Im Salzwasser zu Hause

Maschinenelemente

Energieketten – Tsubaki Kabelschlepp hat eine Komplettlösung für ein Heavy-Duty-Kransystem konzipiert, das große Lasten auf hoher See bewegen kann. Die massive Edelstahl-Energiekette bewährt sich dabei auch unter extremen Bedingungen.

02. Februar 2018

Auf hoher See erwartet die eingesetzten Komponenten ein sehr ungemütliches Betätigungsfeld. Das gilt auch für die Energieführungsketten an einem Turmdrehkran des renommierten norwegischen Herstellers AXTech auf dem gigantischen Multifunktionsschiff »North Sea Giant« im Offshore-Business.

Entwickler, Konstrukteur und Hersteller dieser speziellen, individuell angepassten Komponente ist Tsubaki Kabelschlepp. Aufgrund der hohen Beanspruchung entschieden sich die Ingenieure aus Wenden für eine massive Edelstahl-Energiekette inklusive Stützkonstruktion. Die entstandene Lösung berücksichtigt die limitierten Bauräume und extremen Anforderungen dieser Anwendung und bewährt sich seit 2,5 Jahren erfolgreich im Einsatz.

Möglich wurde dies unter anderem dank einer engen Abstimmung mit dem Kunden, fortschrittlichen 3D-Simulationen in der Konstruktionsphase und nicht zuletzt ausführlichen Tests unter realen Bedingungen.

Mit einer Hebekapazität von 420 Tonnen ermöglicht es der innovative SHS Tower Crane von AXTech, in der Nordsee Unterseeanlagen sowie technische Einrichtungen zu installieren und zu warten: Mit einem Bewegungsradius von 180 Grad kann er schwere Anlagen und Einrichtungen von Deck des Schiffes in die See heben. 15 Hydraulikschläuche mit einem Arbeitsdruck von über 450 bar stellen die Versorgung des Krans sicher.

Schläuche sicher führen

Aufgrund der Drehbewegung des Kranes ist es erforderlich, die Schläuche während der Bewegung zu führen. Diese Aufgabe übernimmt ein maßgeschneidertes Energieführungssystem von Tsubaki Kabelschlepp. Das Kransystem selbst wird durch die Firma TechnipFMC, einem weltweit führenden Anbieter in der Öl- und Gasindustrie, betrieben und gewartet.

»Die Energieversorgung des Kranes ist eine wichtige Schnittstelle, von der die Funktion und vor allem die Sicherheit der gesamten Einrichtung abhängen«, erläutert Jens Stadter, Vice President Cable Carrier Systems, Tsubaki Kabelschlepp. Die Konstruktion von passenden Energieführungssystemen ist folgerichtig eine anspruchsvolle Aufgabe: »Bei dieser Anwendung haben wir es mit schwankenden Lasten von bis zu 400 Tonnen zu tun – eine Herausforderung, die durch die extremen Bedingungen auf hoher See noch verschärft wird.«

Der Hintergrund: Die Energieführungen befinden sich am Fuß beziehungsweise an der Basis des Kranes, wenige Meter über der Wasseroberfläche – sie sind somit regelmäßig zu 100 Prozent dem Salzwasser ausgesetzt. Gleichwohl müssen sie auch bei extremen Wetterbedingungen unterbrechungsfrei funktionieren. Wichtig ist zudem eine hohe Stabilität der Energieführungsketten, die die Schiffsbewegungen aufgrund des rauen Seeganges berücksichtigt.

Die von Tsubaki Kabelschlepp mithilfe von 3D-Simulationen entwickelte Gesamtlösung erfüllt all diese Anforderungen – bewiesenermaßen, denn das Energieführungssystem wurde vor der Inbetriebnahme im Rahmen eines Factory-Acceptance-Tests ausführlich getestet und für gut befunden.

Bei der Entwicklung und Konstruktion des gesamten Energieführungssystems griffen die Experten von Tsubaki Kabelschlepp auf eine besondere Methode zurück: Die Stahlkonstruktion wurde auf dem Festland vormontiert und anschließend in nur drei Hüben auf das Schiff gehoben. Die Montagezeit auf dem Schiff ließ sich so auf wenige Tage verkürzen. mk

Erschienen in Ausgabe: 01/2018