Hybrid-Maschine ebnet Weg für 3D-Druck in der Konstruktion

Die Maschine »LASIMM« vereint additive und subtraktive Verfahren und ist ab sofort baureif.

12. Februar 2019
Mithilfe von LASIMM können Kosten und Markteinführungszeit um 20 Prozent reduziert werden. (Bild: Loxin)

Large Additive Subtractive Integrated Modular Machine (kurz: LASIMM) heißt eine der nach eigenen Angaben weltweit größten hybriden Maschinen, die fast alles kann. Die gemeinschaftlich von zehn Partnern entwickelte Maschine bietet unter anderem Funktionen für die additive Fertigung, Zerspanung, Kaltbearbeitung, Messtechnik und Inspektion. Ziel des von Horizon 2020 der Europäischen Union geförderten Projekts ist die Entwicklung einer Maschine, die Komponenten direkt aus CAD-Modellen herstellen kann. Jetzt hat das Projekt einen neuen Meilenstein erreicht: LASIMM ist baureif.

Die Maschine, die sich laut ihrer Entwickler für die hybride Fertigung großer technischer Komponenten und die additive Massenproduktion eignet, befindet sich aktuell in der Testphase. Die gefertigten Demo-Komponenten wurden von industriellen Anwendern entwickelt und sollen die Leistungsfähigkeit der Maschine sowie deren Grenzen austesten.

Roboterarme und Fräsroboter arbeiten zusammen

Die Hybrid-Maschine besteht aus einer modularen Konfiguration von Industrieroboterarmen und einem speziellen Fräsroboter. Dabei übernehmen die Roboterarme die additive Fertigung von Aluminium und Stahl, während der Fräsroboter überschüssiges Material für die Endbearbeitung entfernt. Dieser Prozess könnte die Produktion kompletter Großindustrien verändern, heißt es – weg von standardisierten Komponenten und hin zu maßgeschneiderten Lösungen für Branchen wie Luft- und Raumfahrt, erneuerbare Energien, Energie, Verkehr oder das Bauwesen.

Projekt hebt die hybride Fertigung auf eine neue Ebene

»Das Projekt ist ein wichtiger Meilenstein für die künftige industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas und gleichzeitig ein großer Fortschritt in der hybriden Fertigung. Künftig können viele Märkte größere Materialien schnell und kosteneffizient produzieren«, sagt Karl Osti, Industry Manager Manufacturing beim LASIMM-Software-Partner Autodesk. »Das Projekt hebt die hybride Fertigung auf eine wahrhaft globale und industrielle Ebene. Bisher war der 3D-Druck auf kleinere Komponenten beschränkt und wurde oftmals als teure Option angesehen. Aber die für LASIMM eingesetzten Technologien – sowohl software- als auch hardwareseitig – verdeutlichen die großen Potenziale. Wir sind stolz, als Software-Partner dabei zu sein und der Welt zu zeigen, was möglich ist«.

»Der 3D-Druck ist bei Verbrauchern und Herstellern bereits in aller Munde. In Zukunft kann die Technologie in der industriellen Fertigung sowie im Bauwesen eingesetzt werden und diese nachhaltig verändern«, erklärt Eurico Assuncao, Deputy Director bei der European Federation for Welding, Joining and Cutting sowie Projekt Lasimm. »Das Projekt LASIMM ist mittlerweile an einem Wendepunkt angelangt. Der technologische Fortschritt ebnet den Weg, um künftig komplette Bauinfrastrukturen in 3D drucken zu können. Die EWF stellt dabei sicher, dass diese fortschrittlichen Geräte von entsprechend ausgebildeten und qualifizierten Fachleuten bedient werden. Wir freuen uns sehr, Teil dieses einzigartigen Projekts zu sein«.