Hilfe gegen Reibungsverluste

Maschinenelemente

Energieführung – Horizontal bewegte Energieführungsketten mit langen Verfahrwegen unterliegen einem hohen Verschleiß. Kostengünstige Gleitschuhe aus Spezialkunststoff verhindern, dass Obertrum und Untertrum direkt aufeinander gleiten und verlängern so die Lebensdauer der Kette deutlich.

30. Oktober 2013

Ein andauerndes Problem im Maschinen- und Anlagenbau ist die zunehmende mechanische Belastung von Energieführungsketten. So geben die Konstrukteure der Maschinen- und Anlagenbauer beispielsweise immer längere Verfahrwege vor, zudem steigt die Anzahl und damit das Gewicht der bewegten Steuer-, Daten- und Versorgungsleitungen, und nicht zuletzt werden die Anlagen heute immer schneller gefahren.

Vor allem bei horizontal gleitender Einbaulage nimmt die mechanische Belastung der Führungsketten somit insbesondere bei längeren Verfahrwegen von mehr als drei Metern überproportional zu. Die Energieführungsketten verschleißen deshalb schneller und müssen häufig komplett getauscht werden. Die Folge sind unnötige Stillstandzeiten wegen der häufigen Reparaturen oder Wartungsarbeiten.

Eine einfache und kostengünstige Lösung für dieses Problem hat jetzt der Energieführungskettenspezialist Murrplastik Systemtechnik aus Oppenweiler bei Stuttgart vorgestellt: Das Unternehmen bietet für seine Energieführungsketten-Systeme PowerLine und HeavyLine maßgeschneiderte Gleitschuhe an, die es verhindern, dass die Kettenseitenglieder, also das Ober- und Untertrum, direkt aufeinander gleiten.

Der Oberflächenabrieb von Energieführungsketten in horizontal gleitender Einbaulage wird damit praktisch auf null reduziert, schließlich verschleißen dabei statt der gesamten Energieführungssysteme lediglich die kostengünstigen Gleitschuhe, die sich schnell und einfach montieren und austauschen lassen.

Schneller Austausch

Die Gleitschuhe für die Energieführungsketten-Serien PowerLine oder HeavyLine sind vier bzw. sechs Millimeter hoch und sollten beim Erreichen der Verschleißgrenze von 1,5 Millimeter ausgetauscht werden. Sie werden dazu anstelle der Rahmenstegverriegelungen auf die Seitenglieder im Innenbogen der Energieführungskette aufgesteckt und mit nur einem Handgriff und ohne Werkzeug mit der Energieführungskette verriegelt.

Der Wechsel eines Gleitschuhs erfordert lediglich einen Schraubendreher zum Entriegeln. In der Praxis verlängert der Einsatz der Gleitschuhe auf diese Weise die Lebensdauer von Energieführungsketten auf das bis zu Fünffache.

Die Gleitschuhe bestehen aus einem neu entwickelten Kunststoff-Material, dessen Härte als technisch optimaler Kompromiss zwischen Abriebfestigkeit und Gleitfähigkeit realisiert werden konnte. Dies bestätigt sich zum Beispiel beim Einsatz der neuen Gleitschuhe in der Glasindustrie, wo Glasplatten mit Hilfe von Handling-Anlagen befördert und den Bearbeitungsanlagen zugeführt werden.

Das Problem für alle bewegten Einheiten ist hier die hohe Glasstaub-Konzentration in der umgebenden Luft. Dadurch kommt für eine Energieführungskette neben der normalen Abnutzung zwischen Ober- und Untertrum ein zusätzlicher Schleifmittel-Effekt hinzu. In der Praxis konnte die Laufzeit der Energieführungsketten auch bei dieser anspruchsvollen Anwendung trotz der hohen mechanischen Belastung mehr als verdoppelt werden, sodass Wartungszyklen entsprechend verlängert werden konnte. Im Ergebnis amortisiert sich die Investition in die Gleitschuhe so bereits nach kürzester Frist.

Auf einen Blick

- Die Murrplastik Systemtechnik GmbH mit Sitz im württembergischen Oppenweiler ist ein international aufgestellter Hersteller von Kunststoffprodukten für den Maschinen- und Anlagenbau mit heute rund 470 Mitarbeitern.

- Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst unter anderem Energieführungsketten, Kabeldurchführungen, Leitungen, Kennzeichnungssysteme sowie Automations- und Roboterausrüstungen.

- Einsatzgebiete für die Produkte finden sich unter anderem an Fertigungsanlagen in der Automobilindustrie, in der Bahn- und Medizintechnik oder im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau.

Erschienen in Ausgabe: 08/2013