Hygiene mit Siegel

Spezial: Gleit- und Wälzlager

Edelstahl – Durch den Einsatz von Wälzlagern mit dem Markenzeichen Edelstahl Rostfrei können Anwender in der Lebensmittelindustrie die volle Performance aus den weitverbreiteten Maschinenelementen herausholen.

19. Mai 2016

Edelstahl ist ein Werkstoff für anspruchsvolle Einsatzgebiete wie in besonderem Maße in der Lebensmittelindustrie. Er ist dort zum Beispiel zu finden in Wälzlagern, die nahezu jede Bewegung in diesem Bereich erleichtern. Diese Konstruktionselemente übertragen dabei Bewegungen und leiten Kräfte weiter, und sie werden auch in funktionskritischen Bereichen eingesetzt. Sowohl Rollenlager als linienberührende Wälzlager als auch Kugellager als punktberührende Ausführungen bestehen aus Ringen und Scheiben mit Laufbahnen. Die Wälzkörper können dabei aus Kugeln, Rollen, Kegeln, Tonnen und Nadeln bestehen. Ein Käfig hält die einzelnen Wälzkörper während der Rollbewegungen auf Abstand.

Wälzlager sorgen für Bewegung in unzähligen mechanischen Anwendungen. Eine ebenso leistungsfähige wie hygienische Wälzlagertechnik ist in Umlenktrommel, Abfüllanlage, Wasch-, Polier- oder Förderanlage unverzichtbar. Dauerhafte Korrosions- und Verschleißbeständigkeit sowie optimale Reinigungsfähigkeit machen Edelstahl deshalb zum Werkstoff der Wahl bei der sicheren Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln.

Angeboten wird der Werkstoff durch Unternehmen mit dem Markenzeichen Edelstahl Rostfrei, das seit 1958 existiert. Sie geben für die sachgemäße Werkstoffauswahl und fachgerechte Verarbeitung wie beim Kaltumformen, Schweißen oder Trennen ein sichtbares Qualitätsversprechen ab.

Handwerkliche Perfektion, beste Material- und Verarbeitungsqualität und die hohe Korrosionsbeständigkeit des Werkstoffs sind ausschlaggebend für die lange Lebensdauer und die damit verbundenen geringen Folgekosten. So erhalten auch Wälzlagerhersteller wie Schaeffler Sicherheit und Leistungsfähigkeit für risikolose Prozesse und wirtschaftliche Produktion. Das gilt für Kunden in der Milch oder Fleisch verarbeitende Industrie ebenso wie für Hersteller von Backwaren oder Tiefkühlkost.

Die Resistenz gegen Wasser sowie aggressive Säuren und Laugen sichert die geschmacksneutrale Herstellung von Getränken und Lebensmitteln aller Art. Eigenschaften, die sich auch bei Lagerung und Transport zuverlässig bewähren. Die glatte Oberfläche des Werkstoffs Edelstahl Rostfrei bietet Mikroorganismen keinen Nährboden, er ist gut verformbar und fugenlos zu verarbeiten. Dies ermöglicht eine problemlose, keimfreie Reinigung und erfüllt strengste Hygienevorschriften.

Herausforderungen meistern

Käfig, Lager und Wälzkörper von Wälzlagern werden in der Lebensmittelindustrie immer häufiger aus nicht rostendem Stahl der Werkstoffgüte 1.4301 gefertigt. Denn die Produktionsprozesse laufen hier meist vollautomatisch und oft unter extremen Bedingungen ab. Lange Maschinenlaufzeiten, permanent hohe Geschwindigkeiten, rigide Hygienevorschriften sowie Kälte, Hitze und Feuchtigkeit stellen die eingesetzten Komponenten vor große Herausforderungen. Diese Einsatzbedingungen erfüllen konventionelle Wälzlager oft nur unzureichend.

Die anspruchsvollen Anwendungen erfordern extrem korrosionsbeständige und verschleißfeste Lager, gefertigt aus hochleistungsfähigen Werkstoffen. Nur so können auf Dauerleistung ausgelegte Maschinenelemente das notwendige Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleisten. Bei der Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln sind spezielle Werkstoffe, Komponenten und Schmierstoffe gefordert, die den strengen Hygienestandards der DIN EN 1672-2, ISO 14159 und EHEDG entsprechen sowie FDA-konform sind. Vor allem die Eignung für intensive, häufige Reinigungsvorgänge mit Heißdampf, Strahlwasser oder mit Laugen ist wichtig.

Beispielsweise ist die Umlenktrommel eines Förderbandes in der Lebensmittelindustrie permanent feuchter Umgebung ausgesetzt und erreicht deshalb nicht selten nur eine Lebensdauer von sechs Monaten. Die intensive Reinigung der Anlage mit Wasser und Chemikalien führt zur Zerstörung der Wälzlagerdichtungen und gleichzeitigem Auswaschen der Fettfüllung.

Abhilfe bietet hier in den meisten Fällen ein vollständig abgekapseltes und mit Lebensdauerschmierung ausgestattetes Wälzlager aus nicht rostendem Stahl, das den mechanischen Belastungen nicht nur konstruktiv standhält. Dank der hohen Korrosionsbeständigkeit der Werkstoffgüte 1.4301 widerstehen die Wälzlagerdichtungen auch den aggressiven Reinigungsmedien dauerhaft. So dringt weder Wasser in die Lager ein noch gelangen Schmiermittel aus dem Lager in die Umgebung. Erheblich verbesserte Standzeiten verdeutlichen die Wirtschaftlichkeit dieser Lösung.

Dieses Beispiel lässt sich auf zahlreiche andere ähnlich stark beanspruchte Anwendungen übertragen: Wälzlager aus Edelstahl Rostfrei sichern überall einen zuverlässigen Rund-um-die-Uhr-Betrieb unter Einhaltung höchster Hygienestandards.

Edle Zusatzstoffe

Seine Güte erhält Edelstahl durch verschiedene Legierungselemente, darunter mindestens 10,5 Prozent Chrom, die normalen Stahl zu einem rostfreien, säurebeständigen Werkstoff veredeln. Eigenschaften, die ihn für ein weitreichendes Anwendungsspektrum qualifizieren. 1912 patentiert, ist Edelstahl heute in Industrie, Medizin, Umwelt, Luft- und Raumfahrt, Architektur und Bauwesen ebenso unverzichtbar wie im täglichen Leben in Küche, Bad, bei Spiel und Sport. Seine wartungsarme Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit charakterisieren den Werkstoff ebenso wie seine Ästhetik und Verarbeitbarkeit für unzählige Einsatzmöglichkeiten.

Ob geschliffen, gebürstet, hochglanzpoliert oder matt gestrahlt, ob dessiniert, geprägt, gelocht, mustergewalzt oder profiliert – auf Wunsch auch in Farbe: Rostfreier Edelstahl mit Qualitätssiegel soll gestalterische Möglichkeiten mit hoher mechanischer Belastbarkeit kombinieren. Die glatte, harte Oberfläche des Materials und seine Pflegeleichtigkeit verhindern nicht nur zuverlässig die Ansiedlung von Bakterien und Pilzen.

Auch bei dauerhafter Beanspruchung durch Temperatur, Reinigungs- und Desinfektionsmittel oder Chemikalien wird sie weder rau noch rissig – zwingende Voraussetzung für die immer wieder erforderliche Sterilisation der Gerätschaften und Ausstattungen in OP und Praxis. Nicht rostende Stähle können problemlos verarbeitet werden – erfordern jedoch spezifische Kenntnisse, Werkzeuge und Maschinen sowie Fertigkeiten der verarbeitenden Fachbetriebe.

Auf einen Blick

Edelstahl Rostfrei

• Das international geschützte Markenzeichen Edelstahl Rostfrei wird seit 1958 durch den Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei e.V. an Verarbeiter und Fachbetriebe vergeben.

• Die derzeit über 1.000 Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zum produkt- und anwendungsspezifisch korrekten Werkstoffeinsatz und zur fachgerechten Verarbeitung. Missbrauch des Markenzeichens wird vom Verband geahndet.

• Ein wichtiges Einsatzgebiet ist die Medizintechnik. Die dort geltenden höchsten Reinheitsgebote stellen an die hier verwendeten Werkstoffe besondere Ansprüche. Hygiene und Keimfreiheit machen Edelstahl deshalb auch in Klinik, Praxis, Labor oder in der Pharmaindustrie unverzichtbar.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016