Hoch hinaus mit Sicherheit

Industrieelektronik

Reihenklemmen – Die Sicherheitsanforderungen an Spezialfahrzeuge sind hoch. Bei mobilen Hubarbeitsbühnen verrichten Reihenklemmen mit Schnellanschlusstechnik von Phoenix Contact zuverlässig ihren Dienst.

27. März 2013

Einer der bekanntesten Produkt-Markennamen in der Baubranche, im Garten- und Landschaftsbau, in der Gebäudereinigung oder in der Beleuchtungs- und Straßenverkehrstechnik sind die fahrbaren Hub-Arbeitsbühnen der Ruthmann GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Gescher im westlichen Münsterland, die unter dem Namen »Steiger« vertrieben werden. Die mobilen Steiger-Arbeitsbühnen des Unternehmens mit etwa 300 Mitarbeitern erleichtern weltweit die Arbeit in Höhen bis zu 100 Meter, sowohl im Winter in Deutschland als auch in der Hitze Australiens.

Dabei sind die LKW-Arbeitsbühnen großen Temperaturschwankungen zwischen –20 und +50 Grad Celsius, hoher Luftfeuchtigkeit sowie während der Fahrt oft starken Vibrationen ausgesetzt. Dennoch müssen die »Steiger« auch unter diesen widrigen Arbeitsbedingungen jederzeit sicher und zuverlässig funktionieren – andernfalls besteht Gefahr für Leib und Leben. Der Hersteller aus dem Münsterland unterzieht die Arbeitsbühnen einschließlich aller verbauten Komponenten deshalb permanent Dauertests, die einer Arbeitsbühnen-Betriebsdauer über einen langen Einsatz-Zeitraum entsprechen.

Qualität ohne Kompromisse

Der hohe Anspruch des Unternehmens an die Qualitäts- und Sicherheitsstandards findet sich auch in der Auswahl aller Komponenten wieder – bis hinunter zur kleinsten Reihenklemme. Hier setzt das Unternehmen auf die innovativen Reihenklemmen mit Schnellanschlusstechnik der Baureihe QTC von Phoenix Contact mit Sitz im ostwestfälischen Blomberg.

Die Reihenklemmen haben die klassische Zugfederanschlusstechnik in den Arbeitsbühnen von Ruthmann weitgehend abgelöst. Sie dienen primär zur Signalverdrahtung, werden aber auch bei der Spannungsversorgung eingesetzt. Dabei finden sich im Schaltkasten am Chassis der LKW-Arbeitsbühnen sowie am Bedienpult oben im Arbeitskorb je nach Arbeitsbühnentyp bis zu 300 Reihenklemmen. Vor allem im Schaltkasten werden dabei hauptsächlich Reihenklemmen der Baureihe QTC-1,5-Twin mit je drei Klemmstellen verbaut, sodass sich die Anzahl der Klemmstellen pro Arbeitsbühne weiter erhöht. »Um bei der hohen Anzahl der Kontakte Verdrahtungszeit zu sparen, sind wir von der klassischen Zugfederklemme auf Reihenklemmen mit Schneidanschlusstechnik umgestiegen«, begründet Dr. Klemens Post, Abteilungsleiter Elektrische Steuerungstechnik bei Ruthmann, den Wechsel zur Schneidanschlusstechnik, auch IDC (Insulation Displacement Connection) genannt, und fährt fort: »Damit sparen wir 40 Prozent der Verdrahtungszeit ein.«

Schneller Anschluss

Zum Anschluss genügt es, den anzuschließenden Leiter abzulängen, in die Klemmstelle zu halten und danach den orangefarbenen Betätigungshebel umzulegen. Dabei trennen zwei Schneiden die Leiterisolation auf und verdrängen sie, die leitende Verbindung wird hergestellt, und der Hebel rastet merkbar in der Endposition ein. Durch die Hebelstellung ist zudem eindeutig erkennbar, ob verdrahtet wurde oder nicht. Der Verzicht auf Spezial- oder Crimp-Werkzeuge sowie auf Aderendhülsen spart weitere Kosten. Die zuverlässige Kontaktierung der Klemmstelle der QTC-Reihenklemmen auch unter den Vibrationen beim Einsatz in einer LKW-Arbeitsbühne bestätigen Vibrations- und Schockprüfungen gemäß der DIN EN 50155 (Deutsche-Bahn-Norm). Dabei werden die Reihenklemmen bei einer Beschleunigung von bis zu 42,5 m/s2 im Frequenzbereich von fünf bis 150 Hertz auf Kontaktunterbrechungen von weniger als einer Mikrosekunde geprüft.

Ein weiterer Vorteil der QTC-Reihenklemmen ist ihre Modularität. So kommen bei Ruthmann daneben auch steckbare Phoenix-Contact-Reihenklemmen aus der Produktfamilie Combi zum Einsatz, die ebenfalls die Vibrations- und Schocktests bestanden haben. Die steckbaren Reihenklemmen sind prädestiniert für den Einsatz als Schnittstelle zwischen dem Schaltschrank am Chassis und dem Bedienpult im Korb: Dabei führt die fest verdrahtete Seite der Reihenklemme ins Innere des Schaltkastens, der steckbare Abgang für die vorkonfektionierte Leitung führt schnell und sicher aus dem Schaltschrank heraus. »Durch diese Steckmöglichkeit können wir die Elektronik im Bedienpult blitzschnell mit dem Schaltkasten am Chassis verbinden«, erläutert Post.

Der Einsatztemperaturbereich der QTC-Reihenklemmen erstreckt sich von –60 bis +125 Grad Celsius. Damit sind auch ausreichende Reserven für den Einsatz der Fahrzeuge vorhanden. Zudem bestehen die stromleitenden Teile der QTC-Reihenklemmen aus hochwertigen Kupferlegierungen, die gegen Witterungseinflüsse beständig sind und auch bei hoher Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit höherer Umgebungstemperatur nicht korrodieren.

Überprüft wird die Korrosionsbeständigkeit der Reihenklemmen durch den sogenannten Kesternich-Test nach DIN 50018. Dabei werden die Klemmen in einer Prüfkammer einem Kondenswasser-Wechselklima mit schwefeldioxidhaltiger Atmosphäre ausgesetzt. Bei einer Prüftemperatur von 40 Grad Celsius bildet sich dabei im Testverlauf schwefelige Säure, die viele Metalloberflächen angreift. Die QTC-Reihenklemmen bestehen auch diese Korrosionsprüfung, die bestätigt, dass die Klemmen hochwertige, gasdichte Verbindungen erzeugen, die selbst durch aggressive Umgebungseinflüsse nicht beeinträchtigt werden.

Auf einen Blick

-Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG mit Sitz im ostwestfälischen Blomberg ist ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet der elektrischen Verbindungs- und elektronischen Interfacetechnik sowie der industriellen Automatisierungstechnik.

-Das Produktportfolio des Familienunternehmens umfasst neben den klassischen Reihenklemmen und anderem Elektroinstallationsmaterial heute unter anderem Steckverbinder, Kabel und Leitungen, Relaismodule, Feldbuskomponenten, I/O-Systeme, Überspannungsschutzsysteme und Entstörfilter, drahtlose und drahtgebundene industrielle Kommunikationstechnik, Stromversorgungen, Schutzgeräte, Sensor-Aktor-Verkabelung sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Erschienen in Ausgabe: 01/2013