Hitzefest und säurefrei

Sicherheitstechnik

Brandschutz – Vergiftungen durch toxische Gase sind die häufigste Ursache von Todesfällen bei Kabelbränden. Speziell entwickelte schwer entflammbare halogenfreie Sicherheitskabel setzen auch bei Bränden keine Schadgase frei und halten den Flammen stundenlang stand.

19. September 2013

Ein essentieller Punkt bei der Planung und Errichtung von Gebäuden und technischen Anlagen ist der Schutz vor Bränden und der damit meist verbundenen Freisetzung von Rauch sowie von giftigen Gasen wie beispielsweise Kohlenmonoxid, die für 95 Prozent der Todesfälle durch Brände verantwortlich sind. Entscheidend für das Risiko von Todesfällen durch Brände ist daher das Brandverhalten der in den verschiedenen Bau- und Anlagenteilen verwendeten Werkstoffe. Von großer Bedeutung sind dabei speziell die Kabel und Leitungen. Deren Mäntel bestehen deshalb oft aus halogenierten Kunststoffen wie beispielsweise PVC, die nur schwer oder gar nicht entflammbar und zudem weitgehend selbstverlöschend sind. Ein erheblicher Nachteil derartiger Werkstoffe ist jedoch, dass bei einem Brand aus dem sich zersetzenden Kunststoff extrem ätzende und toxische Chlor- oder Fluorwasserstoffgase freigesetzt werden, die zudem zum Beispiel mit Löschwasser zu äußerst korrosiven und toxischen Säuren wie Flusssäure und Salzsäure reagieren können.

Da bei einem solchen Brand die Vergiftungen der betroffenen Menschen durch die toxischen Gase sowie die Schäden durch Korrosion meist gravierender sind als die eigentlichen Brandschäden, empfiehlt sich meist der Einsatz halogenfreier Kabel. Bei diesen bestehen die Isolier- und Mantelwerkstoffe aus Polymeren auf der Basis reiner Kohlenwasserstoffe, bei deren Verbrennung keine korrosiven oder besonders toxischen Gase freigesetzt werden. Diese halogenfreien Polymere sind allerdings leicht brennbar und auch nicht selbstverlöschend. Viele Anlagen erfordern jedoch vor allem für sicherheitsrelevante Stromversorgungen und Steuerungen den Einsatz von schwer entflammbaren und selbstverlöschend ausgeführten Kabeln und Leitungen, die aber zugleich keine Halogene wie Chlor oder Fluor enthalten dürfen.

Funktionserhalt auch im Brandfall

Der international tätige Kabelhersteller Helukabel mit Sitz im baden-württembergischen Hemmingen löst diese Aufgabe durch die Zugabe von speziellen Polymermischungen mit einem erheblichen Prozentsatz an Flammschutzmitteln, die im Brandfalle keine gefährlichen korrosiven Gase entwickeln. Der zusätzliche Einsatz stützender Bänder und Füllgarne aus Glasgewebe, Glimmer und ähnlichen Werkstoffen sowie eigens darauf abgestimmter Zubehörteile ermöglicht Funktionserhalte bei Flammeinwirkung von mehr als einer Stunde. Dieser Wert sagt aus, in welcher Zeitspanne ein dem Feuer ausgesetztes Kabel gemäß der Prüfnorm DIN 4102 elektrisch funktionstüchtig bleiben muss. So bietet zum Beispiel das halogenfreie Sicherheitskabel NHXCH-FE 180/E 90 einen Isolationserhalt von 180 Minuten und einen Funktionserhalt von 90 Minuten.

Auf einen Blick

- Die Helukabel GmbH in Hemmingen bei Stuttgart ist ein führender Hersteller und Anbieter von Kabeln, Leitungen, Spezialkabeln, Kabelzubehör sowie Daten-, Netzwerk- und Bustechnik und konfektionierten Kabelschutzsystemen.

- Das umfangreiche Lagerprogramm umfasst mehr als 33.000 Artikel.

Erschienen in Ausgabe: 07/2013