrommotor mit Montagefuß, einer flexiblen Kupplung der Baugröße 095, einem Kegelradgetriebe der Serie RM24, einem Schneckengetriebe CHMR-110-80 mit der Übersetzung i=80 und einer Duplex-Rollenkette inklusive Kettenrädern.

Für die Drehfunktion ist die Motor-Kegelradgetriebe-Kombination zuständig, die Kombination Kettenantrieb und Schneckengetriebe sorgt per Eigenhemmung dafür, dass sich die Drehvorrichtung nicht von selbst in Bewegung setzen kann.

Nozag lieferte die Antriebslösung als montagefertige Einheiten an den Auftraggeber L+M, die somit gegenüber dem Endkunden als Systemlieferant aus einer Hand verantwortlich zeichnet.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016