I4.0-Leistungsshow

Spezial SPS IPC Drives

Messe – Die SPS IPC Drives bildet Ende November das Schaufenster der industriellen Automation – von Antrieben bis zu Zentralbaugruppen. Besonders im Besucherfokus wird aber auch dieses Jahr wieder das Thema digitale Fertigung stehen. von Hajo Stotz

06. November 2017

Die Branchen Automation und IT wachsen immer stärker zusammen. Bestes Anschauungsbeispiel dafür ist die SPS in Nürnberg mit rund 1.700 Ausstellern die führende Messe für elektrische Automatisierungstechnik. Neben Produkten und Applikationsbeispielen vieler Aussteller spiegelt sie diesen Trend auch auf Sonderschauflächen und diversen Foren wieder.

Deshalb hat sich die Fachmesse auch für eine neue Hallenaufteilung entschieden: Ab diesem Jahr ist die Halle 6 dem Thema Software und IT in der Fertigung gewidmet. Anbieter wie Microsoft und SAP werden mit Ausstellungsthemen wie virtuelle Produktentwicklung, industrielle Web Services oder Cloud-Computing aufwarten.

Doch auch in den anderen Hallen spielt das Thema Digitalisierung eine zentrale Rolle. So präsentiert Platzhirsch Siemens in Halle 11 auf einer Ausstellungsfläche von rund 4.400 Quadratmetern sein Digital-Enterprise-Portfolio: Das reicht von neuen Softwareversionen für effizienteres Engineering über digitale Antriebssysteme bis hin zum offenen, cloudbasierten IoT-Betriebssystem MindSphere. »Mit unserem umfassenden Portfolio an softwarebasierten Systemen und führenden Automatisierungstechnologien über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg unterstützen wir die Fertigungsindustrie bei der digitalen Transformation. Diese führende Stellung bauen wir konsequent aus«, erklärt Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Digital Factory. »Beispiele hierfür sind das TIA Portal, mit dem sich der Engineering-Aufwand um bis zu 30 Prozent reduzieren lässt, und MindSphere, unser cloudbasiertes offenes Betriebssystem für das Internet der Dinge. Es ermöglicht Unternehmen unterschiedlichster Branchen, neue digitale Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln.«

Durch seine Offenheit wächst das Ökosystem rund um MindSphere weiter an. In der MindSphere-Lounge zeigen Siemens und rund 20 Partnerunternehmen, wie Amazon Web Services, Atos, Evosoft und Rittal, die Einsatz- und Anbindungsmöglichkeiten des Systems.

Rittal selbst präsentiert sich in Halle 5-111 auf über 1.100 qm und bietet Besuchern Gelegenheit, ihren Standbesuch effizient zu planen: Der Systemanbieter stellt sich bereits vor Messebeginn über ein Onlineportal (www.rittal.de/sps2017) gezielt den Besucherfragen. Im Fokus stehen Themen wie Steuerungs- und Schaltanlagenbau 4.0, Maschinenverfügbarkeit, Betriebssicherheit, Energieeffizienz sowie Smart Services und Industrial IT Solutions.

Neue Geschäftsmodelle entstehen

»Unsere Kunden und wie sie ihre Ziele erreichen – darauf konzentrieren wir uns bei unserem Messeauftritt«, sagt Uwe Scharf, Geschäftsbereichsleiter Produktmanagement bei Rittal. Und ergänzt: »Unsere Kunden können bereits vor der Messe gezielt ihre individuellen Fragen über ein Onlineportal bei uns platzieren und ein Gespräch mit einem Rittal-Experten vereinbaren.«

Der Austausch zu vielen Themenfeldern ist möglich, so zum Beispiel: Wie können Steuerungs- und Schaltanlagenbauer Industrie-4.0-Lösungen realisieren. Wie lassen sich Produktionsabläufe automatisieren?

Die Optimierung von Engineering-Prozessen im Schaltschrankbau ist auch Thema bei Weidmüller in Halle 9-155: Beim Arbeiten mit gängigen Engineering-Systemen, wie z. B. Eplan Electric P8 oder Zuken E3, erhält der Konstrukteur beispielsweise eine Klemmenleiste, die nach elektrischen Funktionen aufgebaut ist – es fehlt das mechanische Zubehör. Zur Komplettierung mit diesem hat der Anwender zwei Möglichkeiten: Er durchsucht das Engineering-System nach den passenden Teilen oder er schickt die Daten an den Weidmüller Configurator. Diese Variante ist, so Weidmüller, schneller, effektiver und fehlerfrei, denn der Configurator komplettiert das Projekt mit dem passenden Zubehör wie Abschlussplatten, Endwinkeln und Markierungen. Anschließend schickt er die aufbereiteten Datensätze an das Engineering-System zurück und der Anwender kann mit dem kompletten Datensatz weiterarbeiten.

Dynamik ist auch das Thema bei Pilz in Halle 9-370: Besucher können erleben, wie Mensch und Roboter dank dynamischer Sicherheitslösungen ohne Schutzzaun zusammenarbeiten können: Die Position des Menschen wird innerhalb einer Mensch-Roboter-Kollaboration über externe, nicht im Roboter integrierte 2D- und 3D-Sensorik von Pilz erkannt.

»Um an Maschinen Sicherheit, Produktivität und Ergonomie vereinen zu können, darf Sicherheit nicht mehr nur punktuell wirken. Mit einem kompletten Angebot an Sensoren, die in der Lage sind, Flächen oder auch Räume zu überwachen, eröffnet Pilz neue Möglichkeiten für dynamische Sicherheitskonzepte«, erklärt Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung.

Cloud-Funktionalität nimmt zu

Voraussetzung für eine flexible und smarte Produktion ist die intelligente Vernetzung autonomer Anlagen-Module. Mit der Pilz Smart Factory zeigt das Unternehmen auf der Messe, wie individualisierte Produkte zu Bedingungen der Massenproduktion schnell, flexibel und kosteneffizient hergestellt werden können.

Produktivität und Flexibilität sind auch die Kernthemen bei Yaskawa auf Stand 7-340 mit Lösungen aus den Bereichen Antriebstechnik, Steuerung (SPS) und Visualisierung (HMI). In einem gesonderten Bereich zeigt Yaskawa, welche technischen Anforderungen I4.0-Szenarien speziell an Erstausrüster (OEMs) stellen. Nahtlose Konnektivität und Interoperabilität sind ebenso Themen wie Predictive Maintenance und der intelligente Einsatz von Apps und Cloud-Funktionen. Für den OEM bedeutet das: Er kann mit Komponenten, Systemen und digitalen Services von Yaskawa Daten, Kommunikationsstandards und Softwaretools nutzen und in seine Maschinen integrieren. »Zur SPS IPC Drives 2017 stellen wir die Perspektive der OEMs in den Mittelpunkt«, beschreibt Norbert Gauß, Yaskawa-Geschäftsführer der Drives, Motion & Controls Division EMEA, das Messekonzept. »Die Anwender erwarten gerade auch in Industrie-4.0-Umgebungen höchste Produktivität und Flexibilität. Wir unterstützen den Maschinenbauer wirkungsvoll dabei.« hjsz

Erschienen in Ausgabe: 08/2017